Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › VWL - Mikroökonomie, allgemein

Mikrokredite. Chancen und Risiken

Titel: Mikrokredite. Chancen und Risiken

Seminararbeit , 2011 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sven Schwarz-Minuge (Autor:in)

VWL - Mikroökonomie, allgemein

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Arme Menschen sind wie Bonsai-Menschen. Ihr Samenkorn ist vollkommen in Ordnung. Nur hat Ihnen die Gesellschaft nie ausreichend Nährboden gegeben, in dem sie hätten wachsen können. Um die Armen aus ihrer Lage zu befreien, müssen wir lediglich geeignete Wachstumsbedingungen für sie schaffen. Erhalten sie einmal Gelegenheit, ihre Energie und Kreativität zu entfalten, so wird die Armut schnell verschwinden.“ (Yunus, 2008, S. 297)
Die Metapher der „Bonsai-Menschen“ formulierte Prof. Mohammed Yunus während seiner Friedensnobelpreisrede im Jahr 2006. Dieser voraus gegangen war eine riesige Erfolgsgeschichte. Die von ihm gegründete Grameen Bank hatte Dünger und Nährboden entwickelt, um den „Bonsai-Menschen“ endlich die Möglichkeit des Wachstums zu geben. Mohammed Yunus sah während der furchtbaren Überschwemmungen und
Hungerskatastrophen im Jahr 1974, welches Elend sich in Bangladesch direkt vor seiner Haustür abspielte. Von da an war es ihm nicht mehr möglich, wirtschaftswissenschaftliche Theorien in Relationen zu lehren, die fern ab der Realität auf den Straßen waren. So ging er in das Dorf Jabra, wenige Kilometer von der Universität, an der er lehrte entfernt, und stellte fest, dass es für die armen Menschen in seiner Umgebung sehr schwer war, bereits extrem kleine Geldbeträge aufzutreiben. Aus dieser Not heraus mussten sie auf Geldverleiher zurückgreifen, welche ihnen Zinsen abforderten und Bedingungen auferlegten, die eine Verbesserung Ihre Situation quasi unmöglich machten. So wurde die Idee geboren, auch
Menschen Zugang zum Finanzsektor zu gewähren, welche über normale Wege keinerlei Möglichkeit erhalten hätten, finanzielle Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. (Vgl. Yunus, 2008, S. 54ff)

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1. Strukturelle Gründe für den Bedarf an Mikrokrediten

1.2. Definition von Mikrofinanz

1.3. Geschichte der Mikrokredite

2. Wissenschaftliche Grundlagen

2.1. Informationsproblem

2.2. Sicherheiten

2.3. Adverse Selektion

2.4.Moral Hazard

3. Lösung der Informationsasymetrie

3.1. Group Lending

3.2. Grameen Modell „Classic“

3.3. Mikrosparen

4. Wirkung von Mikrokrediten

4.1. Monetäre Wirkungen von Mikrokrediten

4.2. Nicht- Monetäre Wirkungen von Mikrokrediten

5. Kritik an Mikrokrediten

5.1. Kritik an Unternehmensgröße und unternehmerischen Gespür

5.2. Kritik am Erreichen der eigentlichen Zielgruppe

5.3. Andra Pradesh 2010

6. Konklusion und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Mikrokrediten als Instrument der Armutsbekämpfung, analysiert die wissenschaftlichen Erklärungsansätze für deren Notwendigkeit sowie die ökonomische und soziale Wirkungsweise in der Praxis. Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob Mikrokredite tatsächlich als universelles Mittel gegen Armut dienen können oder ob ihre Wirksamkeit von spezifischen Rahmenbedingungen abhängt.

  • Wissenschaftliche Fundierung und Problematik der Informationsasymmetrie bei Kreditvergaben.
  • Die Mechanismen der Grameen-Bank und das Modell des Gruppenkredits.
  • Empirische Untersuchung der monetären und nicht-monetären Effekte von Mikrokrediten.
  • Kritische Analyse von Zielgruppen-Fehlsteuerungen und negativen Marktentwicklungen (Fallbeispiel Andra Pradesh 2010).

Auszug aus dem Buch

3.2 Grameen Modell „Classic“

Das ursprüngliche Modell mit welchem die Grameen Bank arbeitete sah vor, dass sich 5 Personen in einer Gruppe zusammenfinden. Aus dieser Gruppe erhielten zunächst zwei ihren ersten Kredit. Falls alle fälligen Raten in den folgenden 6 Wochen gezahlt wurden, bekamen die nächsten 2 Gruppenmitglieder einen Kredit, falls auch sie alle fälligen Raten zahlten, bekam auch das letzte Gruppenmitglied seinen Kredit. Die Verbindungen zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern sind sehr stark, da sie häufig in einem Dorf wohnen oder Bekanntschafts- beziehungsweise Verwandtschaftsverhältnisse bestehen. Diese intensiven Beziehungen machen sich die Mikrokreditinstitute zunutze. Falls der Kreditverlauf aus Kreditnahme und Tilgung gestört verläuft und eines der Gruppenmitglieder in Zahlungsschwierigkeiten kommt, muss die gesamte Gruppe für den ausfallenden Kredit haften. Sollte ein Kredit dauerhaft ausfallen, werden alle Mitglieder zukünftig von der Kreditaufnahme des Instituts ausgeschlossen. Gerade in engen sozialen Beziehungen werden die Gruppenmitglieder es aber vermeiden in Zahlungsschwierigkeiten zu kommen, um nicht ihr Gesicht zu verlieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Es wird der Kontext der Mikrokredite beleuchtet und die historische sowie strukturelle Notwendigkeit für ein solches Finanzierungsinstrument in Schwellenländern dargestellt.

2. Wissenschaftliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Barrieren, insbesondere Informationsasymmetrien, die eine klassische Kreditvergabe an ärmere Bevölkerungsschichten verhindern.

3. Lösung der Informationsasymetrie: Hier werden Mechanismen wie Group Lending und das Grameen-Modell vorgestellt, welche durch soziale Kontrolle und Anreizsysteme das Ausfallrisiko minimieren.

4. Wirkung von Mikrokrediten: Es findet eine Auswertung verschiedener Studien zu den ökonomischen und sozialen Auswirkungen auf die Kreditnehmer statt.

5. Kritik an Mikrokrediten: Dieses Kapitel adressiert die Schattenseiten und strukturellen Probleme der Mikrofinanzierung sowie das Krisenszenario in Andra Pradesh 2010.

6. Konklusion und Ausblick: Abschließend wird resümiert, dass Mikrokredite keine Wunderwaffe gegen Armut darstellen, sondern nur im Zusammenspiel mit einer funktionierenden Wirtschaft nachhaltig wirken können.

Schlüsselwörter

Mikrokredite, Mikrofinanz, Armutsbekämpfung, Grameen Bank, Informationsasymmetrie, Adverse Selektion, Moral Hazard, Group Lending, Empowerment, Sozialkapital, Andra Pradesh, Kreditwürdigkeit, Schwellenländer, Entwicklungshilfe, Mikrosparen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Chancen und Risiken von Mikrokrediten als Mittel zur Armutsüberwindung in Schwellenländern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die ökonomischen Grundlagen der Mikrofinanzierung, Modelle der Gruppenkreditvergabe und die kritische empirische Evaluierung der realen Auswirkungen auf die Lebenssituation der Armen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob Mikrokredite ein effektives und nachhaltiges Werkzeug zur Armutsreduktion sind oder ob ihre Wirksamkeit überschätzt wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor führt eine theoretische Fundierung durch und stützt seine Analyse auf die Zusammenfassung und kritische Würdigung zahlreicher empirischer Studien und Working Papers.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Theorie der Kreditvergabe unter Unsicherheit, die praktische Umsetzung durch soziale Gruppenmodelle sowie eine umfangreiche kritische Reflexion anhand internationaler Fallbeispiele.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Informationsasymmetrie, soziale Haftung, Empowerment und die differenzierte Betrachtung von Erfolgs- und Krisenmodellen prägen das inhaltliche Profil der Arbeit.

Warum ist das Grameen-Modell für die Forschung so bedeutend?

Es gilt als Pionier-Modell, das durch die "Classic"-Variante der Gruppenkredite Lösungen für Informationsprobleme entwickelte, die weltweit kopiert und weiterentwickelt wurden.

Was passierte im Jahr 2010 in Andra Pradesh?

Die Krise in Andra Pradesh markiert einen negativen Wendepunkt, bei dem durch exzessives Wachstum ohne soziale Absicherung und massiven Tilgungsdruck soziale Notlagen bis hin zu Suizidfällen ausgelöst wurden.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mikrokredite. Chancen und Risiken
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,3
Autor
Sven Schwarz-Minuge (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V275118
ISBN (Buch)
9783656679189
ISBN (eBook)
9783656679240
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mikrokredite chancen risiken
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sven Schwarz-Minuge (Autor:in), 2011, Mikrokredite. Chancen und Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/275118
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  17  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum