In Deutschland werden pro Jahr etwa 150.000 Gebärmutterentfernungen durchgeführt, meist wegen Blutungsstörungen oder Myomen: 70 bis 90 Prozent der Gebärmutterentfernungen wären aber unnötig, sagt der Gynäkologe Dr. Möller.
Dieser Band enthält medizinisches Grundlagenwissen zur Hysterektomie, wie sich die Rolle der Gebärmutter während den Wechseljahren verändert, und welche Folgen eine Hysterektomie auf die Psyche von Frauen haben kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Medizinisches Grundlagenwissen über die Hysterektomie
2.1 Indikationen für eine Gebärmutterentfernung
2.2 Operationstechniken
2.3 Körperliche Reaktionen als Folge der Operation
2.4 Die Indikationendiskussion
3 Klimakterium
3.1 Ein Vergleich zwischen "natürlicher" und operationsbedingter Menopause
3.2 Einige spezielle Probleme der Wechseljahre
3.2.1 Das Ende der Reproduktionsfähigkeit
3.2.2 Klimakterium und Sexualität
3.2.3 Die Wechseljahre als Lebensabschnitt
4 Welche Bedeutung kann eine Gebärmutteroperation für die Psyche der betroffenen Frau haben?
4.1 Hysterektomie und Depression
4.2 Hysterektomie bei psychisch gestörten Patientinnen
4.3 Risiko- Patientinnen
4.4 Untersuchungen zum Stellenwert der präoperativen Aufklärung
4.5 Hysterektomie, Sexualität und Partnerschaft
5 Schlusswort: Der lange Weg
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die medizinischen Grundlagen, die psychologischen Folgen sowie die gesellschaftlichen Kontexte von Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien), um Frauen eine fundierte Entscheidungsgrundlage sowie ein besseres Verständnis für die Bedeutung dieses Organs jenseits der Reproduktion zu bieten.
- Medizinische Indikationen und verschiedene Operationstechniken
- Körperliche und psychische Folgen nach dem Eingriff
- Die Kontroverse um "weiche" Indikationen und den sogenannten Hysterektomie-Boom
- Einfluss auf Sexualität, Partnerschaft und das eigene Weiblichkeitsverständnis
- Bedeutung der präoperativen Aufklärung und menschlichen Betreuung
Auszug aus dem Buch
Die Indikationendiskussion
Die rapide Zunahme der Gebärmutterentfernungen lässt sich vor allem durch eine Erweiterung der Indikationen auf weniger gravierende gynäkologische Beschwerden erklären. In den letzten zwanzig Jahren wurden rund 80% der Frauen aufgrund sogenannter "weicher Indikationen" hysterektomiert: wegen verdächtiger Zellveränderungen, die aber noch keinen Krebs bedeuteten; als Mittel zur Sterilisation; wegen "Krebsphobie" der Patientin; wegen harmloser, weil wenig Beschwerden bereitender Myome oder Lageveränderungen der Gebärmutter.
Abgesehen von der Frage der organischen Beschwerden nach einer Hysterektomie, die erst in den letzten Jahren genauer erforscht wurden, hat die Frage nach der psychischen Be- oder Entlastung durch die Hysterektomie besonders im Bereich der erweiterten Indikation zu einer kontrovers geführten, oft polemischen und ideologisierten Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern des Eingriffs geführt.
Die Auseinandersetzung um die "prophylaktische" Hysterektomie oder die "Erhebung gynäkologischer Bagatellbefunde oder Normvarianten in den Rang einer operationsträchtigen Erkrankung" soll im Folgenden dargestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Die Autorin erläutert ihre Motivation, sich kritisch mit dem Thema Hysterektomie auseinanderzusetzen, und plädiert für eine bessere Aufklärung und frauengerechte Versorgung.
2 Medizinisches Grundlagenwissen über die Hysterektomie: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über Operationsmethoden, häufige Indikationen und die Problematik von medizinisch teils unnötigen Eingriffen.
3 Klimakterium: Hier werden die biologischen und gesellschaftlichen Aspekte der Wechseljahre beleuchtet sowie der Vergleich zwischen natürlicher und künstlich herbeigeführter Menopause gezogen.
4 Welche Bedeutung kann eine Gebärmutteroperation für die Psyche der betroffenen Frau haben?: Der Hauptteil analysiert die psychischen Auswirkungen, Risikofaktoren für einen ungünstigen Verlauf und die Relevanz von Sexualität und Partnerschaft im Kontext einer Hysterektomie.
5 Schlusswort: Der lange Weg: Das Fazit betrachtet die Gebärmutter als Symbol für schöpferische Kraft und ermutigt Frauen, ihre eigene Weiblichkeit auch nach einer Operation neu zu definieren.
Schlüsselwörter
Hysterektomie, Gebärmutterentfernung, Frauengesundheit, Gynäkologie, Wechseljahre, Klimakterium, Psychosomatik, Sexualität, Operationsindikation, präoperative Aufklärung, Weiblichkeit, psychische Folgen, Identitätsstörung, Frauensyndrom.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der medizinischen und psychologischen Bedeutung der Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) und reflektiert kritisch die Praxis der Indikationsstellung in der Gynäkologie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den medizinischen Hintergründen der Operation, den psychischen und psychosomatischen Folgen für die Frau sowie der Bedeutung der Aufklärung und der psychosozialen Begleitung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Frauen fundierte Informationen zu bieten, um informierte Entscheidungen zu treffen und ein Verständnis für die Gebärmutter als Organ jenseits der Fortpflanzung zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung klinischer Studien sowie Forschungsergebnissen zur psychosomatischen Gynäkologie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich detailliert der Indikationenproblematik, den operativen Techniken sowie den komplexen psychischen Auswirkungen auf die Identität, das Sexualleben und die partnerschaftliche Kommunikation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Hysterektomie, Frauengesundheit, psychosomatische Gynäkologie, Wechseljahre, Weiblichkeitsverständnis, präoperative Aufklärung.
Warum wird die Rolle der Gynäkologie kritisch hinterfragt?
Die Autorin kritisiert eine männlich geprägte Medizin, die "weiche" Indikationen nutzt und Sorgen oder Bedürfnisse von Frauen oft bagatellisiert.
Welchen Einfluss hat die präoperative Aufklärung auf den Heilungsprozess?
Studien belegen, dass eine umfassende, menschliche Aufklärung Ängste mindert und zu einer höheren Zufriedenheit mit dem Operationsergebnis sowie einer besseren Heilungstendenz führt.
- Quote paper
- Mag. Johanna Vedral (Author), 2008, Hysterektomie. Gründe für eine Operation und ihre Folgen auf die Psyche, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/274735