Heutzutage wird es für Jugendliche immer schwieriger eine Berufswahl zu treffen. Im Laufe der Schulzeit werden Jugendliche zwar mit Berufsorientierungswochen, Schulpraktika und Bewerbungstrainings konfrontiert, doch das eigentliche Befassen mit der Entscheidung welcher Beruf der geeignete ist, wird meistens erst in Angriff genommen, wenn die Zeit knapp wird. Dann kommen viele Fragen auf: Berufsausbildung oder Studium? Was passt zu mir? Was sind meine Interessen? Wie ist der Beruf angesehen? Wie schnell möchte ich erwerbstätig werden?
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von ehrenamtlichem Engagement als Jugendleiter in der katholischen Kirche auf die Entscheidung, „soziale Arbeit“ zu studieren. Zur Erforschung dieser Frage wird die qualitative Forschung genutzt.
In einem ersten theoretischen Teil werden in dieser Arbeit die übergeordnete Theorie zu diesem Thema, der Stand der Forschung, und die Findung der Forschungsfrage und der Hypothesen erläutert.
In dem darauf folgenden empirischen Teil wird zunächst die Erhebungsmethode erklärt. Anschließend wird die praktische Durchführung aufgezeigt sowie deren praktische Umsetzung. Im weiteren Verlauf werden die Ergebnisse und deren Interpretation präsentiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Theorierahmen dieser Arbeit
2.2 Stand der Forschung
2.3 Forschungsfragen
2.4 Hypothesen
3. Empirischer Teil
3.1 Darstellung der Erhebungsmethode
3.2 Feldzugang
3.3 Darstellung der Auswertungsmethode und Präsentation der eigenen Auswertung
3.4 Interpretation der Ergebnisse
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von ehrenamtlichem Engagement als Jugendleiter in der katholischen Kirche auf die individuelle Entscheidung, Soziale Arbeit zu studieren. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Auswirkungen diese Form des Engagements auf den biographischen Prozess der Berufswahl hat.
- Habitus-Theorie nach Pierre Bourdieu
- Einfluss von ehrenamtlichem Engagement auf die Berufswahl
- Soziale und emotionale Kompetenzentwicklung bei Jugendlichen
- Biographische Verlaufskurven und Wandlungsprozesse
- Kirchliche Jugendarbeit als Rekrutierungsfeld für soziale Berufe
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Heutzutage wird es für Jugendliche immer schwieriger eine Berufswahl zu treffen. Im Laufe der Schulzeit werden Jugendliche zwar mit Berufsorientierungswochen, Schulpraktika und Bewerbungstrainings konfrontiert, doch das eigentliche Befassen mit der Entscheidung welcher Beruf der geeignete ist, wird meistens erst in Angriff genommen, wenn die Zeit knapp wird. Dann kommen viele Fragen auf: Berufsausbildung oder Studium? Was passt zu mir? Was sind meine Interessen? Wie ist der Beruf angesehen? Wie schnell möchte ich erwerbstätig werden?
Unter den 344 anerkannten Ausbildungsberufen ( http://www.bibb.de/de/wlk26 560.htm) und über 15.000 Studienangeboten (http://studieren.de/studien gangsliste.0.html) fällt es nicht leicht zu wählen. Wünscht man sich da nicht die guten alten Zeiten zurück, in denen es oftmals so war, dass der Beruf einfach vom Vater auf den Sohn vererbt wurde und Töchter von ihren Müttern lernten?
Die uneingeschränkte Berufswahl existiert in Deutschland erst seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts (Brater, 1998, S. 9). Einerseits ist es schön, dass es so viele Möglichkeiten der beruflichen Entfaltung gibt, andererseits hat der Jugendliche dadurch aber auch die Qual der Wahl.
Die Wahl eines Berufes wird entscheidend geprägt durch soziale, wirtschaftliche, gesellschaftliche und individuelle Indikatoren. In dieser Arbeit soll besonders ein Aspekt aus dem individuellen Bereich betrachtet werden: die Freizeitgestaltung. Betrachtet man diesen Faktor, so stellt sich die Frage welche Gewichtung er für eine spätere Berufswahl hat. Innerhalb der Freizeitgestaltung möchte ich auf die Tätigkeit des sozialen Ehrenamts eingehen, speziell auf die Tätigkeit als Jugendleiter in der katholischen Kirche.
Ich selber war viele Jahre lang in der kirchlichen Jugendarbeit als Jugendleiterin aktiv. Diese Zeit hat meine Studienwahl maßgeblich beeinflusst. Damit zusammenhängend entstand bei mir auch das Interesse zu erforschen, inwieweit das Ehrenamt die Studienwahl bestimmt. Daher wird in dieser Arbeit der Einfluss von ehrenamtlichem Engagement als Jugendleiter in der katholischen Kirche auf die Entscheidung, „soziale Arbeit“ zu studieren, untersucht. Zur Erforschung dieser Frage nutze ich die qualitative Forschung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Schwierigkeiten der Berufswahl im Jugendalter und führt in das Forschungsinteresse am Einfluss der kirchlichen Jugendarbeit auf die Studienwahl ein.
2. Theoretische Grundlagen: Erläutert die Habitus-Theorie nach Bourdieu als theoretischen Rahmen, fasst den Stand der Forschung zusammen und formuliert Forschungsfragen sowie Hypothesen.
3. Empirischer Teil: Detailliert die qualitative Erhebungsmethode des narrativen Interviews, den Feldzugang, die Transkriptions- und Auswertungsschritte sowie die Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich der Hypothesen.
4. Fazit: Führt die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass ehrenamtliches Engagement als wertvolles Testfeld für die spätere berufliche Orientierung im sozialen Bereich dient.
Schlüsselwörter
Berufswahl, Soziale Arbeit, Ehrenamt, Jugendarbeit, Qualitatives Interview, Habitus-Theorie, Biografie, Kompetenzerwerb, Jugendleiter, Sozialisation, Berufsorientierung, Soziale Kompetenz, Kirchliche Jugendarbeit, Selbstfindung, Bildungsforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von ehrenamtlichem Engagement in der kirchlichen Jugendarbeit auf die persönliche Entscheidung, ein Studium der Sozialen Arbeit aufzunehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Berufswahlprozesse, die Habitus-Theorie nach Pierre Bourdieu, die Bedeutung von informellem Lernen im Ehrenamt sowie die Bedeutung von religiöser Prägung und sozialem Engagement.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu erforschen, wie Erfahrungen, die als Jugendleiter in der katholischen Kirche gesammelt werden, die Motivation und die konkrete Wahl des Studiengangs Soziale Arbeit beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine qualitative Forschungsarbeit durchgeführt, die auf der biographischen Methode nach Fritz Schütze basiert, insbesondere unter Verwendung von narrativen Interviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise (Feldzugang und Auswertung nach Schütze) sowie die detaillierte Analyse und Interpretation eines biographischen Interviews.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Berufswahl, Soziale Arbeit, Ehrenamt, Jugendarbeit, Biografie und Kompetenzerwerb.
Warum wurde das narrative Interview nach Schütze gewählt?
Die Methode nach Schütze ermöglicht es, Prozessstrukturen im Lebenslauf zu identifizieren und die subjektive Bedeutung von Schlüsselmomenten für die Berufsentscheidung tiefgehend zu verstehen.
Welche Rolle spielt die Physiotherapie im Lebenslauf der Befragten?
Die Physiotherapie war der ursprüngliche Berufswunsch der Interviewten, der jedoch nach einem Studium und praktischen Erfahrungen als nicht passend verworfen wurde, was eine biographische Neuorientierung zur Sozialen Arbeit einleitete.
- Arbeit zitieren
- Katharina Floer (Autor:in), 2012, Ehrenamt trifft Berufung. Eine mögliche Motivation zum Studium der sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/274656