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Der Gegensatz von Natur und Kultur in Flauberts "Madame Bovary" und Fontanes "Effi Briest"

Titel: Der Gegensatz von Natur und Kultur in Flauberts "Madame Bovary" und Fontanes "Effi Briest"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 23 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Judith Schneider (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Sowohl Gustave Flauberts Madame Bovary als auch Theodor Fontanes Effi Briest gehören der Literatur des Realismus im 19. Jahrhundert an, wobei letzteres Werk, das knapp 40 Jahre später erschien als Flauberts Roman, auf den ersten Blick wie eine leicht abgewandelte Version des ersteren erscheint. Schon die Tatsache, dass beide Autoren von real existierenden Personen inspiriert wurden – Flaubert von „der mit einem Arzt verheirateten Bauerstochter Delphine Delamare“ und Fontane von der Adligen Freifrau von Ardenne – stellt eine erste Gemeinsamkeit dar, die aber auch dadurch relativiert wird, dass es sich um zwei unterschiedliche Stoffgrundlagen handelt. Insgesamt lässt sich bei eingehender Betrachtung feststellen, dass Fontanes Effi Briest durchaus eigenständigen Charakter besitzt und deshalb keinesfalls nur als ein von Madame Bovary abhängiges oder mit diesem Roman zu vergleichendes Werk gesehen werden sollte. Die grundlegenden Ähnlichkeiten resultieren hauptsächlich aus der gleichen Thematik der beiden Werke, die den Ehebruch junger Frauen behandelt, sowie der Epoche, für die ausführliche Beschreibungen der Räume, Personen und Umstände kennzeichnend sind. So beginnen auch beide Werke mit solch bildlichen Darstellungen, die dem Leser eine genaue Vorstellung des Beschriebenen vermitteln, wobei zu Anfang von Madame Bovary Charles Bovary an seinem ersten Tag in der Schule vorgestellt wird, Effi Briest jedoch mit der Schilderung des Elternhauses der Protagonistin in Hohen-Cremmen beginnt. Dieser Unterschied mag zunächst belanglos erscheinen, deutet jedoch schon auf eine weitere Differenz zwischen den Werken bezüglich der Bedeutung und den Rollen von Kultur und Natur hin, die in der vorliegenden Arbeit genauer ausgearbeitet werden sollen. Das lässt sich in diesen beiden Werken gut beobachten, da dem Leser einerseits sowohl die Natur- als auch die Kulturräume mithilfe von detaillierten Ausführungen nahe gebracht werden. Des Weiteren werden die beiden weiblichen Hauptfiguren bereits sehr früh mit bestimmten Attributen verknüpft, die sie mit jeweils einem der Räume stärker verbinden als mit dem anderen. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jugend und Elternhaus

2.1. Natur in Hohen-Cremmen und Les Bertaux

2.2. Kulturelle Erziehung der Protagonistinnen

3. Eheleben

3.1. Natur als Ausflucht

3.2. Bedeutung der Kunst/Kultur

4. Ehebruch und Liebhaber

4.1. Natur als von Normen befreiter Raum

4.2. Kultur als zu überwindende Einschränkung

5. Tod als Rückkehr in die Gesellschaft?

6. Schluss: Die Attribute Künstlichkeit und Natürlichkeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht vergleichend die Romane "Madame Bovary" von Gustave Flaubert und "Effi Briest" von Theodor Fontane, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur liegt. Es wird analysiert, wie die beiden Protagonistinnen durch gesellschaftliche Erwartungen und ihre jeweiligen Vorstellungen von Freiheit und Identität geprägt werden und inwiefern diese zur Flucht aus dem Alltag und letztlich zum Scheitern führen.

  • Vergleich der literarischen Darstellung von Naturräumen und deren Symbolik.
  • Analyse der kulturellen Erziehung und der sozialen Normierung der Protagonistinnen.
  • Untersuchung des Ehebruchs als Fluchtversuch aus gesellschaftlichen Konventionen.
  • Gegenüberstellung von "Natürlichkeit" (Effi) und "Künstlichkeit" (Emma) als bestimmende Attribute.
  • Betrachtung der Endstationen der Figuren im Hinblick auf eine Rückkehr in die Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

2.1. Natur in Hohen-Cremmen und Les Bertaux

Wie bereits eingangs erwähnt, beginnt Theodor Fontane seinen Roman mit einer für den Realismus typisch bildlich gehaltenen Beschreibung des Anwesens der von Briests in Hohen-Cremmen. Elsbeth Hamann spricht dabei treffend von einer „Skizze, [die] in Sprache umgesetzt“ wurde. Auffällig sind dabei die vielen Verweise auf die Natur, die etwa mit „helle[m] Sonnenschein“, „Rhabarberstauden“ und „kleinblättrigem Efeu“ beginnen. Ganz offensichtlich wird der Natur hier eine entscheidende Rolle zugewiesen.

Der Garten der Familie von Briest, „an dessen offener Seite man eines Teiches mit Wassersteg und angekettetem Boot und dicht daneben einer Schaukel gewahr wurde“, wirkt zunächst recht harmonisch und idyllisch. Dem Leser wird ein positives und heimeliges Gefühl in Bezug auf Effis Elternhaus vermittelt, das der einzigen Tochter alles bietet, was ihr junges Herz braucht, um zu einer Erwachsenen heran zu reifen und sie gleichzeitig glücklich macht. So erfährt die Natur an erster Stelle eine positive Konnotation, was gleichwohl im Einklang mit der Bezeichnung Effis als Naturkind steht.

Allerdings beschränkt sich der Erzähler in seinen Ausführungen bei weitem nicht auf die platte Verwendung des Wortfeldes 'Natur' als simples Mittel der Beschreibung. Deshalb lässt sich die „Funktion der Raumgestaltung […] kaum auf eine bloße Schilderung örtlicher Verhältnisse reduzieren“. Stattdessen schwingt dabei immer eine starke Widersprüchlichkeit mit, die den Charakter der Ambivalenz und Vorausdeutung trägt. So wird das Briestsche Grundstück beispielsweise durch eine Kirchhofsmauer begrenzt, die der Natur in zweierlei Sinn gegenübersteht: zum einen als etwas vom Menschen Gemachtes und zum anderen als mögliche Verknüpfung zum Tod, während die Natur eher mit dem Lebendigen bzw. mit dem stets neu und wieder entstehenden Leben verbunden wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt beide Werke in den Kontext des Realismus und legt den Fokus auf die Differenzen und Ähnlichkeiten bezüglich der Rollen von Natur und Kultur.

2. Jugend und Elternhaus: Dieses Kapitel vergleicht die Herkunft der Protagonistinnen und beleuchtet deren erste Prägung durch Natur und Erziehung.

3. Eheleben: Das Kapitel analysiert, wie die Protagonistinnen in ihrem Ehealltag versuchen, durch Natur oder kulturelle Ablenkung der Langeweile zu entkommen.

4. Ehebruch und Liebhaber: Hier wird der Ehebruch als Flucht aus den gesellschaftlichen Normen in den Naturraum untersucht und dabei auf die Unterschiede zwischen Effi und Emma eingegangen.

5. Tod als Rückkehr in die Gesellschaft?: Dieses Kapitel beleuchtet das Ende beider Frauen und die Frage, ob der Tod eine Reintegration in die gesellschaftliche Ordnung darstellt.

6. Schluss: Die Attribute Künstlichkeit und Natürlichkeit: Der Schluss fasst zusammen, dass Emmas Leben durch Künstlichkeit und Effis Leben durch Natürlichkeit geprägt ist, was beide zum Scheitern führt.

Schlüsselwörter

Realismus, Gustave Flaubert, Theodor Fontane, Madame Bovary, Effi Briest, Natur, Kultur, Ehebruch, gesellschaftliche Normen, Identität, Weiblichkeit, Literatur, Entsagung, Künstlichkeit, Natürlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit bietet einen vergleichenden literaturwissenschaftlichen Blick auf Flauberts "Madame Bovary" und Fontanes "Effi Briest", um das Verhältnis der weiblichen Hauptfiguren zu Natur und Kultur zu untersuchen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die literarische Raumgestaltung, die gesellschaftliche Erziehung, der Ehebruch als Fluchtbewegung und die symbolische Verknüpfung der Figuren mit Attributen wie Natur oder Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie unterschiedliche kulturelle und natürliche Einflüsse die Lebenswege von Emma Bovary und Effi Briest formen und warum beide Frauen letztlich an den gesellschaftlichen Normen scheitern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode des komparativen Literaturvergleichs, gestützt durch eine Analyse von Primärtexten und einschlägiger Sekundärliteratur zur Erzähltheorie und gender-spezifischen Rollenbildern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Herkunft, der Ehejahre, der Thematik des Ehebruchs und der Analyse der Todesumstände, wobei stets der Gegensatz von Konvention und persönlicher Freiheit im Fokus steht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Realismus, Natur vs. Kultur, gesellschaftliche Normen, Weiblichkeit und literarische Identitätskonstruktion beschreiben.

Warum wird Emma Bovary als "Female Quixote" bezeichnet?

Der Begriff bezieht sich auf ihre Tendenz, die Realität durch eine romantische, literarisch geprägte Wunschbrille wahrzunehmen, ähnlich wie Don Quijote, was sie von der tatsächlichen Lebenswirklichkeit entfremdet.

Welche unterschiedliche Bedeutung hat der "Naturraum" für die beiden Protagonistinnen?

Für Effi ist die Natur ein befreiender, elementarer Rückzugsort, der mit ihrer authentischen Naturverbundenheit korrespondiert, während Emma die Natur meist als Kulisse für ihre romantischen Fantasien nutzt oder sie aktiv durch kulturelle Konstrukte ersetzt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Gegensatz von Natur und Kultur in Flauberts "Madame Bovary" und Fontanes "Effi Briest"
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,3
Autor
Judith Schneider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V273761
ISBN (Buch)
9783656660903
ISBN (eBook)
9783656660927
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gegensatz natur kultur flauberts madame bovary fontanes effi briest
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Judith Schneider (Autor:in), 2013, Der Gegensatz von Natur und Kultur in Flauberts "Madame Bovary" und Fontanes "Effi Briest", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/273761
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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