Die Sportvereine zählen zu den wichtigen Institutionen der moderne Gesellschaft und übernehmen eine beachtliche Rolle in der Entwicklung der Jugendlichen ein. In welcher Größenordnung nimmt die soziale Umgebung der Kinder und Jugendlichen Einfluss auf den Eintritt und die Dauer der Mitgliedschaft in Sportvereinen? Wie wird die sportliche Einstellung durch die Herkunftsfamilie und den Peers geprägt? Welche Auswirkungen haben diese Faktoren auf die Bindung an den Sportvereinen?
1.2 Angaben zu den Untersuchungen
Auf den kommenden Seiten werden Ergebnisse der Untersuchung in Nordrhein-Westfalen zum Thema „ Sozialer Rückhalt für den Sportverein“ vorgestellt. Diese wurden 1992 in einer Jugendsportstudie in Nordrhein-Westfalen gesammelt und von Kurz, D. Sack, H.-G. & Brinkhoff, K.-P. in Kindheit, Jugend und Sport in Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Zu jeder Problemfrage wurden 500 bis 1500 Kinder und Jugendliche des 3. bis 13. Schuljahres mit Hilfe von Fragebögen befragt. Diese sind zum Zeitpunkt der Befragung Jetzt-Mitglieder, Nicht-Mehr-Mitglieder und Nie-Mitglieder. In einigen Untersuchungen wird zwischen Geschlecht und Bildungskarrieren unterschieden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung zum Thema
1.1 Problemlage und Zielstellung
1.2 Angaben zu den Untersuchungen
2 Bearbeitung der Fragestellungen
2.1 Gründe für das Austreten der Kinder und Jugendlichen aus den Sportvereinen
2.2 Sportvereinsmitglieder aus dem sozialen Umfeld
2.3 Sozialen Beziehungen zwischen Eltern und Sportverein
2.4 Elterliche Unterstützung für den Sport ihrer Kinder
2.5 Reaktionen des sozialen Umfeldes auf einen Vereinsaustritt
3 Zusammenfassung
4 Diskussionspunkte
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des sozialen Umfelds – insbesondere von Eltern, Freunden und Peers – auf die Aufnahme und Dauer der Mitgliedschaft von Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen basierend auf der Jugendsportstudie Nordrhein-Westfalen (1992).
- Soziale Einflussfaktoren auf den Vereinsbeitritt
- Die Rolle der Familie und des Freundeskreises
- Elterliche Unterstützung und emotionale Bindung zum Sport
- Geschlechts- und bildungsspezifische Unterschiede im Sportengagement
- Reaktionen des Umfelds bei Vereinsaustritten
Auszug aus dem Buch
2.1 Gründe für das Austreten von Kinder und Jugendlichen aus den Sportvereinen
Hier wurden 959 Schüler der 7. bis 13. Klassenstufe befragt, die zum Zeitpunkt der Befragung Mitglied eines Sportvereins waren. Sie sollten alle zutreffenden Gründe ankreuzen. Die nachstehende Tabelle gibt eine Übersicht über die Antworten, geordnet nach der Häufigkeit der Zustimmung. Außerdem wurden signifikante Unterschiede hervorgehoben.
1.) Sozialer Einfluss, z.B. „ weil ich dort schon Leute kannte“
2.) Sachbezogener Einfluss, z.B. „weil es mir wichtig war, das ich sportlich weiterkomme“
Auffallend ist, dass der Einfluss der Eltern, des Sportlehrers und des Arztes gering ausfällt. Größeren Einfluss haben Freunde und Bekannte. Im Leben eines Jugendlichen nehmen die Eltern eine Position auf der Reservebank ein, d.h. es ist viel wichtiger was Freunde oder gute Bekannte machen. Das Vorbild der Eltern wird so zu sagen in den Freundeskreis verlagert. In dieser Entwicklungsphase ist die Anerkennung und die soziale Nähe zu den Peers wesentlich wichtiger.
Weiterhin gibt es Unterschiede in den sachbezogenen Gründen. Gründe wie z.B. „Sportliches Weiterkommen“, „beste Trainingsmöglichkeiten“ und „ein besserer Trainer“ gewinnen an Gewicht, wenn der Verein gewechselt wird. Das sind meistens die Jugendlichen, die sportlich besonders interessiert sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung zum Thema: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz von Sportvereinen für die Jugend und stellt die Forschungsfragen bezüglich des Einflusses des sozialen Umfelds auf die Vereinsmitgliedschaft vor.
2 Bearbeitung der Fragestellungen: In diesem Hauptteil werden Daten aus der Jugendsportstudie NRW analysiert, um die Beweggründe für Vereinsbeitritte, die Bedeutung von Eltern und Freunden sowie die Reaktionen auf Austritte zu untersuchen.
3 Zusammenfassung: Das Fazit bestätigt die zentrale Rolle des sozialen Rückhalts und der peer-orientierten Gruppenakzeptanz für das langfristige Sportengagement.
4 Diskussionspunkte: Hier werden weiterführende Fragen aufgeworfen, die sich auf geschlechtsspezifische familiäre Anforderungen und die abnehmende emotionale Unterstützung im Jugendalter beziehen.
Schlüsselwörter
Sportvereine, Jugendsport, soziales Umfeld, Eltern-Kind-Beziehung, Peer-Group, Vereinsaustritt, Sportengagement, Jugendsportstudie, Breitensport, Wettkampfsport, Sozialisation, sportliche Bindung, Adoleszenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie das soziale Umfeld – insbesondere Familie und Freunde – die Entscheidung von Kindern und Jugendlichen beeinflusst, einem Sportverein beizutreten oder dort Mitglied zu bleiben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf den Eintrittsgründen in Sportvereine, der elterlichen Unterstützung, der Rolle des sozialen Umfelds bei Austritten und dem Einfluss der Bildungskarriere auf das Sportverhalten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Größenordnung des sozialen Einflusses auf die Dauer der Vereinsmitgliedschaft zu bestimmen und zu verstehen, wie sportliche Einstellungen durch Eltern und Peers geprägt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer quantitativen Auswertung der Daten der „Jugendsportstudie Nordrhein-Westfalen“ von 1992, für die 500 bis 1500 Schüler mittels Fragebögen befragt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Beitrittsgründen, den Stellenwert von Familienmitgliedern in Sportvereinen, das Ausmaß elterlicher Unterstützung und die wahrgenommenen Reaktionen bei Vereinsaustritt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Sportverein, soziales Umfeld, Jugendsoziologie, elterliche Unterstützung und Sportengagement.
Welchen Stellenwert nehmen Freunde im Vergleich zu den Eltern bei Jugendlichen ein?
Im Jugendalter verlagert sich die Anerkennung weg von den Eltern hin zu Peers; Freunde und Bekannte haben einen deutlich größeren Einfluss auf die Entscheidung zur Vereinsmitgliedschaft als die Eltern, die in dieser Phase eher eine „Reservebank-Position“ einnehmen.
Wie unterscheidet sich die Unterstützung von Eltern je nach sportlichem Niveau der Kinder?
Eltern nehmen den Vereinssport ihrer Kinder ernster, wenn diese am Wettkampfwesen teilnehmen, was sich in häufigerer Anwesenheit bei Wettkämpfen und dem Kennen des Trainers zeigt.
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- Rene Berner (Author), 2003, Sozialer Rückhalt für den Sportverein, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/26985