Die vorliegende Arbeit analysiert das Thema Freundschaft, insbesondere bei Kindern zwischen 3 und 6 Jahren. Im ersten Teil wird das Wort Freundschaft definiert um einen allgemeinen Grundstock für alle Leser zu schaffen. Im zweiten Teil wird genauer auf die Freundschaft im Kindesalter eingegangen. Der kindliche Entwicklungsprozess, die Bedeutung von Freundschaft für das Kind und das Stufenmodell von Selman werden genauer erläutert. Weiterführend wird die Anzahl der Freunde eines Kindes studiert. Im dritten Teil wird auf die Bedeutung der Gleichaltrigkeit eingegangen. Behandelt wird ebenfalls das Thema „Freundschaft mit Migrationshintergrund“. In unserer heutigen multikulturellen Gesellschaft wird es immer mehr zur Selbstverständlichkeit ein Leben unter verschiedenen Kulturen zu führen. Dies hat auch Einfluss auf das Leben unserer Kinder und ihre Freundschaften. Abschließend wird der Unterschied zwischen Freunden und Nicht-Freunden betrachtet. Dies soll dazu dienen nochmals zu veranschaulichen, wie Kinder schon in jungen Jahren eine solide und auf Vertrauen aufbauende Freundschaft führen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition: Freundschaft
3. Freundschaft im Kindesalter
3.1. Kindlicher Entwicklungsprozess der Freundschaft
3.2. Das Stufenmodell nach Selman
3.3. Bedeutung der Freundschaft für das Kind
3.4. Wie viele Freunde hat ein Kind?
4. Freundschaftsformen
4.1. Die Bedeutung der Peers
4.2. Freundschaften mit Migrationshintergrund
4.3. Freund - Nicht-Freund
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das Phänomen der Freundschaft bei Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren, um deren Bedeutung für die kindliche Entwicklung, die Entstehungsprozesse und die verschiedenen Ausprägungsformen zu durchleuchten.
- Definition und theoretische Einordnung des Begriffs Freundschaft
- Psychologische Entwicklungsprozesse und das Stufenmodell nach Selman
- Einflussfaktoren bei der Auswahl von Freunden im Kindergartenalter
- Bedeutung von Gleichaltrigen (Peers) für die soziale Kompetenz
- Besonderheiten von Freundschaften mit Migrationshintergrund
Auszug aus dem Buch
3.1. Kindlicher Entwicklungsprozess der Freundschaft
Das Bild von Freundschaft hat sich stark gewandelt. Wurde zuerst behauptet, Freundschaft wäre nur bei Männern, aber auf keinen Fall bei Frauen möglich (vgl. Wagner 1994, S.2), so ist die Meinung heute, dass sogar Kinder eine große Bedeutung in der Freundschaft sehen und durchaus in der Lage sind diese zu praktizieren.
Die Grundbausteine für die Fähigkeit eine Freundschaft führen zu können, werden schon sehr früh im Babyalter gelegt. Menschen sind von Geburt an gewillt zu anderen Mitbürgern Verbindungen aufzunehmen. Dieser Drang ist lebenssichernd. Ohne Liebe und Kommunikation stirbt der Mensch.
Friedrich II. von Hohenstaufen ließ ein Experiment durchführen, dass dies auf tragische Weise belegt. Neugeborene wurden von Ammen mit Nahrung, aber nicht mit Zuneigung versorgt. Die Ammen durften weder mit den Kindern reden, noch ihnen liebevolle Berührungen zukommen lassen. Nach geraumer Zeit sind alle Kinder verstorben (vgl. Psychologie Lexikon: Psychologie 48.com. Waisenkinderversuche).
Säuglinge reagieren auf das Weinen und Schreien eines anderen Kindes in ihrer Nähe, indem sie es ihm gleichtun. Sie können jedoch aufgrund ihres Entwicklungsstandes keinen Kontakt zu dem Kind aufnehmen. Etwas später sind sie dann durch ihr Lachen und das Hervorbringen von Lauten in verschieden Tonlagen in der Lage, eine Konversation zu ihren Mitmenschen aufzubauen. Nachdem sie Laufen und Sprechen gelernt haben, eröffnen sich ihnen ganz neue Wege Menschen kennenzulernen. Mit 1 1/2 Jahren versucht das Kind, zum Beispiel durch das Anbieten von Spielzeug, mit anderen Kindern in Kontakt zu treten (vgl. Honig 1998, S. 6). Damit ein Kind Freundschaften schließen kann, muss es erkannt haben, dass es ein „Du“ und ein „Ich“ gibt. Nun hat es sich selbst gefunden und ist fähig erste freundschaftliche Annäherungen zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Freunden für den Menschen dar und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Thema Freundschaft bei 3- bis 6-jährigen Kindern zu analysieren.
2. Definition: Freundschaft: Dieses Kapitel nähert sich dem Begriff der Freundschaft sprachlich sowie philosophisch und beleuchtet die Komplexität und Einzigartigkeit zwischenmenschlicher Bindungen.
3. Freundschaft im Kindesalter: Hier werden der kindliche Entwicklungsprozess, das Stufenmodell nach Selman sowie die allgemeine Bedeutung von Freundschaft und die Häufigkeit von Kontakten im Kindesalter untersucht.
4. Freundschaftsformen: Das Kapitel betrachtet die Rolle der Gleichaltrigen, die Dynamik von Freundschaften bei Kindern mit Migrationshintergrund und die Unterscheidung zwischen Freunden und Nicht-Freunden.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die Erkenntnisse zur Wichtigkeit frühkindlicher Freundschaften für das weitere soziale Aufwachsen und betont die Rolle der Unterstützung durch Erwachsene.
Schlüsselwörter
Freundschaft, Kindesalter, soziale Entwicklung, Selman, Stufenmodell, Gleichaltrige, Peers, Kindergarten, Sozialisation, Migrationshintergrund, Bindung, Interaktion, soziale Kompetenz, Spielkameraden, Vertrauen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Freundschaft bei Kindern im Kindergartenalter (3-6 Jahre) und deren Bedeutung für die soziale und persönliche Entwicklung.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Analyse ab?
Die Arbeit behandelt die Definition von Freundschaft, kindliche Entwicklungsschritte, das Stufenmodell von Selman sowie spezifische Freundschaftsformen wie interkulturelle Kontakte und die Rolle von Peers.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kinder schon in jungen Jahren stabile, auf Vertrauen basierende Freundschaften schließen und welche Faktoren diese Prozesse beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis bestehender entwicklungspsychologischer Studien und Forschungsergebnisse, wie etwa der World Vision Kinderstudie, das Thema theoretisch fundiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die entwicklungspsychologische Einordnung der Freundschaftsbildung im Kindesalter sowie die Analyse unterschiedlicher Freundschaftsformen und ihrer Einflussfaktoren.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Freundschaftsentwicklung, soziale Kompetenz, Peers, Selman-Modell, Bindung und interkulturelle Freundschaften.
Warum ist das Stufenmodell nach Selman für die Arbeit relevant?
Das Modell hilft zu verstehen, dass sich das Freundschaftsverständnis bei Kindern schrittweise entwickelt und eng mit der kognitiven Reife verknüpft ist.
Welchen Einfluss hat der Migrationshintergrund auf Kinderfreundschaften?
Die Arbeit stellt fest, dass mit zunehmendem Alter und durch schulische Kontakte die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund in Peers mit einheimischen Kindern zunimmt.
- Arbeit zitieren
- Alisa Kuptz (Autor:in), 2012, Freundschaft zwischen Kindern im Alter von 3-6 Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/265383