Anhand der Darstellung der Handhabung des Themas „Single“ in populärwissen-schaftlichen Magazinen wird durch entsprechende wissenschaftliche Literatur diese Art der Lebensform in modernen Risikogesellschaften genauer betrachtet.
Dazu wird nach einer Klärung des Begriffs „Lebensform“ unter soziologischen Gesichtspunkten die Entwicklung der Risikogesellschaft mit ihren typischen Lebensformen durch den Wandel von Lebensformen in der Moderne beschrieben.
Die Lebensform „Single“ wird nach einer begrifflichen Klärung und Eingrenzung anhand typischer Merkmale beschrieben und deren gesellschaftliche Auswirkungen und Folgen aufgezeigt.
Abschließend wird kritisch Stellung bezogen, ob es sich bei der Lebensform „Single“ typischerweise um eine großstädtische Lebensform in postmodernen Risikogesellschaften handelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklung moderner Lebensformen in der Risikogesellschaft
2.1. Begriffsdefinition „Lebensform“
2.2. Zum Wandel von Lebensformen in der Moderne
2.3. Entwicklung der „Risikogesellschaft“
3. „Single“ als typisch großstädtische Lebensform
3.1. Begriffsdefinition „Single“
3.2. „Single“ und soziale Netze
3.3. „Single“ und Arbeiten
3.4. „Single“ und Wohnen
3.4. „Single“ und Freizeit
4. Gesellschaftliche Auswirkungen der Lebensform „Single“
5. Kritische Stellungnahme zu den vorgestellten Theorien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensform „Single“ vor dem Hintergrund der Risikogesellschaft und analysiert, inwieweit das Alleinleben als typisches, urbanes Phänomen betrachtet werden kann, während sie gleichzeitig die sozioökonomischen Bedingungen und die gesellschaftlichen Auswirkungen kritisch hinterfragt.
- Entwicklung und Wandel moderner Lebensformen
- Die Konzeption der Risikogesellschaft nach Beck
- Typologie und Abgrenzung des Single-Begriffs
- Einfluss von Urbanisierung und Arbeitswelt auf Lebensentwürfe
- Psychosoziale Aspekte und gesellschaftliche Folgen des Alleinlebens
Auszug aus dem Buch
3.1. Begriffsdefinition „Single“
Während beim Alleinwohnenden im Allgemeinen erwachsene Personen bezeichnet werden, welche die Merkmale „alleine wohnen“ und „alleine wirtschaften“ aufweisen, können folglich zu dieser Gruppe auch Ledige, Geschiedene, verheiratet Getrenntlebende, Verwitwete sowie Personen in einer stabilen Intimbeziehung (living-apart-together) zu einer anderen Person dazugezählt werden. Alleinwohnende weisen bis auf die Altersspanne die gleichen Kriterien des Single in der weiten Begriffsdefinition auf, denn diese Definition enthält als Kriterien lediglich die beiden Merkmale „Einpersonenhaushalt“ und eine „Altersspanne von 25 bis 55 Jahren“. So würden nach dieser Definition sowohl ein 50jähriger Geschiedener, der mit dieser Lebensform unglücklich ist und nur zu gerne eine Partnerin hätte, ebenso wie eine 28jährige Akademikerin, die ihre Autonomie ausleben und ihre berufliche Karriere nicht durch eine Familie schmälern möchte, dazuzählen.
Nach der weiten Definition würden im Jahr 1995 ca. 10% der Bevölkerung in Deutschland als Singles zählen, während es bei der engen Definition lediglich 3% wären. In der Abgrenzung zu Alleinwohnenden weisen Singles nach der engen Definition nämlich grundsätzlich das Merkmal auf, dass sie sich freiwillig für ein unbefristetes Alleinwohnen entschieden haben, so dass neben bestimmten inneren Motiven das Beziehungsverhalten „keinen festen Partner zu haben“ und „aus eigenem Willen längere Zeit allein leben zu wollen“ hinzutreten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die mediale Darstellung des Single-Daseins im Kontrast zur wissenschaftlichen Fachliteratur und führt in die Problematik des Wertewandels ein.
2. Entwicklung moderner Lebensformen in der Risikogesellschaft: Dieses Kapitel erörtert theoretische Ansätze zum Wandel von Lebensformen unter besonderer Berücksichtigung der Risikogesellschaft und der Veränderung der Familienstruktur.
3. „Single“ als typisch großstädtische Lebensform: Hier wird der Anstieg des Alleinlebens analysiert, wobei Schwerpunkte auf soziale Netzwerke, Arbeitswelt, Wohnverhältnisse und Freizeitgestaltung gelegt werden.
4. Gesellschaftliche Auswirkungen der Lebensform „Single“: Dieses Kapitel beleuchtet die Folgen des Single-Daseins für das Gesundheitssystem, die Demografie und die städtische Infrastruktur.
5. Kritische Stellungnahme zu den vorgestellten Theorien: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der empirischen Datengrundlage und der Diskrepanz zwischen populärwissenschaftlicher Wahrnehmung und soziologischer Realität.
Schlüsselwörter
Single, Lebensform, Risikogesellschaft, Individualisierung, soziale Ungleichheit, Einpersonenhaushalt, Urbanisierung, postmaterialistische Werte, demografischer Wandel, Lebensbedingungen, Beziehungsnetze, Familiensoziologie, Selbstverwirklichung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit untersucht, inwiefern der „Single“ als typische Lebensform in modernen Risikogesellschaften und insbesondere in Großstädten eingeordnet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen der Wandel der Familienstrukturen, der Individualisierungsprozess, die Definition von Lebensformen und die sozioökonomischen Auswirkungen des Alleinlebens.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist eine kritische Analyse des Single-Phänomens unter Abgrenzung von populärwissenschaftlichen Darstellungen und theoretischen soziologischen Modellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse soziologischer Theorien und der Auswertung bestehender empirischer Studien zur Familien- und Sozialstruktur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Single-Dasein in Bezug auf soziale Netze, die Bedeutung von Arbeit, das Wohnverhalten und die spezifische Freizeitgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Risikogesellschaft, Individualisierung, Alleinleben, soziale Netzwerke und der Wandel der Arbeitswelt.
Warum wird zwischen enger und weiter Definition von Singles unterschieden?
Die Unterscheidung ist notwendig, um freiwillig Alleinlebende („Überzeugte“) von Personen zu differenzieren, die aufgrund externer Umstände oder unfreiwillig allein leben.
Welche Bedeutung kommt der Stadt für Singles zu?
Die Stadt bietet eine anonyme Freiheit und eine spezifische Infrastruktur, die das Alleinleben erleichtert und fördert, weshalb der Single als „Großstadtphänomen“ gilt.
Welche Rolle spielt die „romantische Liebesehe“ in der Analyse?
Sie dient als historischer Referenzpunkt, um den Wandel normativer Vorstellungen und die spätere Entwertung der klassischen Familienform in der Moderne zu verdeutlichen.
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- Carsten John (Author), 2013, Lebensstil „Single“ als typische Lebensform moderner Risikogesellschaften?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/263327