Da der wichtigste Aspekt einer gelingenden Integration das Erlernen und
Beherrschen der deutschen Sprache ist, ist es wichtig, diese bei in Deutschland
aufwachsenden Kindern mit Migrationshintergrund von Anfang an zu fördern. Sie hat
nämlich nicht nur im Bildungsbereich, sondern auch als Kommunikationsmittel - und
somit für die Sozialisation - eine sehr große Bedeutung.
Im ersten Teil dieser Hausarbeit möchte ich deshalb auf Fördermaßnahmen für
Kinder mit Deutsch als Zweitsprache eingehen und erarbeiten, was bei der
Förderung berücksichtigt werden muss. Im Mittelpunkt steht dabei der Ablauf des
Wortschatzerwerbs und dessen Erweiterung sowie das Aufzeigen von
Gestaltungsmöglichkeiten der Sprachförderung für DaZ-Kinder.
Den Hauptteil dieser Ausarbeitung bildet das Thema „Bedeutung der Erstsprache“.
Dabei geht es vor Allem darum, weshalb die Muttersprache der Kinder mit
Migrationshintergrund bei diesen Fördermaßnahmen nicht in den Hintergrund rücken
soll, wie man sie in die Sprachförderung miteinbeziehen kann und welche
Folgerungen für die Praxis sich aus bisher gemachten Erfahrungen und erlangten
Erkenntnissen für die Förderung ergeben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Fördermaßnahmen Wortschatzerwerb
1.1 Allgemein
1.2 Fördermaßnahmen Wortschatz
1.3 Fördermaßnahmen Verbentwicklung
2. Die Bedeutung der Erstsprache
2.1 Sprache und Bindung
2.2 Miteinbezug der Erstsprache in die Förderung
2.2.1 Theorien zum Zweitspracherwerb
2.3 Folgen für die Praxis
2.3.1 Literacy-Förderung
Fazit
Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht effektive Fördermaßnahmen für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache, wobei der Fokus auf dem Wortschatzerwerb sowie der essentiellen Bedeutung und Einbindung der Erstsprache für einen erfolgreichen Bildungsprozess liegt.
- Strategien zur individuellen Sprachförderung im Bereich Wortschatz und Verben
- Bedeutung der Erstsprache für die Identitätsbildung und emotionale Sicherheit
- Theoretische Ansätze zum Zweitspracherwerb
- Praktische Umsetzung von Literacy-Förderung im Kindergartenalltag
Auszug aus dem Buch
1.2 Fördermaßnahmen Wortschatz
Dass ein Kind Probleme im Bereich des Wortschatzes aufweist und dringend Fördermaßnahmen einzuleiten sind, kann man an unflüssiger Sprache erkennen. Diese ist zum Beispiel durch häufige Satzabbrüche oder dem Benutzen von Füllwörtern (z.B. „ähm“, „hm“, „äh“) sowie Vielzweckwörter („Dings“, „das da“) gekennzeichnet. Oft werden auch Gebärden oder Umschreibungen benutzt, um etwas zu formulieren oder erklären.
Jeder Mensch verfügt über ein mentales Lexikon, indem alle gelernten Wörter und deren Bedeutungen nach Kriterien sortiert, abgespeichert und durch ein „semantisches Netz“ miteinander verknüpft sind. Damit man den Wortschatz gezielt und wirkungsvoll aufbauen kann, sollte man den Aufbau und die Funktion dieses inneren Lexikons gut kennen. Beim Erwerb neuer Wörter entwickelt sich ein Netzwerk von Bedeutungen, von denen jede einzelne wiederum mit vielen anderen, weiteren Bedeutungen verknüpft ist. Eine Wortschatzerweiterung ist also ein Ausbau des bisher vorhandenen und aufgebauten Bedeutungsnetzwerkes.
Für die Sprachförderpraxis bedeutet dies, dass man in Wortfeldern (semantischen Feldern) arbeiten sollte und nicht unbedingt nach Kategorien, da sich sonst keine komplexen Netzwerke bilden können. In diesem Fall wären die Worte nämlich nicht stabil verankert, in den konkreten Situationen nicht abrufbar (Wortfindungsschwierigkeiten) oder werden sogar wieder gänzlich vergessen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einführung thematisiert die steigende Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland und verdeutlicht die Notwendigkeit einer frühzeitigen Sprachförderung für eine gelingende Bildungsintegration.
1. Fördermaßnahmen Wortschatzerwerb: Dieses Kapitel erläutert, wie durch die Analyse des Sprachstands und gezielte Maßnahmen in semantischen Wortfeldern der Wortschatz und die Verbkenntnisse bei DaZ-Kindern effektiv erweitert werden können.
2. Die Bedeutung der Erstsprache: Hier wird dargelegt, warum die Erstsprache als Grundlage für Bindung und Identität nicht vernachlässigt werden darf und wie theoretische Hypothesen zum Zweitspracherwerb die Praxis beeinflussen.
Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Sprachförderung individuell erfolgen muss und eine wertschätzende Einbeziehung der Erstsprache unverzichtbar ist, um die Zweitsprachkompetenzen nachhaltig zu stärken.
Schlüsselwörter
Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Wortschatzerwerb, Erstsprache, Mehrsprachigkeit, Bildungsintegration, Mentales Lexikon, Semantische Felder, Sprachförderung, Literacy-Förderung, Frühkindliche Bildung, Sprachstandserhebung, Bindungstheorie, Migration, Sprachentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund, wobei der Schwerpunkt auf dem Wortschatzerwerb und der Rolle der Muttersprache liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören Förderstrategien für Wortschatz und Grammatik, die Bedeutung der Erstsprache für die emotionale Entwicklung sowie Konzepte der Literacy-Förderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Gestaltungsmöglichkeiten für die Sprachförderung aufzuzeigen, die sowohl den Zweitspracherwerb effizient unterstützen als auch die Erstsprache wertschätzend integrieren.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf theoretische Hypothesen zum Zweitspracherwerb (z.B. Kontrastiv-, Identitäts-, Interlanguage- und Interdependenzhypothese) sowie auf pädagogische Erkenntnisse zur Sprachförderpraxis.
Was steht im Hauptteil der Untersuchung?
Im Hauptteil werden konkrete Maßnahmen zur Wortschatzerweiterung, die Bedeutung der Mutter-Kind-Bindung für den Spracherwerb und Methoden zur Förderung von Literalität im Kindergartenalltag detailliert erörtert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie DaZ-Förderung, semantische Netzwerke, Literacy, Mehrsprachigkeit und Bildungsintegration beschreiben.
Warum ist die Arbeit mit semantischen Feldern so effektiv?
Das Arbeiten in Wortfeldern entspricht der Struktur des mentalen Lexikons und ermöglicht eine stabilere Verankerung neuer Begriffe, was Wortfindungsschwierigkeiten vorbeugt.
Welche Rolle spielt die „sichere Bindung“ für den Spracherwerb?
Eine sichere Bindung zur Bezugsperson bildet die emotionale Basis, auf der sich Sprache als wichtigstes Kommunikationsmittel umfassend entwickeln kann.
Wie kann Literacy-Förderung im Alltag konkret aussehen?
Dies kann durch Aktivitäten wie Bilderbuchbetrachtungen, freies Erzählen im Stuhlkreis oder das spielerische Kennenlernen von Schriftzeichen und Büchern im Kindergarten geschehen.
- Arbeit zitieren
- Nadine Wackenhut (Autor:in), 2013, Deutsch als Zweitsprache: Fördermaßnahmen zum Wortschatzerwerb und Bedeutung der Erstsprache, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/233040