Die Idee der vorliegenden Arbeit war eine (qualitativ-empirische) "Bestandsaufnahme" der Staudinger-Gesamtschule "von innen", zur Sichtbarmachung deren aus langer Erfahrung gewonnener Details für Wisssenschaft, die spätere eigene Praxis und womöglich auch den Zugewinn lokaler Lehre. Nach einiger Überlegung wurde zentrales Forschungsanliegen der kleinen Fallstudie die Untersuchung typischer Besonderheiten einer Ganztagsschule, im speziellen die Förderung sozialer Kompetenzen durch spezielle Maßnahmen und Zusammenarbeit mit den vernetzten Institutionen. Dies hatte seine Basis in einigen Erkenntnissen empirischer Forschung über die Wirksamkeit ersteren, dem Wunsch nach Vertiefung letzteren im verantwortenden Seminar "Pädagogik der Ganztagsschule" sowie auch den besonderen Umständen.
Inhaltsverzeichnis
1 Ganztagsschule: Theorie und Empirie
1.1 Sinn und Hintergründe
1.2 Strukturformen und Varianten
1.3 Ergebnisse empirischer Forschung
2 Die Staudinger-Gesamtschule
2.1 Übersicht
2.2 Unterricht
3 Soziales Lernen
3.1 „Soziale Arbeit“ im Klassenzimmer
3.2 Sport und Sportprofil
3.3 Weiterführende Beobachtungen
4 Vernetzung
4.1 Stadtteilbibliothek
4.2 Elternmitarbeit und Förderkreis
4.3 Kinder- und Jugendtreff
5 Auswertung und Fazit
5.1 Curriculare Vernetzung
5.2 Soziales Lernen
5.3 Anmerkungen und Lernerfahrungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel einer qualitativen Bestandsaufnahme der Staudinger-Gesamtschule, um deren schulspezifische Strukturen, insbesondere in den Bereichen soziales Lernen und die Kooperation mit vernetzten Institutionen, wissenschaftlich zu beleuchten und für die Praxis sowie die Lehre aufzubereiten.
- Analyse der theoretischen und empirischen Grundlagen von Ganztagsschulen
- Detaillierte Untersuchung des Staudinger-Modells und seiner Besonderheiten
- Evaluation des sozialen Lernens im schulischen Alltag
- Untersuchung der Vernetzung der Schule mit externen Institutionen
- Qualitative Auswertung im Sinne der Grounded Theory
Auszug aus dem Buch
Die „Staudi“.
Die weiter entfernte Haslacher Staudinger-Gesamtschule ist per se ein Produkt einer ähnlich gearteten Intention. Vor 40 Jahren als Produkt einer damals nötigen Bildungsreform hin zur Chancengleichheit auch etwas vernachlässigter Randgruppen im Alleingang im nahen Umfeld gebaut, ist sie heute mit ihren Schülern zusammen eigentlich etwas vernachlässigt. Und letztlich auch dort zu finden, wo jeder seine Schüler „gerne“ hätte. Dezentral, umgeben von Grün, isoliert durch „Mauern aus Büschen“ und einen Bach, sowie durch eine Brücke vom nahen Zentrum Haslachs getrennt. Relativ isoliert, und damit eine „Schulfestung“, die sich etwas verborgen präsentiert. Obwohl in lokalen Medien wie der Badischen Zeitung ständig präsent, ist sie eher „weg“ aus der Forschung und Lehre der PH, möglicherweise wegen ihres Alters, oder auch einiger (mäßiger) Erfahrungen mit ihrer Verwaltung. In den 70er Jahren wurde sie dagegen als innovativ gesehen, denn im Versuch der Erneuerung des bestehenden tradierten Drei-Klassen-Sekundarschulen wurden ab 1969 einige „experimentelle“ Schulen gestartet, die jenes durch „...ein horizontal gegliedertes“ System zu ersetzen hatten. Resultat war die Initiative der 70er Jahre der Etablierung reformierter (oder neu geformter) Sekundarschulen, die letztlich auch die „Staudi“(Nickname) verantwortete.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ganztagsschule: Theorie und Empirie: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Definitionen, Strukturformen und die Ergebnisse empirischer Forschung zur Wirksamkeit von Ganztagsschulen.
2 Die Staudinger-Gesamtschule: Hier erfolgt eine detaillierte Beschreibung der Staudinger-Gesamtschule, ihrer pädagogischen Ausrichtung sowie der Organisation des Unterrichts.
3 Soziales Lernen: Dieses Kapitel befasst sich mit den konkreten Maßnahmen der Schule zur Förderung sozialer Kompetenzen und Sportaktivitäten sowie subjektiven Beobachtungen zum Schulklima.
4 Vernetzung: Der Fokus liegt auf der Kooperation der Schule mit externen Institutionen wie der Stadtteilbibliothek, dem Elternbeirat und dem Jugendtreff.
5 Auswertung und Fazit: Abschließend werden die Erkenntnisse der Arbeit zusammengeführt und in Form von Thesen im Sinne einer qualitativen Forschung ausgewertet.
Schlüsselwörter
Ganztagsschule, Staudinger-Gesamtschule, Soziales Lernen, Schulentwicklung, Vernetzung, Bildungspolitik, Qualitative Empirie, Schulalltag, Pädagogik, Förderkreis, Jugendtreff, Chancengleichheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Staudinger-Gesamtschule in Freiburg-Haslach als Fallbeispiel einer Ganztagsschule und untersucht deren Strukturen, das soziale Lernen sowie die Kooperation mit lokalen Institutionen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der Ganztagsschule, die spezifische Organisation der Staudinger-Schule, Strategien zur Förderung sozialen Lernens und die Vernetzung mit dem Schulumfeld.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist eine qualitative Bestandsaufnahme, um Details zur schulischen Praxis sichtbar zu machen und Erkenntnisse für die wissenschaftliche Lehre und zukünftige Schulentwicklung zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine qualitative-empirische Bestandsaufnahme, die auf Beobachtungen, Auswertungen von Dokumenten und Experteninterviews basiert, angelehnt an die Grounded Theory.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung von Ganztagsschulen, die detaillierte Darstellung des Staudinger-Konzepts, die Analyse sozialer Lernprozesse und die Untersuchung der Vernetzung mit externen Akteuren.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Neben dem zentralen Begriff der Ganztagsschule prägen Begriffe wie soziales Lernen, Schulentwicklung, institutionelle Vernetzung und qualitative Forschung die Arbeit.
Welche Rolle spielen die externen Institutionen wie die Stadtteilbibliothek für das Schulkonzept?
Die externen Institutionen werden als wichtige Kooperationspartner betrachtet, deren Integration jedoch in der Praxis auf unterschiedliche Resonanz bei Schülern und Lehrkräften stößt.
Wie bewertet der Autor das Schulklima an der Staudinger-Gesamtschule?
Das Schulklima wird als subjektiv angenehm und von einer „laissez-faire“-Kultur geprägt beschrieben, die den inneren Zusammenhalt fördert, jedoch gleichzeitig Herausforderungen in der Verwaltung und administrativen Vernetzung aufweist.
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- M.A. Christopher Knapp (Author), 2012, Vernetzung und soziales Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/215010