Im Rahmen des Seminars Konturen theologischer Anthropologie soll in dieser Arbeit das Thema „Wie „Glaube“ von Sören Kierkegaard definiert wird“ behandelt werden. Ziel ist es dabei, eine verständliche Begriffserklärung herauszuarbeiten und auf der Grundlage seines Werkes „Die Krankheit zum Tode“ zu beleuchten. Besonders wichtig erscheint in diesem Rahmen, den Bezug zum Menschen herzustellen und sein Verhältnis zu Gott zu klären. Deshalb soll folgendermaßen vorgegangen werden: Zunächst muss geklärt werden, wie der Mensch von Sören Kierkegaard beschrieben wird, wobei der Begriff des Selbst zentral ist. Davon ausgehend kann erläutert werden, in welchem geistigen Zustand sich ein Mensch befinden kann, da hier mit der Verzweiflung ein weiteres fundamentales Thema Kierkegaards auftritt. Bevor nun ausführlich geschildert werden kann, was Glaube ist, muss darauf eingegangen werden, was uns überhaupt dazu befähigt zu glauben. Schließlich soll dann im Schlussteil ein Ausblick geboten werden, welche Bedeutung der herausgearbeitete Glaubensbegriff für den Menschen und das menschliche Selbstverständnis hat. Um den Rahmen einer Proseminararbeit nicht zu sprengen, kann hier kein Vergleich zu anderen Glaubensdefinitionen geboten werden, genauso wenig wie die ausführliche Erklärung und Verdeutlichung der Begriffe Sünde und Verzweiflung. An verschiedenen Stellen im vorliegenden Text wird synonym von Mensch und Selbst gesprochen. Dabei stellt der Mensch jenes Wesen dar, welches ein Selbst besitzt, also wie weiter unten ausgeführt wird, die Synthese der beiden Extreme reflektiert.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Haupttext: „Wie Glaube von Sören Kierkegaard definiert wird.“
1. Klärung grundlegender Begriffe
2. Grundlagen zum Glauben
3. Ausführung Kierkegaards Verständnis des Glaubens
III. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage von Sören Kierkegaards Werk „Die Krankheit zum Tode“, wie der Begriff des Glaubens definiert wird, und beleuchtet dabei das Verhältnis des Menschen zu Gott sowie die Bedeutung der Verzweiflung und der Freiheit für das menschliche Selbstverständnis.
- Anthropologische Grundlagen und der Begriff des Selbst bei Kierkegaard
- Die Analyse der Verzweiflung als „Krankheit im Geist“
- Die Rolle der Freiheit und der „absoluten Wahl“ für den Glaubensakt
- Kierkegaards Definition des Glaubens als Durchsichtigkeit in Gott
- Das Spannungsfeld zwischen der menschlichen Existenz und der göttlichen Macht
Auszug aus dem Buch
1. Klärung grundlegender Begriffe
Grundlegend für Kierkegaards Darstellung des Menschen und des Glaubensbegriffs ist die Frage, was den Mensch zum Menschen macht. Dafür ist es wichtig zu erläutern, was das Selbst ist. Der Mensch, laut Kierkegaard, ist zu allererst eine Synthese zweier Extreme, nämlich „aus Unendlichkeit und Endlichkeit, aus dem Zeitlichen und dem Ewigen, aus Freiheit und Notwendigkeit“. Diese Synthese, also das Verhältnis zwischen zweien, macht den Menschen noch nicht zum Selbst. Erst dadurch, dass er sich dieser Synthese bewusst wird und es reflektiert, wird der Mensch zum Selbst. Es ergibt sich somit ein weiteres Verhältnis. Kierkegaard führt weiter an, dass das Selbst, also dieses zu sich selbst verhaltende Verhältnis, gesetzt sein muss. Dabei kann es sich selbst setzen oder von einem Anderen gesetzt sein. Es bleibt noch zu klären, wer oder was diese das Selbst setzende Macht ist. Für den Christen stellt schließlich Gott diese Macht dar. Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass laut Kierkegaard der Mensch durch ein dreifaches Verhältnis ein Selbst erhält und gesetzt wird. Erstens das Verhältnis zwischen den beiden Polen, also die Synthese, zweitens die Reflexion über diese Extreme und drittens das Verhältnis zu der Macht, die das Selbst setzt.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Sören Kierkegaard den Glauben definiert, und skizziert den methodischen Aufbau der Untersuchung sowie das Menschenbild des Autors.
II. Haupttext: „Wie Glaube von Sören Kierkegaard definiert wird.“: Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung des Selbst, die Grundlagen der menschlichen Wahlfreiheit und die detaillierte Ausarbeitung des Glaubensbegriffs als Gründung des Selbst in Gott.
III. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die Komplexität des Kierkegaardschen Glaubensbegriffs zusammen und betont die untrennbare Verbindung zwischen der menschlichen Freiheit und der göttlichen Setzung.
Schlüsselwörter
Sören Kierkegaard, Glaube, Die Krankheit zum Tode, Mensch, Selbst, Verzweiflung, Gott, Freiheit, Synthese, Geist, Sünde, Anbetung, Existenz, Unendlichkeit, Endlichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Verständnis und der Definition des Glaubensbegriffs bei dem dänischen Philosophen und Theologen Sören Kierkegaard, basierend auf seinem Werk „Die Krankheit zum Tode“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das menschliche Selbstverständnis, die Struktur der Verzweiflung, die Rolle der Freiheit in der menschlichen Entscheidung und die Beziehung des Individuums zu Gott.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, eine verständliche Begriffserklärung des Glaubens nach Kierkegaard herauszuarbeiten und dabei aufzuzeigen, wie das Selbst durch seine Gründung in Gott aus der Verzweiflung herausfindet.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Textanalyse, bei der Kierkegaards anthropologische und theologische Kategorien aus seinen Werken „Die Krankheit zum Tode“ und „Entweder – Oder“ systematisch aufeinander bezogen werden.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil behandelt die dreifache Struktur des menschlichen Selbst, die verschiedenen Formen der Verzweiflung (wie Trotz oder Schwäche) und die Stufen des Weges hin zum Glauben.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben dem zentralen Begriff des „Glaubens“ sind die Begriffe „Selbst“, „Verzweiflung“, „Gott“ und „Freiheit“ essenziell für das Verständnis der Arbeit.
Inwiefern spielt das Konzept der „Synthese“ bei Kierkegaard eine Rolle?
Die Synthese beschreibt den Menschen als ein Wesen, das zwischen Extremen wie Endlichkeit und Unendlichkeit oder Freiheit und Notwendigkeit steht. Das Selbst entsteht laut Kierkegaard erst durch die bewusste Reflexion dieser Synthese.
Warum betrachtet Kierkegaard die Verzweiflung nicht als rein psychologisches, sondern als theologisches Phänomen?
Weil die Verzweiflung als „Krankheit im Geist“ das Verhältnis des Menschen zu Gott betrifft. Sie ist Ausdruck einer gestörten oder noch nicht in Gott gegründeten Existenz.
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- Tobias Schricke (Author), 2012, Wie Glaube von Sören Kierkegaard definiert wird, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/214658