In der vorliegenden Hausarbeit soll es um die Frage gehen, ob das Werk "Le Voyeur" des Nouveau Romanciers Alain Robbe-Grillet einem Kriminalroman entspricht. Dazu werden vergleichende Kriterien untersucht, um daraus eine Prognose ableiten zu können. Zunächst soll jedoch Robbe Grillet selbst vorgestellt werden, wie auch der Inhalt und der Aufbau des genannten Romans. Im Anschluss werden der typische Kriminalroman und dessen Merkmale kurz vorgestellt. Anhand dessen werden danach gemeinsame, sowie unterscheidende Punkte zum Werk "Le Voyeur" erläutert. Die Erzählperspektive wird dabei gesondert betrachtet. In einem abschließenden Fazit wird durch den Autor der vorliegenden Arbeit aufgezeigt, inwieweit das zu untersuchende Werk einem Kriminalroman entspricht und die Gründe dafür benannt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. "Le Voyeur" von Alain Robbe-Grillet
2.1. Leben und Wirken Alain Robbe-Grillets
2.2. Inhaltszusammenfassung von "Le Voyeur"
2.3. Der Aufbau des Romans
3. Zur Thematik des Kriminalromans
3.1. Was zeichnet einen Kriminalroman aus?
3.2. Welche Elemente sind davon in "Le Voyeur" zu finden?
3.3. Unterschiede von "Le Voyeur" zum Kriminalroman
3.4. Die Erzählperspektive des Kriminalromans im Vergleich zu "Le Voyeur"
3.5. Ist "Le Voyeur" ein Krimi?
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob der Roman "Le Voyeur" von Alain Robbe-Grillet als Kriminalroman klassifiziert werden kann. Dazu werden gängige Kriterien und Merkmale des Kriminalromans einer vergleichenden Analyse mit dem untersuchten Werk unterzogen, um dessen Einordnung in das Genre zu bewerten.
- Biografie und schriftstellerisches Wirken von Alain Robbe-Grillet
- Strukturelle Analyse und Handlung von "Le Voyeur"
- Definition des klassischen Kriminalromans und dessen Konventionen
- Vergleich von kriminalistischen Elementen (z. B. Spuren, Detektion) im Roman
- Untersuchung der Erzählperspektive und deren Einfluss auf die Spannungsstruktur
Auszug aus dem Buch
3.1. Was zeichnet einen Kriminalroman aus?
Kriminalerzählungen gehören zur Unterhaltungsliteratur. Oft wurden sie dabei als Trivialliteratur bezeichnet, was aber nicht zwangsläufig zutreffend war bzw. ist. So wurden bereits im 18. Jahrhundert Krimis verfasst; es handelte sich dabei zumeist um tatsächliche Fälle aus Gerichtsakten, die literarisch gestaltet wurden, wobei sich Wahres und Fiktives miteinander vermischte. Die ersten Kriminalgeschichten erschienen um etwa 1840, aber ein Bewusstsein der verschiedenen Autoren der Zusammengehörigkeit zu ein und derselben Gattung, dem Krimi, entwickelte sich jedoch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. "Die einflussreichsten Modelle in der Gattungsgeschichte des Krimis sind die Detektivgeschichten von Edgar Allan Poe."21 Der Krimi hat über Jahrhunderte hinweg ein stetig großes Publikum angesprochen, demnach scheint es notwendig, dass sich dieser am hier und jetzt orientiert bzw. kann es auch umgekehrt gesehen werden: gerade weil sich der Krimi zeitlich immer wieder angepasst hat, ist er so beliebt geblieben. Thematisch zählt er damit zu den modernen Literaturformen. Ein weiterer Grund für seine Beliebtheit ist nicht nur die werkimmanente Spannung, sondern auch die Tatsache, dass er gut verständlich ist; mit anderen Worten: 'die Sprache im Roman orientiert sich an der Alltagswirklichkeit eines Durchschnittsmenschen'22.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und der methodischen Vorgehensweise bei der Untersuchung des Werkes im Kontext des Kriminalromans.
2. "Le Voyeur" von Alain Robbe-Grillet: Biografischer Abriss des Autors sowie Zusammenfassung der Handlung und Analyse der Romanstruktur.
3. Zur Thematik des Kriminalromans: Theoretische Herleitung der Gattungsmerkmale eines Kriminalromans und deren Anwendung bzw. Gegenüberstellung mit dem Werk "Le Voyeur".
4. Schlussbemerkung: Fazit der Arbeit mit der Schlussfolgerung, dass "Le Voyeur" aufgrund fehlender Genrekriterien eher als Anti-Krimi einzuordnen ist.
Schlüsselwörter
Alain Robbe-Grillet, Le Voyeur, Kriminalroman, Nouveau Roman, Anti-Krimi, Erzählperspektive, Spannungsaufbau, literarische Analyse, Gattungstheorie, Detektivroman, Romanstruktur, Rezeptionsästhetik, Subjektivität, Realismus, Literaturwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Verhältnis des Romans "Le Voyeur" von Alain Robbe-Grillet zum Genre des Kriminalromans.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben der Biografie des Autors stehen die Gattungsmerkmale des klassischen Kriminalromans, die Erzählstruktur des Werkes und die Abgrenzung zum "Anti-Krimi" im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es zu klären, ob "Le Voyeur" die Kriterien eines traditionellen Kriminalromans erfüllt oder ob es sich aufgrund seiner narrativen Abweichungen um eine andere Romanform handelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Literaturanalyse, bei der Merkmale der Gattung Krimi (wie Detektion, Täter-Suche und Spannungsaufbau) den Strukturen des "Nouveau Roman" gegenübergestellt werden.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl Übereinstimmungen als auch deutliche Unterschiede zwischen dem traditionellen Kriminalroman und dem vorliegenden Werk, insbesondere hinsichtlich der Erzählperspektive und der Motivik, herausgearbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die wichtigsten Begriffe sind "Le Voyeur", "Nouveau Roman", "Kriminalroman", "Anti-Krimi" und die Analyse der Erzählperspektive.
Welche Rolle spielen die Gegenstände im Roman laut der Untersuchung?
Gegenstände wie die Schnur oder das Bonbonpapier werden als Indizien interpretiert, die eine Verbindung zwischen der Gegenwart des Protagonisten und der Tat in der Vergangenheit herstellen, wobei sie gleichzeitig die Wahrnehmung des Protagonisten spiegeln.
Warum kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass es sich um einen "Anti-Krimi" handelt?
Da das Werk die für den Krimi typische Auflösung des Falls verweigert, keine klare Detektivfigur aufweist und das Interesse des Autors primär am Schreibprozess statt an der Spannungsunterhaltung liegt, erscheint die Bezeichnung als "Anti-Krimi" passender.
- Arbeit zitieren
- Alida Ziehm (Autor:in), 2012, Alain Robbe-Grillets "Le Voyeur". Ein Kriminalroman, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/213941