Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Kooperationsbeziehungen zwischen Reiseveranstaltern und Lebensmitteleinzelhandels-Ketten (LEH-Ketten).
Über die bislang ausstehende Beschreibung der Charakteristika und Struktur dieser Form des branchenfremden Reisevertriebs hinaus, wird der Einfluss des Vermarktungsumfelds und der Vertriebsmethodik auf die Außenwahrnehmung der Nachfrager thematisiert und in diesem Kontext die Performance des LEH-Reisevertriebs im Allgemeinen sowie Beispiel der zur Rewe-Group gehörenden Unternehmen clevertours.com, Rewe und Penny bewertet.
Im Zuge dessen sollen die den Entscheidungsprozess beeinflussenden Faktoren für oder gegen eine LEH-Reisebuchung identifiziert werden, wobei der Fokus nicht auf dem Angebotspreis als unumstritten ausschlaggebendem Kriterium liegt. Konkret ist zu klären, welchen Stellenwert die LEH-Marke in der Vertriebsmethodik einnimmt, welche Gewichtung dem Veranstalter und letztendlichen Vertragspartner der Reisenden zukommt und welche (un-)begründeten Vorurteile und Ansichten bestehen. Auf Basis dessen werden die Erfolgschancen des LEH-Reisevertriebs sowohl generell, als auch für die touristischen Akteure qualitativ bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Charakteristik und Struktur des LEH-Reisevertriebs
2.1 Marktentwicklung des LEH-Reisevertriebs
2.1.1 Hintergrund und Entwicklung
2.1.2 Akteure im LEH-Reisevertrieb
2.1.2.1 Touristische Akteure
2.1.2.2 Beteiligte LEH-Ketten
2.1.3 Angebots- und Nachfrageentwicklung
2.2 Einordnung des LEH-Reisevertriebs und Darstellung der Vertriebskooperationen
2.2.1 Position des LEH-Reisevertriebs in der touristischen Vertriebsstruktur
2.2.2 Exklusive und multiple Kooperationsformen
2.2.3 Kooperationsbeziehung zwischen LEH-Ketten und Produzenten
2.2.3.1 Status der Akteure im Kooperationsverhältnis
2.2.3.2 Kooperationsmotivation für die LEH-Ketten
2.2.3.3 Kooperationsmotivation für die Produzenten
2.3 Charakteristika des LEH-Reisevertriebs und der Reiseangebote
2.3.1 Vertriebskanäle und deren Nutzenpotentiale für die Kunden
2.3.2 Kontaktmedien im LEH-Reisevertrieb und deren Wahrnehmung
2.3.3 Das Produkt Supermarktreise
2.3.3.1 Präsentationsform
2.3.3.2 Komplexitätsgrad und Qualität
2.3.3.3 Kaufanreize
2.3.4 Vertriebsmethodik und rechtliche Aspekte
3 Befragung zur Wahrnehmung des LEH-Reisevertriebs
3.1 Beschreibung und Hinweise zur Umfragegestaltung
3.2 Typologie, Reise- und Buchungsverhalten der Umfrageteilnehmer
3.3 Wahrnehmung des LEH-Reisevertriebs, der Akteure und der Reiseangebote
3.3.1 Einstellung zu LEH-Fremdprodukten und allgemeine Präferenz von LEH-Ketten
3.3.2 Bewertung des LEH-Reisevertriebs
3.3.3 Meinungsbild und Wertigkeit der LEH-Reisen
3.3.4 Vertrauenswürdigkeit der Reiseangebote und der Anbieter
3.4 Bewertung der Informations- und Buchungsoptionen
3.5 Auswahlkriterien bei einer LEH-Reisebuchung
3.6 Einfluss der LEH-Marke
3.6.1 Zugkraft
3.6.2 Wirkungspunkt
3.6.3 Wirkungsart
3.6.4 Bewertungsdifferenz zwischen LEH-Marke und dem Reisevertrieb
3.6.5 Eignung der LEH-Marke und des LEH-Formats für den Reisevertrieb
4 Zusammenfassung und Bewertung
4.1 Bewertung der positiven und negativen Aspekte des LEH-Reisevertriebs
4.1.1 Kundenperspektivische Bewertung
4.1.2 Anbieterperspektivische Bewertung
4.2 Bewertung der zukünftigen Entwicklungschancen
4.2.1 Potentiale des LEH-Reisevertriebs
4.2.2 Entgegenwirkende Einflüsse und Tendenzen
4.3 Praxisbeispiel
4.3.1 Präsentation des Direktveranstalters clevertours
4.3.1.1 Unternehmensentwicklung
4.3.1.2 Organisation des Reisevertriebs
4.3.1.3 Angebotsportfolio
4.3.1.4 Vertriebsmedien
4.3.2 Beurteilung der aktuellen Wettbewerbsposition
4.3.3 Beurteilung der mittel- bis langfristigen Erfolgsaussichten
4.3.4 Handlungsvorschlag
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Kooperationsbeziehungen zwischen Reiseveranstaltern und Lebensmitteleinzelhandelsketten (LEH-Ketten), um die Charakteristika, die Struktur und die Performance dieses branchenfremden Reisevertriebs zu bewerten. Dabei steht insbesondere die Fragestellung im Fokus, welchen Einfluss das Vermarktungsumfeld und die Markenwahrnehmung der LEH-Ketten auf die Reiseentscheidung der Kunden haben und welche Erfolgsfaktoren für die touristischen Akteure maßgeblich sind.
- Struktur und Charakteristika des branchenfremden Reisevertriebs über LEH-Ketten.
- Einfluss der LEH-Marke und des Vermarktungsumfelds auf die Kundenwahrnehmung.
- Explorative Untersuchung des Buchungs- und Reiseverhaltens von Kunden von Rewe- und Penny-Reisen.
- Beurteilung der Performance und zukünftigen Entwicklungschancen des LEH-Reisevertriebs.
- Praxisbeispiel: Analyse der Strategie des Direktveranstalters clevertours.
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Kontaktmedien im LEH-Reisevertrieb und deren Wahrnehmung
Für eine kundenperspektivische Bewertung der Vertriebskanäle ist es sinnvoll eine differenzierte Betrachtung vorzunehmen, da anzunehmen ist, dass es für die Kunden von sekundärer Bedeutung ist, ob die Reise über direkte oder indirekte Vertriebswege gebucht wird und welche Eigentumsverhältnisse sich dahinter verbergen. So lassen sich die relevanten Bestandteile eines Vertriebswegs nach der Art der wechselseitigen Kontaktaufnahme in Kontaktmedien unterteilen, die als Instrumente der Distribution, Information und Kommunikation definiert werden können.
Für den LEH-Reisevertrieb sind derzeit das Internet, das Call-Center und die reduzierte Form der Reisekataloge (Prospekte) relevant. Aus der Studie zum Kundenverhalten in Mehrkanalsystemen der Reisebranche von SCHMIDT/SCHÖGEL/TOMCZAK geht hervor, dass den Kontaktmedien in Abhängigkeit von der Kundentypologie und der unterschiedlichen Nutzung dieser Medien zu Informations- und Buchungszwecken, folgende Eigenschaften zugeordnet werden:
Das Internet wird als ein Medium wahrgenommen, über das besonders günstige Angebote erhältlich sind, in dem sich jederzeit selbstständig und anonym informiert werden kann und das ein hohes Maß an Transparenz und Informationstiefe bietet. Jedoch besteht wenig Vertrauen hinsichtlich der Validität der Informationen, der Übermittlung von persönlichen Daten und deren ordnungsgemäße Verarbeitung während des Buchungsvorgangs.
Dem Call-Center werden als positive Eigenschaften eine hohe Kompetenz in der Vermittlung von mäßig komplexen Sachverhalten bei gleichzeitig schneller und bequemer Erreichbarkeit zugeschrieben. Die fehlende visuelle Komponente, die ständig wechselnden Ansprechpartner und der empfundene Zeitdruck (insbesondere bei kostenpflichtigen Hotlines) vermitteln aber ein Gefühl der Distanz, Unsicherheit und Skepsis.
Der Reisekatalog wird als praktisches, da transportables Informationsmedium zur Anregung und grundlegenden Orientierung beurteilt, dem jedoch eine eingeschränkte Aussagekraft aufgrund sich wiederholender, unglaubwürdig wirkender Katalogfloskeln und einer stark komprimierten, oberflächlich erscheinenden Aufmachung entgegensteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, definiert die Zielsetzung der Arbeit und beschreibt die methodische Vorgehensweise sowie die forschungsleitenden Annahmen.
2 Charakteristik und Struktur des LEH-Reisevertriebs: Hier werden die Ursprünge, die Marktentwicklung sowie die beteiligten Akteure und Kooperationsformen des Reisevertriebs über LEH-Ketten detailliert beschrieben.
3 Befragung zur Wahrnehmung des LEH-Reisevertriebs: Dieses Kapitel präsentiert und interpretiert die Ergebnisse der explorativen Umfrage unter Kunden von Rewe- und Penny-Reisen hinsichtlich ihrer Wahrnehmung und ihres Verhaltens.
4 Zusammenfassung und Bewertung: Dieser Teil führt die Erkenntnisse aus der Sekundär- und Primäranalyse zusammen, bewertet die Erfolgschancen und bietet am Beispiel von clevertours konkrete Handlungsempfehlungen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung des Geschäftsmodells.
Schlüsselwörter
LEH-Reisevertrieb, Reiseveranstalter, Lebensmitteleinzelhandel, Direktvertrieb, Kooperationsbeziehung, Kundenwahrnehmung, Reiseentscheidung, Preis-Leistungs-Verhältnis, clevertours, Rewe-Reisen, Penny-Reisen, Reiseprospekte, Markenvertrauen, Tourismusmanagement, Vertriebskooperation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Kooperationsbeziehungen zwischen Reiseveranstaltern und großen Lebensmitteleinzelhandelsketten (LEH-Ketten) in Deutschland und analysiert, wie dieser branchenfremde Vertriebsweg funktioniert und von Kunden wahrgenommen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die Marktstrukturen des LEH-Reisevertriebs, das Konsumentenverhalten bei der Buchung solcher Reisen, die Rolle der LEH-Marken sowie die strategische Positionierung der beteiligten Akteure.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, die Performance des LEH-Reisevertriebs zu bewerten und zu identifizieren, welche Faktoren den Entscheidungsprozess der Kunden beeinflussen und wie die Erfolgschancen dieses Modells einzuschätzen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Der Autor verwendet einen zweigeteilten Ansatz: eine fundierte Sekundäranalyse von Fachliteratur und Unternehmensdaten sowie eine explorative, deskriptive Online-Umfrage unter Kunden der Vertriebsmarken Rewe- und Penny-Reisen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Strukturen und Charakteristika des LEH-Reisevertriebs sowie in die detaillierte Vorstellung und Interpretation der empirischen Ergebnisse aus der Kundenbefragung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind neben LEH-Reisevertrieb und Kooperationsbeziehung vor allem Begriffe wie Kundenwahrnehmung, Markenvertrauen, Preis-Leistungs-Verhältnis und die spezifische Vertriebsmethodik über Aktionsware und Prospekte.
Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Rewe- und Penny-Reisen bei den Kunden?
Die Untersuchung zeigt, dass Kunden Reisen von Penny eher mit einem Discount-Image verbinden und diese in puncto Qualität und Seriosität etwas schlechter bewerten als die Angebote von Rewe, die eher als qualitätsorientiert wahrgenommen werden.
Warum ist das Vertrauen in die LEH-Marke für den Reisevertrieb so entscheidend?
Da die eigentlichen Produzenten der Reisen oft unbekannt sind, übernimmt die bekannte LEH-Marke eine wichtige Orientierungs- und Sicherheitsfunktion im Entscheidungsprozess des Kunden, was maßgeblich den Vertriebserfolg beeinflusst.
Welche Rolle spielt das Praxisbeispiel clevertours für die Schlussfolgerungen der Arbeit?
Anhand von clevertours verdeutlicht der Autor die Herausforderungen und Abhängigkeiten eines Direktveranstalters, der sich fast ausschließlich auf den LEH-Vertrieb fokussiert, und leitet daraus notwendige Optimierungsmaßnahmen ab.
- Arbeit zitieren
- Frank Schories (Autor:in), 2012, Reisevertrieb über den Lebensmitteleinzelhandel, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/212153