Diese Arbeit behaldelt das Thema der Geburtenentwicklung in Deutschland. Diese Variable möchte ich mit dem Bildungsniveau bzw. mit dem sozialen Status in Verbindung bringen. Ich bin zu diesem Forschungsthema durch recht eigentümliche Weise gelangt: Beobachtung.
Meiner Meinung nach ist in unserer Gesellschaft eine tendenzielle Entwicklung hin zu jungen Müttern mit schlechtem bis gar keinem Bildungsabschluss und älteren Erst-Müttern aus hohen Bildungsschichten zu erkennen.
Doch ist die Beobachtung nur sehr subjektiv und am Ende eine fehlgeleitete Wahrnehmung.
Genau aus diesem Grund möchte ich mit dieser BA-Arbeit eventuelle Vorurteile beseitigen und untersuchen, ob diese Beobachtungen auch empirisch nachzuweisen sind oder andere Hypothesen bestärkt und bestätigt werden können.
Meine Hauptfrage lautet daher wie folgt: Ist die große „soziale Schere“ zwischen sehr jungen Müttern und „verspäteten“ Müttern bildungsabhängig?
Ist es möglich, dass Bildung und Schichtzugehörigkeit den ausschlaggebenden Punkt für diese diametrale Geburtenentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland gibt?
Welchen Einfluss hat die Bildungsexpansion für Frauen auf ihre Familienplanung?
Lässt sich die Aussage: hoher Sozialstatus führt zu einem Aufschub des Kinderwunsches und niedriger Sozialstatus zu einer zeitigen bis vorzeitigen Mutterschaft - tatsächlich derart pauschalisieren?
Um diese Fragen beantworten zu können, werde ich in meiner Forschungsarbeit zunächst auf die gesellschaftliche Grundstruktur eingehen und deren Einfluss auf den Geburtenverlauf empirisch nachvollziehen. Sollte ich zu dem Schluss kommen, dass diese „Schere“ tatsächlich existiert, möchte ich dann weitergehend auf die Frage: ‚Warum?’ und die genauen Hintergründe eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Persönliche Erklärung
2. Bibliographische Beschreibung
3. Zusammenfassung
4. Ziel meiner Arbeit und Vorgehen
5. Hauptteil
5.1 Einführung
5.1.1 Kurze Vorüberlegungen und Erwartungen
5.1.2 Begriffliche Abgrenzung: äußere und innere Determinanten
5.2 Demographischer Wandel der Bevölkerung der BRD
5.2.1 Wandel der Sozialstruktur
5.2.2 Sozialer Wandel der Rolle 'Frau'
5.2.3 Problematik: Kinderlosigkeit
5.3 Theoretische Erklärungsansätze zur Familiengründung
5.3.1 Individualisierungsthese von Ulrich Beck
5.3.2 Ökonomische Theorie der Fertilität nach Kopp
5.3.3 Rosenstiels Modelle
5.3.4 Entscheidungsmodell nach Burkart
5.3.5 Wohlstandstheorie
5.4 Kinderlose Ehen
5.4.1 Elternschaft und Berufseintritt
5.4.2 Vereinbarkeit Familie und Beruf für Frau und Mann
5.5 Teilfolge: Späte Mütter
5.6 Praktisches Beispiel: die Ehe Curie
5.7 Europäischer Vergleich auf familienpolitischer Ebene
6. Aktueller Bezug: ALLBUS-Datensatz 2008
7. Fazit und Diskussion
8. Anhang
8.1 Grafiken
8.2 Tabellen
8.3 Tabellen Stata
9. Unterstützender Anhang
9.1 Grafiken
9.1.1 Bundesamt für Statistik
9.1.2 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
9.2 Tabellen
9.2.1 Bundesamt für Statistik
9.2.2 Bundeszentrale für politische Bildung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die demographische Entwicklung in Deutschland mit einem besonderen Fokus auf das Phänomen der Kinderlosigkeit bei Akademikern. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche äußeren und inneren Determinanten – insbesondere der Konflikt zwischen Karriereambitionen und Familiengründung – die Entscheidung für oder gegen ein Kind beeinflussen.
- Sozialstruktureller Wandel und Familienmodelle
- Theoretische Erklärungsmodelle zur Fertilität
- Vereinbarkeit von Karriere und Elternschaft
- Einfluss von Bildung und Alter auf die Geburtenrate
- Empirische Analyse des ALLBUS-Datensatzes 2008
Auszug aus dem Buch
5.2 Demographischer Wandel der Bevölkerung der BRD
Mir ist es sehr wichtig, nachvollziehen zu können, welchen Einfluss die tatsächlich vorliegende Gesellschaftsstruktur (Makro) auf die eigene Meinung und das Handeln des Individuums (Mikro) ausübt. Um hier nicht zu viel vorweg zu nehmen und dennoch einen Überblick zu schaffen, möchte ich den Leser darauf verweisen, einen Blick in den unterstützenden Anhang (siehe S. 42-56) zu werfen. Dort sind öffentlich zugängliche Daten und Grafiken abgebildet, die durch das Statistische Bundesamt, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Bundeszentrale für politische Bildung bereitgestellt worden.
Ziel dieser Zusammenstellung ist es, sowohl die Gesellschaftsstruktur allgemein abzubilden und zusätzlich die eigentlich interessierende Untersuchungseinheit heraus zu filtern, wie viele Frauen bzw. Paare tatsächlich von Kinderlosigkeit betroffen sind.
Tatsache ist: es gibt einen Geburtenrückgang. Außerdem werden Frauen erst mit durchschnittlich 30 Jahren erstmalig Mutter. Wie viele sind in unserer Bevölkerung kinderlos? Des Weiteren ist zu erkennen, dass bevorzugt Frauen bzw. Partner mit hoher Bildung vergleichsweise weniger Kinder zur Welt bringen. Doch wie sieht es mit den Bildungsabschlüssen in der Bevölkerung überhaupt aus? Wie verteilen sich die Prozentsätze hinsichtlich der Doppelbelastung Kind und Beruf?
Zusammenfassung der Kapitel
5. Hauptteil: Theoretische Auseinandersetzung mit dem demographischen Wandel sowie den soziologischen und ökonomischen Erklärungsmodellen für die Geburtenentwicklung.
6. Aktueller Bezug: ALLBUS-Datensatz 2008: Empirische Untersuchung anhand eines konkreten Datensatzes zur Korrelation von Bildungsgrad und Kinderwunsch.
7. Fazit und Diskussion: Zusammenführung der theoretischen Erkenntnisse und Reflexion der Forschungshypothesen vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Realität.
Schlüsselwörter
Sozialstruktur, Demographischer Wandel, Kinderlosigkeit, Geburtenentwicklung, Akademiker-Ehen, Vereinbarkeit, Familie und Beruf, Fertilität, Bildungsabschluss, Individualisierung, Geschlechterrollen, Arbeitsmarkt, Lebenslauf, Elternschaft, ALLBUS-Daten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen der Sozialstruktur der deutschen Gesellschaft, dem Bildungsgrad und dem Geburtenrückgang, mit Fokus auf das Phänomen der Kinderlosigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen den sozialen Wandel von Ehe und Familie, theoretische Erklärungsmodelle zur Familiengründung sowie die Vereinbarkeit von beruflichem Erfolg und Elternschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ergründen, warum Akademiker-Ehen häufiger kinderlos bleiben und welche Rolle hierbei die Abwägung zwischen Karrierechancen und Lebensentwurf spielt.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer quantitativen Auswertung des ALLBUS-Datensatzes 2008, um die Thesen empirisch zu untermauern.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung soziologischer Modelle (z.B. von Ulrich Beck und Johannes Kopp) und eine detaillierte Analyse der Lebenssituation von kinderlosen Paaren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Sozialstruktur, Kinderlosigkeit, Karriereambitionen und familienpolitische Rahmenbedingungen gekennzeichnet.
Welche Bedeutung hat das Beispiel der Ehe Curie für die Autorin?
Die Ehe Curie dient als praktisches Fallbeispiel, um aufzuzeigen, dass trotz hoher beruflicher Belastung und Karriereorientierung eine Familiengründung unter spezifischen Voraussetzungen möglich sein kann.
Zu welchem Schluss kommt die Autorin hinsichtlich der Kinderlosigkeit bei Akademikerinnen?
Sie kommt zu dem Ergebnis, dass höhere Bildung und berufliche Ambitionen zwar oft zu einer Verschiebung der Elternschaft führen, diese aber keine zwangsläufige Folge von Kinderlosigkeit sein müssen, sofern die individuellen Prioritäten und strukturellen Bedingungen angepasst werden.
- Arbeit zitieren
- Gabriele Beyer (Autor:in), 2009, Sozialstruktur der deutschen Gesellschaft. Geburtenentwicklung im Zusammenhang mit Alter und Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/211075