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Die Liberalisierung des Spielermarktes im Profifußball

Auswirkungen des Bosman-Urteils und Maßnahmen gegen die Fehlentwicklungen

Titel: Die Liberalisierung des Spielermarktes im Profifußball

Bachelorarbeit , 2010 , 64 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Matthias Weisbrich (Autor:in)

Sport - Sportökonomie, Sportmanagement

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Bachelorarbeit werden die Auswirkungen des Bosman-Urteils auf den professionellen Fußball aus theoretischer und empirischer Sicht untersucht.

Mit den Umgestaltungen der Ausländerklauseln geht neben dem Anstieg des Ausländeranteils eine Verbesserung der Spielqualität in den finanzstarken europäischen Profiligen hervor. Aufgrund verringerter Ausbildungsanreize sind die europäischen Nachwuchsspieler unmittelbar als Verlierer des veränderten Regulierungsrahmens auszumachen. Sie erhalten weniger Spielpraxis, da sie fortan gegen stärkere Profispieler aus der ganzen Welt konkurrieren. Entgegen vorherrschender Meinungen kann indessen keine Schwächung der Nationalmannschaften aus den europäischen Topligen beobachtet werden.

Aufgrund des Wegfalls der Transferzahlungen nach Vertragsende zeigt sich, dass sich die Verschiebung der Verfügungsrechte zu Gunsten der Profispieler auswirkt. Folglich steigen ihre durchschnittlichen Vertragslaufzeiten, Ablösesummen und Gehälter. Dabei sind besonders Ungleichgewichte sowohl auf der Spielerebene hinsichtlich der gezahlten Löhne als auch auf nationaler und internationaler Vereinsebene zu beobachten.

In einer spieltheoretischen Analyse werden die Local-Player-Regelung und die „6+5“-Regel in ihrer Wirksamkeit untersucht. Beide Regeln sollen der schwachen Nachwuchsförderung sowie der finanziellen und sportlichen Ungleichheit zwischen den Fußballclubs entgegenwirken. Es wird deutlich, dass die Local-Player-Regelung eine wirkungsvolle Nachwuchsförderung hervorruft. Derweil ist durch die „6+5“-Regel ferner eine Angleichung der Spielstärken zu erwarten, da Vereine mit ihr nur noch eine begrenzte Anzahl ausländischer Spieler einsetzen dürfen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Struktur der Arbeit

2. Regulierungsrahmen des Spielermarktes

2.1 Die Organisationsstruktur der Verbände

2.2 Die Situation vor dem Bosman-Urteil

3. Das Bosman-Urteil

3.1 Der Hintergrund

3.2 Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs

3.3 Anpassungen verbandsinterner Regulierungen

3.3.1 Ausländerbeschränkung

3.3.2 Transferentschädigung

4. Ökonomische Auswirkungen aufgrund veränderter Rahmenbedingungen

4.1 Erste Reaktionen auf die Öffnung des Spielermarktes

4.2 Umgestaltung der Ausländerklauseln

4.2.1 Funktionen der Ausländerbeschränkungen

4.2.2 Entwicklung des Ausländeranteils

4.2.3 Qualitätsänderungen in den Profiligen

4.2.4 Integration von Nachwuchsspielern

4.2.5 Wettbewerbsfähigkeit von Nationalmannschaften

4.3 Wegfall der Transferentschädigung nach Vertragsende

4.3.1 Funktionen der Transferentschädigung

4.3.2 Vertragslaufzeiten und Ausstiegsklauseln

4.3.3 Ablösesummen und Erlöse aus Transfers

4.3.4 Entwicklung und Verteilung der Spielergehälter

4.3.5 Ungleichgewichte auf Vereinsebene

5. Maßnahmen gegen die Fehlentwicklungen auf dem liberalisierten Spielermarkt

5.1 Eine spieltheoretische Analyse der Marktsituation

5.2 Die Local-Player-Regelung

5.2.1 Bedeutung der Local-Player-Regelung

5.2.2 Spieltheoretisches Modell zur Local-Player-Regelung

5.2.3 Beurteilung der Wirksamkeit der Local-Player-Regelung

5.3 Die „6+5“-Regel

5.3.1 Bedeutung der „6+5“-Regel

5.3.2 Spieltheoretisches Modell zur „6+5“-Regel

5.3.3 Beurteilung der Wirksamkeit der „6+5“-Regel

6. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Bosman-Urteils von 1995 auf den professionellen Fußball unter theoretischen und empirischen Gesichtspunkten, mit einem Fokus auf die ökonomischen Folgen für Spieler und Vereine sowie die Wirksamkeit neuer Regulierungsmaßnahmen.

  • Liberalisierung des Spielermarktes und Wegfall der Transferentschädigung
  • Entwicklung von Spielergehältern, Ablösesummen und Vertragslaufzeiten
  • Ausländeranteile und Qualität der nationalen Profiligen
  • Nachwuchsförderung im globalen Wettbewerb
  • Spieltheoretische Analyse der "Local-Player"- und "6+5"-Regelung

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Hintergrund

Das Schweizer Bundesgericht hat vorangehend im Juni 1976 entschieden, dass die im Profifußball bestehenden Zahlungen bei einem Spielertransfer „unsittlich und rechtswidrig“ sind. Auch das Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin bewirkte 1979 einen beachtlichen Einschnitt. Das Gericht befand, dass die existenten Transferbestimmungen gegen das Recht der freien Arbeitsplatzwahl verstoßen. Die Pflicht zur Bezahlung einer Ablösesumme sei nicht mit Artikel 12 Absatz 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland vereinbar. An der Situation der schwachen Stellung von Berufsfußballern änderte sich dennoch zunächst nichts. Nach wie vor war die Verhandlungsposition eines Profis schwächer als die eines gewöhnlichen Arbeitnehmers.

Dessen ungeachtet sorgte erst das Bosman-Urteil 1995 für die Schlüsselentscheidung auf dem Weg zur Liberalisierung des Spielermarktes. Das Urteil des EuGH beschränkte sich jedoch nicht ausschließlich auf den Fußball. Es umfasste zugleich alle professionell betriebenen Mannschaftssportarten, wie z.B. Basketball, Eishockey oder Handball.

Wie vielen bahnbrechenden Urteilen geht auch dem Bosman-Urteil eine recht groteske Entstehungsgeschichte voraus. Der belgische Fußballprofi Jean Marc Bosman spielte bis zur Saison 1989/90 für den RC Lüttich. Sein monatliches Entgelt belief sich bis dahin auf 120.000 Belgische Francs (BEF). Da sein Vertrag zum Ende der Spielzeit auslief, bot ihm sein Verein für die darauffolgende Saison zwar einen neuen einjährigen Vertrag, allerdings zu stark reduzierten Bezügen. Der RC Lüttich war von der spielerischen Leistungsfähigkeit des Spielers scheinbar nicht vollständig überzeugt, so dass das Monatsgehalt nach dem neuen Vertrag nur noch 30.000 BEF betragen sollte. Dieses Angebot schlug der Spieler Bosman jedoch aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Liberalisierung des Spielermarktes ein und erläutert die Relevanz des Bosman-Urteils sowie die Struktur der Untersuchung.

2. Regulierungsrahmen des Spielermarktes: Das Kapitel beschreibt die Organisationsstruktur der Fußballverbände und die Marktsituation vor der Marktöffnung durch das Bosman-Urteil.

3. Das Bosman-Urteil: Hier werden der rechtliche Hintergrund, die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs und die daraus resultierenden Anpassungen der verbandsinternen Regelungen dargestellt.

4. Ökonomische Auswirkungen aufgrund veränderter Rahmenbedingungen: Dieser Hauptteil analysiert die Folgen der Marktöffnung, insbesondere für Gehälter, Ablösesummen, den Ausländeranteil und die Wettbewerbssituation.

5. Maßnahmen gegen die Fehlentwicklungen auf dem liberalisierten Spielermarkt: Das Kapitel untersucht mittels spieltheoretischer Modelle die Wirksamkeit der Local-Player-Regelung und der "6+5"-Regel als Gegenmaßnahmen zu beobachteten Fehlentwicklungen.

6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Diese Zusammenfassung fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Marktregulierungen.

Schlüsselwörter

Bosman-Urteil, Spielermarkt, Profifußball, Transferentschädigung, Spielergehälter, Ausländerklausel, Nachwuchsförderung, Local-Player-Regelung, 6+5-Regel, Wettbewerbsgleichgewicht, Europäischer Gerichtshof, Spieltheorie, Ablösesummen, Professionalisierung, Fußball-Bundesliga.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Bosman-Urteils von 1995 auf den professionellen Fußball, insbesondere wie sich die veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen auf ökonomische Faktoren wie Transfersysteme und Gehälter ausgewirkt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die Liberalisierung der Spielermärkte, die Entwicklung der ökonomischen Variablen (Gehälter, Ablösen), die Nachwuchsförderung sowie die Wirksamkeit regulatorischer Eingriffe durch die Verbände.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die ökonomischen Folgen der Aufhebung von Transferbeschränkungen und Ausländerklauseln zu bewerten und zu prüfen, ob neue Regeln wie die "6+5"-Regel geeignet sind, negative Entwicklungen zu korrigieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische und empirische Analyse sowie spieltheoretische Modelle, um die Anreizstrukturen für Vereine bei der Nachwuchsförderung und der Spielerrekrutierung zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Folgen des Bosman-Urteils für den Spielermarkt detailliert beleuchtet, einschließlich der Entwicklung des Ausländeranteils, der Spielergehälter und der Wettbewerbskonzentration in den europäischen Ligen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Bosman-Urteil, Spielermarkt, Nachwuchsförderung, Local-Player-Regelung und Wettbewerbsausgleich.

Welche Rolle spielt die Local-Player-Regelung in den Modellen?

Die Local-Player-Regelung wird als Instrument untersucht, um Vereine zur Förderung eigener Talente zu bewegen, wobei die Wirksamkeit je nach Sanktionshöhe und Kaderbegrenzung variiert.

Warum wird die "6+5"-Regel als drastischer Eingriff bezeichnet?

Sie wird als drastisch eingestuft, da sie direkt in die Spielberechtigung und Kadergestaltung eingreift und somit die unternehmerische Entscheidungsfreiheit der Vereine auf dem Spielermarkt stark einschränkt.

Was ergab die Analyse der Nationalmannschaftserfolge?

Die Analyse zeigt, dass entgegen den ursprünglichen Befürchtungen keine langfristige Schwächung der Nationalmannschaften aus den europäischen Topligen durch die Marktöffnung eingetreten ist.

Wie verändert der Wegfall der Transferentschädigung die Verhandlungsmacht?

Die Machtverhältnisse haben sich zugunsten der Spieler verschoben, da diese nach Vertragsende ablösefrei wechseln können, was zu längeren Vertragslaufzeiten und höheren Gehältern führt.

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Liberalisierung des Spielermarktes im Profifußball
Untertitel
Auswirkungen des Bosman-Urteils und Maßnahmen gegen die Fehlentwicklungen
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Mikroökonomie und Finanzwissenschaft)
Veranstaltung
Bachelorarbeit
Note
1,0
Autor
Matthias Weisbrich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
64
Katalognummer
V209049
ISBN (eBook)
9783656374954
ISBN (Buch)
9783656375715
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fußball Profifußball Spielermarkt Bundesliga Spieltheorie Transfermarkt Bosman Bosman-Urteil Liberalisierung FIFA UEFA Leistungszentrum Nationalmannschaften Entwicklung Sportökonomie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Weisbrich (Autor:in), 2010, Die Liberalisierung des Spielermarktes im Profifußball, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/209049
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Leseprobe aus  64  Seiten
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