Im praktischen Teil dieser Arbeit wird ein Entwurf (Blueprint) eines Lehrplans zu einer Weiterbildung in diesem Tätigkeitsbereich entwickelt. Besonders für das erfolgreiche Training komplexer kognitiver Fähigkeiten entwickelte Jeroen van Merriënboer ein Instruktionsdesign-Modell, in dessen Mittelpunkt die Vermittlung von Handlungswissen steht (Niegemann, Schatta & Müller, 2007). Im theoretischen Teil dieser Arbeit werden lerntheoretische Bezüge zum 4C/ID-Modell dargestellt sowie Aspekte des situierten Lernens betrachtet. Darüber hinaus werden anhand von Beispielen didaktische Szena-rien und unterstützende Medien beleuchtet, die in den vorliegenden Blueprint für die Weiterbildung eines Bildungswissenschaftlers in der Personal- und Organisationsentwicklung integrierbar sind. Dem folgt eine abschließende Zu-sammenfassung und ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das 4C/ID Modell in der praktischen Anwendung
2.1 Kompetenzanalyse
2.2 Sequenzialisierung der Aufgabenklassen
2.3 Entwurf von Lernaufgaben
2.4 Unterstützende Informationen
2.5 Just-in-time Informationen
3. Das 4C/ID-Modell in der Theorie
3.1 Lerntheoretische Überlegungen
3.2 Didaktische Szenarien zur Integration in das 4C/ID-Modell
3.3 Medien zur Unterstützung des Blueprints
4. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit verfolgt das Ziel, einen Entwurf (Blueprint) für eine Weiterbildung von Bildungswissenschaftlern im Bereich der Personal- und Organisationsentwicklung zu entwickeln. Dabei wird insbesondere untersucht, wie das 4C/ID-Modell von Jeroen van Merriënboer zur Vermittlung komplexer kognitiver Fähigkeiten und zur Förderung des Mitarbeiterpotenzials in einem Großunternehmen eingesetzt werden kann.
- Anwendung des 4C/ID-Modells auf konkrete Weiterbildungsszenarien.
- Durchführung einer Kompetenzanalyse und Erstellung einer Fertigkeitenhierarchie.
- Strukturierung von Lernaufgaben nach dem Prinzip vom Einfachen zum Schweren (Scaffolding).
- Integration von unterstützenden Informationen und Just-in-time-Informationen in das Lehrdesign.
- Verknüpfung von lerntheoretischen Grundlagen mit mediendidaktischen Ansätzen.
Auszug aus dem Buch
2. Das 4C/ID Modell in der praktischen Anwendung
Das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell (4C/ID Modell) wurde von Jeroen van Merriënboer in den frühen 1990er Jahren entwickelt, basierend auf Forschungen aus den 1980er Jahren, die nach Möglichkeiten suchten, komplexes Lernen mithilfe von Trainingsprogrammen zu fördern. (van Merriënboer, Clark & de Croock, 2002). Das 4C/ID Modell soll Lernende befähigen, komplexes Wissen und Fertigkeiten in unterschiedliche reale Kontexte zu transferieren (Bastiaens, Schrader & Orth, 2012). Als Grundlage für das Design eines Blueprints für komplexes Lernen und Lehrmethoden stehen vier miteinander verbundene Komponenten im Fokus, die als wesentliche Bestandteile für das Training von komplexen, kognitiven Fertigkeiten beschrieben werden: Die Lernaufgaben (Learning tasks) werden authentisch (realitätsnah) und ganzheitlich entwickelt mit dem Ziel, Fertigkeiten, Wissen und Attitüden zu integrieren. Unterstützende Informationen (Supportive Informations) stehen dem Lernenden bei der Aufgabenlösung zur Verfügung und sind entsprechend der Aufgabenklassen spezifiziert. Die Informationen bilden eine Verbindung zwischen dem aktuell vorhandenem Wissen und dem zu lernenden (van Merriënboer, Kirschner, 2007, S.13f.). Außerdem gehören noch die Just-in-time Informationen (JIT) sowie das Üben von Teilaufgaben (Part-task practice) zu den Komponenten (van Merriënboer, et al., 2002, S.39 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Bedarf an umfassendem Wissen durch gesellschaftlichen Wandel und definiert das Thema der Weiterbildung von Bildungswissenschaftlern im Kontext der Personal- und Organisationsentwicklung.
2. Das 4C/ID Modell in der praktischen Anwendung: Dieses Kapitel beschreibt die operative Umsetzung des Modells, von der Kompetenzanalyse und Fertigkeitenhierarchie bis hin zur Gestaltung von Lernaufgaben, unterstützenden Informationen und Just-in-time-Informationen.
3. Das 4C/ID-Modell in der Theorie: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung des Modells in lerntheoretische Positionen sowie eine Erläuterung didaktischer Szenarien und der Wahl geeigneter Medien zur Unterstützung des Lehrplans.
4. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert den Entwurf des Blueprints und bewertet die Eignung des 4C/ID-Modells für effizientes, lebenslanges Lernen in der beruflichen Weiterbildung.
Schlüsselwörter
4C/ID-Modell, Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, Bildungswissenschaft, Instructional Design, Lernaufgaben, Kompetenzanalyse, Fertigkeitenhierarchie, Scaffolding, Just-in-time-Informationen, Mediendidaktik, Lebenslanges Lernen, Weiterbildung, Kompetenzvermittlung, E-Learning
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Gestaltung eines Weiterbildungskonzepts für Bildungswissenschaftler im Bereich der Personal- und Organisationsentwicklung unter Anwendung wissenschaftlicher Instruktionsdesign-Methoden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das 4C/ID-Modell, die Analyse von Kompetenzen für Mitarbeiterförderung, der Entwurf von Lernplänen (Blueprints) sowie die Integration moderner Lerntheorien in die betriebliche Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Blueprints für eine sechsmonatige Weiterbildung, die Bildungswissenschaftler befähigt, in einem Großunternehmen systematisch Maßnahmen zur Förderung des Mitarbeiterpotenzials zu planen und durchzuführen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das 4C/ID-Modell (Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell) nach Jeroen van Merriënboer verwendet, das speziell für das Training komplexer kognitiver Fertigkeiten konzipiert ist.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die zehn Schritte zur Entwicklung des Blueprints erläutert, die Fertigkeitenhierarchie dargestellt und die Rolle von Lernaufgaben sowie Informationsquellen innerhalb des Modells analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie 4C/ID-Modell, Personalentwicklung, Kompetenzanalyse, Lernaufgaben, Scaffolding, Mediendidaktik und lebenslanges Lernen.
Wie werden Lernaufgaben im 4C/ID-Modell klassifiziert?
Lernaufgaben werden in Aufgabenklassen eingeteilt, die nach dem Prinzip vom Einfachen zum Schweren (simple-to-complex-sequencing) aufgebaut sind, um kognitive Überlastung zu vermeiden.
Welche Rolle spielen "Just-in-time-Informationen"?
Sie dienen als dritte Komponente des Modells dazu, dem Lernenden genau dann Schritt-für-Schritt-Wissen bereitzustellen, wenn er es zur Lösung wiederkehrender Aufgaben benötigt, wodurch die kognitive Belastung gesenkt wird.
Was unterscheidet unterstützende Informationen von JIT-Informationen?
Unterstützende Informationen zielen auf nicht-wiederkehrende Fertigkeiten und den Aufbau kognitiver Schemata ab, während JIT-Informationen spezifisch für die Ausführung wiederkehrender, routinierter Prozeduren konzipiert sind.
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- Barbara El-Khodary (Author), 2012, Bildungswissenschaftler/in in der Personal- und Organisationsentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/207372