In dieser Hausarbeit wird die Frage, ob es Soziale Arbeit im Mittelalter gab, beantwortet und wissenschaftlich begründet.
Zunächst wird die Soziale Arbeit kurz definiert und in der Theorie und Praxis erläutert, um ein besseres Verständnis bei dem Leser hervorzurufen, wenn der Begriff Sozialarbeit im Text fällt (s. Kapitel 1). Dabei ist der Schwerpunkt auf die Theorie gelegt worden. Um den Begriff der Theorie verständlich zu machen und eine Überleitung zum Mittelalter zu gestalten, wird die Theorie von Thomas von Aquin beschrieben, da er sich im Mittelalter mit dem Glauben und dem Wissen der Menschen beschäftigt hat. Dabei geht er unter anderem auf das Gebot der Nächstenliebe und die Armut ein. Dies ist für diese Arbeit von großer Bedeutung (s. Kapitel 1.2).
Folgend soll dem Leser verdeutlicht werden, was die Armenhilfe im Mittelalter bedeutete, denn diese ist im weitesten Sinne Soziale Arbeit. Dabei wird besonders darauf eingegangen, wie den armen Menschen geholfen wurde. Ein Bezug zur heutigen Sozialarbeit ist in Hinblick auf das Deutsche Rote Kreuz gegeben (s. Kapitel 2).
Danach wird erklärt, wie die Menschen im Mittelalter lebten und welcher Lebensphilosophie sie nachgingen, um zu verdeutlichen, dass die Religion ihr Leben bestimmte und sie dazu verpflichtet waren, Hilfe zu leisten. Dieses Kapitel (3.1) soll verdeutlichen, warum Armenhilfe geleistet wurde.
Anschließend wird die gesellschaftliche Ordnung erläutert, um dem Leser verständlich zu machen, dass der größte Teil der Bevölkerung in Armut leben musste (s. Kapitel 3.2).
Weiter wird aufgezeigt, welches Leben die Mönche und Nonnen führten, da diese die größte Rolle im Hinblick auf die Armenfürsorge/Armenhilfe spielten (s. Kapitel 3.3).
Zum Schluss folgt ein Schlusswort der Verfasserin als kleine Zusammenfassung über diese Arbeit (s. Kapitel 4).
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffserklärung
1.1 Soziale Arbeit -Theorie und Praxis
1.2 Die Theorie zur „Sozialarbeit“ von Thomas von Aquin (1224-1274)
2. Soziale Arbeit im Mittelalter- Die Armenhilfe
3. Das Mittelalter
3.1 Mentalität und Lebensgefühl
3.2 Die Grundherrschaft
3.3 Gläubige
4. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die wissenschaftliche Fragestellung, ob bereits im Mittelalter Formen Sozialer Arbeit existierten, und zieht dabei Parallelen zur heutigen professionellen Armenhilfe und modernen Sozialarbeit.
- Definition und theoretische Grundlagen der Sozialen Arbeit
- Die mittelalterliche Armenfürsorge als Vorläufer sozialer Unterstützung
- Religiöse Einflüsse und das Gebot der Nächstenliebe im Mittelalter
- Vergleichende Analyse zwischen historischer Armenhilfe und modernen Institutionen wie den Tafeln oder dem Deutschen Roten Kreuz
Auszug aus dem Buch
1.2 Die Theorie zur „Sozialarbeit“ von Thomas von Aquin (1224-1274)
Zunächst ist es von Bedeutung, dass Thomas von Aquin in einem Orden in Armut lebte, um Gott zu dienen (vgl. Engelke 1998, S.31). Dies ist wichtig zu wissen, da man davon ausgehen kann, dass er mit vielen armen Menschen in seinem Alltag zu tun hatte. Seine Grundthese ist, dass der Mensch ein geselliges und auch soziales Wesen darstellt. Daher möchte der Mensch das Beste für die Gesellschaft (vgl. Callo 2005, S.36). Aquin benennt seine Theorie die Almosenlehre. Für ihn ist das Gebot der Nächstenliebe besonders wichtig. Daraus leitet sich ab, dass die Menschen mit mehr Besitzgütern, dazu verpflichtet sind, Gnade zu erteilen und Almosen zu vergeben (vgl. Engelke 1998, S.36). Es soll in einer Not geholfen werden und da dies mit Almosen geht, bezeichnet Aquin das Gebot der Nächstenliebe auch als das Gebot der Vergabe von Almosen. Wichtig ist nur, dass der Geber mehr Geld als nur zum Überleben übrig hat, um zu geben (vgl. Engelke 1998, S.37). Sobald der Geber Almosen spendet, werden ihm seine Sünden vergeben. Er befindet sich dann demnach wieder auf dem richtigen Weg des Gnadenstandes. Die Armut wird nicht als „ökonomisch-gesellschaftlich“ betrachtet, sondern als „religiös-ethisch“.
Thomas von Aquin beschäftigte sich zusätzlich noch mit der Barmherzigkeit. Nach Aquin wird diese in der Praxis in sieben Handlungen unterteilt: lehren und beraten, trösten, aber auch verbessern, beten, sowie ertragen und vergeben (vgl. Callo 2005, S.36). Die Barmherzigkeit ist dafür zuständig, dass der Mensch aus freien Stücken gibt, weil er Mitleid und Trauer dem Leidenden gegenüber verspürt (vgl. Engelke 1998, S.38). Die Barmherzigkeit verleitet den Menschen demnach zum sozialen Handeln (vgl. Callo 2005, S.36). Die Theorie wurde im Mittelalter tagtäglich umgesetzt (Praxis), da die Menschen ihre Sünden bereinigen wollten und der Glaube (Gebot der Nächstenliebe) sie dazu verleitete.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Verfasserin führt in die Fragestellung ein, ob Soziale Arbeit im Mittelalter existierte, und gibt einen Überblick über die methodische Vorgehensweise und die geplanten inhaltlichen Schwerpunkte.
1. Begriffserklärung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Sozialen Arbeit definiert sowie die Theorie der Almosenlehre nach Thomas von Aquin als historischer Bezugspunkt erläutert.
2. Soziale Arbeit im Mittelalter- Die Armenhilfe: Dieses Kapitel untersucht die historische Armenhilfe, deren Ursachen und die Rolle kirchlicher sowie privater Fürsorge im Vergleich zu modernen Hilfssystemen.
3. Das Mittelalter: Hier werden die mentalen, sozialen und religiösen Rahmenbedingungen des Mittelalters beleuchtet, die das damalige Hilfswesen maßgeblich prägten.
3.1 Mentalität und Lebensgefühl: Das Kapitel beschreibt den Einfluss der christlichen Religion und die harte Lebensrealität der Menschen, welche die Notwendigkeit von Glaube und gegenseitiger Unterstützung verstärkten.
3.2 Die Grundherrschaft: Hier wird die damalige Lehnshierarchie erläutert, in der Armut ein soziales Ausschlusskriterium darstellte und Bettelordnungen die Verteilung von Almosen reglementierten.
3.3 Gläubige: Das Kapitel fokussiert auf die Rolle von Klöstern, Mönchen und Nonnen bei der Armenfürsorge und die Umsetzung des Gebots der Nächstenliebe.
4. Schlusswort: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die heutige Soziale Arbeit zwar Wurzeln in der mittelalterlichen Armenhilfe hat, sich jedoch durch einen professionellen und nachhaltigen Ansatz von ihr unterscheidet.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Mittelalter, Armenhilfe, Armut, Thomas von Aquin, Almosenlehre, Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Grundherrschaft, Bettelordnungen, Soziale Probleme, Geschichte der Sozialen Arbeit, Religion, Kirche, Resozialisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die historische Frage, ob es bereits im Mittelalter eine Form von Sozialer Arbeit gab, und setzt diese in Bezug zur heutigen professionellen Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung Sozialer Arbeit, die historische Armenfürsorge des Mittelalters, religiöse Motivationsfaktoren sowie die gesellschaftliche Ordnung der Epoche.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu belegen, dass die moderne Soziale Arbeit zwar in der mittelalterlichen Armenhilfe wurzelt, sich aber durch eine präventive und nachhaltige Zielsetzung von der damaligen, oft nur temporären Hilfe unterscheidet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, um Begriffe theoretisch zu klären und historische Strukturen mit aktuellen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse der mittelalterlichen Armenhilfe, die Untersuchung der damaligen Mentalität und Grundherrschaft sowie die Rolle der Gläubigen in der Armenfürsorge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Soziale Arbeit, Mittelalter, Armenhilfe, Nächstenliebe, Thomas von Aquin und Sozialgeschichte.
Welche Bedeutung hatte Thomas von Aquin für die Argumentation?
Er dient als wichtiger theoretischer Ankerpunkt, um zu verdeutlichen, wie im Mittelalter religiöse Ethik und die Vergabe von Almosen miteinander verknüpft waren.
Inwieweit werden Vergleiche zur heutigen Zeit gezogen?
Die Autorin zieht gezielte Parallelen zur heutigen Zeit, insbesondere durch den Vergleich mittelalterlicher Armenhilfe mit modernen Institutionen wie den Tafeln und dem Deutschen Roten Kreuz.
Warum wird der Begriff "Sozialarbeit" kritisch hinterfragt?
Weil der heutige Begriff der professionellen Sozialarbeit eine langfristige und ressourcenorientierte Zielsetzung impliziert, die im Mittelalter in der Form nicht existierte.
- Arbeit zitieren
- Sabrina Kurek (Autor:in), 2010, Vom Kloster zur Profession - Der Prozess der Modernisierung der Sozialen Arbeit., München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202549