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Zweiseitige Märkte: Regulierung von Telekommunikationsmärkten und die Auswirkungen auf den Telekommunikationsmarkt

Title: Zweiseitige Märkte: Regulierung von Telekommunikationsmärkten und die Auswirkungen auf den Telekommunikationsmarkt

Seminar Paper , 2012 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Patrick Mutert (Author)

Economics - Micro-economics

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Zwischen 2004 und 2011 stieg die Zahl der Teilnehmer in deutschen Mobilfunknetzen von 76,1 Mio. auf 114,13 Mio. Im gleichen Zeitraum verbuchte Facebook einen 900-fachen Nutzerzuwachs. Diese Zahlen sind beeindruckend, aber einfach zu erklären. Sowohl die Mobilfunknetze als auch Facebook sind Anbieter, die Plattformen für die Kommunikation zwischen Menschen bereitstellen. Je mehr Teilnehmer auf einer Plattform interagieren, desto größer ist der Nutzen für jeden einzelnen Teilnehmer. Kommt auf der einen Seite also ein Nutzer hinzu, profitieren auf der anderen Seite alle bereits existierenden Nutzer.
Diese junge Disziplin der zweiseitigen Märkte beschreibt und untersucht seit einer Dekade die Theorie von der optimalen Preissetzung der Plattformen über die ideale Regulierung bis hin zur Effizienz. Um das Konzept der zweiseitigen Märkte zu erklären, haben Evans und Schmalensee ein einfaches Beispiel gewählt, welches ich hier einleitend aufgreifen werde. Eine Diskothek bietet heterosexuellen Frauen und Männern eine Plattform an, um sich kennen zu lernen. Da Frauen einerseits von der Anwesenheit von Männern und Männer von der Anwesenheit von Frauen profitieren, muss die Diskothek also sowohl Frauen als auch Männer auf die Tanzfläche locken. Die Preissetzung der Diskothek ist eine Möglichkeit zur Kontrolle der Anzahl teilnehmender Personen. Stellt der Diskothekenbetreiber eine nicht ausreichende Anzahl von Frauen im Club fest, so werden aus der wartenden Menge die Damen herausgepickt und bevorzugt in die Diskothek gelassen. Aber auch Freigetränke oder niedrigere Preise für die potentielle weibliche Kundschaft sind beliebte Anreize. Anhand dieses Beispiels lassen sich alle relevanten Themenbereiche von zweiseitigen Märkten zusammenfassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zweiseitige Märkte – Anwendung der Theorie auf den Telekommunikationsmarkt

3 Regulierung von Telekommunikationsmärkten

3.1 Notwendigkeit von Regulierung in monopolistischen Telekommunikationsmärkten

3.2 Der Wasserbetteffekt – Ergebnis exogener Terminierungsentgelte

4 Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen einer Regulierung von Terminierungsentgelten auf die Verbraucherpreise in Telekommunikationsmärkten unter Berücksichtigung der Theorie zweiseitiger Märkte.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen zweiseitiger Märkte
  • Untersuchung der Notwendigkeit von Regulierung bei monopolistischen Marktstrukturen
  • Erklärung des sogenannten Wasserbetteffekts im Telekommunikationssektor
  • Darstellung der Zusammenhänge zwischen exogenen Terminierungsentgelten und Verbraucherpreisen

Auszug aus dem Buch

3.1 Notwendigkeit von Regulierung in monopolistischen Telekommunikationsmärkten

Aufgrund der subadditiven Kostenstruktur beim Aufbau von Telekommunikationsnetzen existieren natürliche Monopole. Der Aufbau eines eigenen Netzes je Telekommunikationsanbieter würde demnach zu volkswirtschaftlichen Ineffizienzen führen, da ein einzelner Netzbetreiber die infrastrukturelle Basis günstiger bereitstellen kann als mehrere Firmen. Die Netzbetreiber bezeichnet man im Telekommunikationsmarkt deshalb als vertikal integrierte Unternehmen. Sie realisieren von der Transportebene über die Vermittlungsebene bis hin zur Vertriebsebene alle notwendigen Schritte selbst. Diese Tatsache erschwert möglichen Entrants den Markteintritt aufgrund mangelnder Marktmacht. Die Tatsache, dass in jedem Telekommunikationsmarkt nicht nur ein Netzbetreiber sondern mehrere agieren, führt zwar zu einem Preiswettbewerb in den Verbraucherpreisen, jedoch nicht zu einem Preiswettbewerb in den Terminierungsentgelten.

Anhand eines einfachen Modells hat Armstrong bereits gezeigt, dass eine monopolistische Marktstruktur in zweiseitigen Märkten zu einer Abweichung des wohlfahrtsmaximierenden Preises führt. Er nimmt an, dass zwei Gruppen A und B existieren, die wechselseitig von der Existenz der jeweils anderen Gruppe profitieren. Die Anzahl der Nutzer ist durch nA und nB gegeben. Der Nutzen beider Gruppen ergibt sich aus: 2) uA = αA * nB - pA; uB = αB * nA - pB mit p1 und p2 als Nutzungspreise für die Plattform. αA und αB messen die direkten Netzwerkeffekte der Nutzer beider Gruppen, die durch die Interaktion von A-Nutzern mit B-Nutzern und vice versa entstehen. Für den Monopolisten entstehen Grenzkosten in Höhe von f1 und f2. Der wohlfahrtsmaximale Preis ergibt sich nach der Maximierung der Wohlfahrtsfunktion 3) W = π(uA, uB) + vA(uA) + vB(uB) mit vA(uA) und vB(uB) als Konsumentenrente in Abhängigkeit des Nutzens folgendermaßen 4) pA = fA - αB * nB; pB = fB - αA * nA. Die optimalen Preise ergeben sich also aus Grenzkosten der Bereitstellung, von denen die direkten Netzwerkeffekte von B-Nutzern durch einen zusätzlichen A-Nutzer subtrahiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Wachstum der Telekommunikationsmärkte ein und definiert das Forschungsziel der Untersuchung der Regulierungsfolgen auf Verbraucherpreise.

2 Zweiseitige Märkte – Anwendung der Theorie auf den Telekommunikationsmarkt: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der zweiseitigen Märkte, direkte und indirekte Netzwerkeffekte sowie die Relevanz der kritischen Masse.

3 Regulierung von Telekommunikationsmärkten: Das Kapitel analysiert die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe aufgrund natürlicher Monopole und erklärt formal den Wasserbetteffekt bei der Regulierung von Terminierungsentgelten.

4 Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, dass eine Regulierung ohne Berücksichtigung der zweiseitigen Marktstruktur Wohlfahrtsverluste verursachen kann.

Schlüsselwörter

Zweiseitige Märkte, Telekommunikationsmarkt, Terminierungsentgelte, Wasserbetteffekt, Netzwerkeffekte, Regulierung, Verbraucherpreise, Monopol, Grenzkosten, Wohlfahrt, Marktstruktur, Markteintritt, Infrastruktur, Netzbetreiber, Preiswettbewerb

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Regulierung von Telekommunikationsmärkten und deren Auswirkungen auf die Preise, die Endverbraucher für ihre Dienste zahlen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind zweiseitige Märkte, die Preisbildung durch Netzbetreiber, der regulatorische Umgang mit Terminierungsentgelten und die Analyse von Netzwerkeffekten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Zusammenhänge darzustellen, wie die Regulierung von Terminierungsentgelten die Endkundenpreise und die Gesamtwohlfahrt beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein formal-theoretischer Ansatz gewählt, der auf Modellen zur Preisbildung in zweiseitigen Märkten (u.a. nach Armstrong und Genakos/Valetti) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung zweiseitiger Märkte und die spezifische Analyse monopolistischer Marktstrukturen im Telekommunikationsbereich inklusive der Herleitung des Wasserbetteffekts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind zweiseitige Märkte, Terminierungsentgelte, Wasserbetteffekt, Netzwerkeffekte, Regulierung und Verbraucherpreise.

Was besagt der Wasserbetteffekt in dieser Arbeit?

Der Wasserbetteffekt beschreibt das Phänomen, dass sinkende Terminierungsentgelte durch eine Erhöhung der anderen Preise (z. B. Grundpreise) kompensiert werden, was letztlich zu höheren Verbraucherpreisen führen kann.

Warum ist eine Regulierung bei monopolistischen Strukturen problematisch?

Weil bei natürlichen Monopolen die Kostenstruktur (Subadditivität) gegen einen freien Wettbewerb spricht, was ohne Regulierung zu ineffizienten Preissetzungen und Wohlfahrtsverlusten führt.

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Details

Title
Zweiseitige Märkte: Regulierung von Telekommunikationsmärkten und die Auswirkungen auf den Telekommunikationsmarkt
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,3
Author
Patrick Mutert (Author)
Publication Year
2012
Pages
21
Catalog Number
V202394
ISBN (eBook)
9783656285878
ISBN (Book)
9783656287865
Language
German
Tags
Zweiseitige Märkte Regulierung Two-sided markets Netzwerkökonomik Mikroökonomik Mobilfunk Volkswirtschaftslehre VWL Social Media
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Mutert (Author), 2012, Zweiseitige Märkte: Regulierung von Telekommunikationsmärkten und die Auswirkungen auf den Telekommunikationsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202394
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