Nach Berger und Luckmanns Theorie der „gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit“ (1972), ist nur das Wirklichkeit, was Institutionen des Handelns als solche anerkennen und durch Sprache vermitteln. Der Diskurs prägt also nicht nur die Art und Weise wie die Wirklichkeit rezipiert wird, sondern erschafft bzw. konstruiert diese originär. Themen die nicht Teil des Diskurses sind, existieren demnach nicht – bzw. nicht in einem Ausmaß, das diese gesellschaftliche Relevanz erlangen würde. Eine Erkenntnis, welche der Rolle sog. Institutionen des Handelns einen entscheidenden Stellenwert beimisst – schließlich entscheidet die Summe dieser Institutionen über nichts Geringeres als über das was Wahrheit ist und damit existiert bzw. nicht existiert. Es lohnt also, sich mit diesem Bereich im Detail auseinander zu setzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung.
Argument/ Forschungsansatz
Forschungsleitende Fragestellung.
Hypothese/ Kausaler Mechanismus.
Abgrenzung der Forschung.
Methode/ Operationalisierung.
Werte
2. Hauptteil – Analyse der Daten
ÖVP 2007
ÖVP 2011
SPÖ 2007
SPÖ 2011
Die Daten auf einen Blick.
Resümee der Datenanalyse.
3. Beantwortung der Fragestellung
Hypothese.
4. Anhang/ Abkürzungsverzeichnis
5. Anhang/ Literatur- und Quellenverzeichnis
Dokumente
Internetquellen
Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die dialektische Dynamik des politischen Diskurses zwischen den Polen Arbeit und Kapital, repräsentiert durch SPÖ und ÖVP, um festzustellen, ob die Wirtschafts- und Finanzkrise seit 2008 zu einem Wechsel in der politischen Themenführerschaft geführt hat.
- Analyse des Wandels der Diskursführerschaft
- Vergleich der Diskurse vor (2007) und während (2011) der Krise
- Untersuchung parteispezifischer Deutungsmuster (Frames)
- Rolle der Grundwerte bei der Diskursgestaltung
- Evaluierung der Themenführerschaft im Wirtschaftsdiskurs
Auszug aus dem Buch
Argument/ Forschungsansatz
In meiner Arbeit gehe ich von einer dialektischen Dynamik des Diskurses zwischen den Polen Arbeit und Kapital [repräsentiert durch die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) und die Österreichische Volkspartei (ÖVP)] aus, welche in Abhängigkeit von der weltwirtschaftlichen sowie weltpolitischen Entwicklung die Themenführerschaft zwischen den beiden Polen wechseln lässt.
Ich leite diese Annahme aus den Entwicklungen der 1980er und 90er Jahre ab, welche Robert Kriechbaumer als das „Scheitern des sozialdemokratischen Gesamtkunstwerkes“ bezeichnet (1990, 633). Eine Phase also in welcher vor allem der Misserfolg des keynesianischen Wirtschaftsmodells aufgrund geänderter wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen mit zum Aufschwung neoliberaler Wirtschaftskonzepte beitrug und so das Heft des Handelns – in dem Sinne die Themenführerschaft bei der Diskursgestaltung – von der linken zur rechten Seite des politischen Spektrums verschob. Dies lässt sich u.a. daran erkennen, dass einem Reformbedarf im Bereich der verstaatlichten Industrie auch von Seiten der Sozialdemokratie nicht mehr widersprochen wurde und beispielsweise Privatisierungen auch von der politischen Linken als gut bzw. notwendig erachtet wurden (vgl. Transkript der Sendung „Alpha Forum“, BR-Online1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung.: Einführung in die diskurstheoretischen Grundlagen und Darlegung der forschungsleitenden Fragestellung sowie der methodischen Vorgehensweise.
2. Hauptteil – Analyse der Daten: Detaillierte Auswertung von Presseaussendungen der SPÖ und ÖVP aus den Jahren 2007 und 2011 hinsichtlich der verwendeten Deutungsmuster und Grundwerte.
3. Beantwortung der Fragestellung: Synthese der Ergebnisse, die zeigt, dass kein Wechsel der Themenführerschaft stattfand, sondern eine Reideologisierung beider Parteien.
4. Anhang/ Abkürzungsverzeichnis: Auflistung der verwendeten Akronyme und Begriffe.
5. Anhang/ Literatur- und Quellenverzeichnis: Zusammenstellung der verwendeten Dokumente, Internetquellen und Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Politischer Diskurs, Themenführerschaft, SPÖ, ÖVP, Wirtschafts- und Finanzkrise, Diskursanalyse, Deutungsmuster, Framing, Grundwerte, Neoliberalismus, Wirtschaftspolitik, Parteienwettbewerb, Sozialdemokratie, Konservatismus, Ideologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie sich der politische Diskurs zwischen SPÖ und ÖVP in den Jahren 2007 und 2011 entwickelt hat und ob die Finanzkrise die Themenführerschaft verschoben hat.
Welche Themenfelder sind zentral?
Das Hauptaugenmerk liegt auf wirtschaftspolitischen Diskursen, insbesondere im Kontext von Arbeitsmarkt, Budgetpolitik und der Rolle des Staates.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Autor untersucht, ob die seit 2008 andauernde Wirtschafts- und Finanzkrise zu einem Wechsel in der politischen Themenführerschaft von der rechten zur linken Seite des politischen Spektrums geführt hat.
Welche Methode wird angewandt?
Es wird eine vergleichende, parteienzentrierte Diskursanalyse unter Einbeziehung von Presseaussendungen und der theoretischen Konzepte von Reiner Keller sowie Georg Lakoff angewendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden 64 relevante Presseaussendungen detailliert analysiert und die darin enthaltenen Deutungsmuster den parteieigenen Grundwerten zugeordnet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Diskurs, Framing, Deutungsmuster, Themenführerschaft und Parteienwettbewerb geprägt.
Bestätigt die Analyse die aufgestellte Hypothese?
Nein, die Hypothese eines Wechsels in der Themenführerschaft konnte nicht verifiziert werden; stattdessen ist eine verstärkte Rückbesinnung beider Parteien auf ihre eigenen Ideologien festzustellen.
Warum spielt das Jahr 2007 für die Untersuchung eine Rolle?
Das Jahr 2007 dient als Referenzpunkt vor der Finanzkrise, um den Ausgangszustand der parteipolitischen Diskursführung zu erfassen.
Welche Rolle spielen "Deep Seated Frames" in dieser Arbeit?
Sie repräsentieren die zugrundeliegenden moralischen und politischen Prinzipien einer Partei, die festlegen, was als Wahrheit und legitimes Argument im Diskurs wahrgenommen wird.
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- BA Markus Philipp Vogtenhuber (Author), 2012, Politischer Diskurs zwischen Links und Rechts, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/201648