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Rechtspluralismus in Afrika – Entstehung, Folgen und Probleme

Titel: Rechtspluralismus in Afrika – Entstehung, Folgen und Probleme

Hausarbeit , 2008 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tobias Bönte (Autor:in)

Politik - Region: Afrika

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Afrika und Rechtsstaat, das ist aus unserer westlichen Sichtweise ein Begriffspaar, das in vielen Fällen nicht zusammenpasst. Das Verständnis des Begriffs „Rechtsstaat“ in unserer westlichen Sichtweise ist tatsächlich mit den meisten afrikanischen Staaten nicht in Einklang zu bringen. Ein Punkt, der, sei es von Forschern oder auch von Laien, in diesem Zusammenhang gerne als Makel des afrikanischen Rechts angeführt wird, ist die Existenz mehrerer konkurrierender Rechtsnormen in vielen afrikanischen Staaten. Tatsächlich existiert, wie ich in der folgenden Arbeit zu zeigen versuche, in den meisten afrikanischen Staaten neben dem staatlichen Recht auch ein informelles, traditionelles Recht, das, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, vielfach noch Anwendung findet. Der Forschungsbereich der Rechtsethnologie fand für dieses Vorhandensein mehrerer, verschiedener, gleichzeitig gültiger Rechtsordnungen den Begriff des Rechtspluralismus.
Dieser Begriff ist jedoch sehr unterschiedlich besetzt. Es gibt Definitionen von Rechtspluralis-mus, die weiter gefasst sind und auch unsere westliche Welt als rechtsplural erscheinen lassen. So stellt Rüdiger Schott fest, Rechtspluralismus sei empirisch gesehen der für alle menschlichen Gesellschaften „normale“ Zustand, nicht nur in Afrika. Rechtsgleichheit ist für ihn ein utopisches Traumziel der Philosophen oder ein in der Realität nur sehr unvollkommen verwirk-lichter Ausnahmefall der gesellschaftlichen und rechtlichen Ordnung. Interpretiert man Rechtspluralismus als Gewährung von Sonderrechten in einer Rechtsordnung, so kann man dem Autor Recht geben. Als mögliches Beispiel kann man hier die Wehrpflicht anführen, die nur dem männlichen Teil der Bevölkerung auferlegt ist. Bei genauem Hinsehen können noch viele andere Privilegien gefunden werden, die gesetzlich festgesetzt sind.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich jedoch auf Rechtspluralismus im Sinne des Kon-flikts von mehreren, gleichzeitig nebeneinander gültigen Rechtsnormen beschäftigen. Hierzu möchte ich die Entstehung dieses Zustands und die daraus resultierenden Probleme näher beleuchten

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Rechtspluralismus in Afrika

1. Die Unterscheide zwischen traditionellem und modernem Recht

2. Die Entstehung des Rechtspluralismus in Afrika

2.1. Präkoloniale Rechtssysteme

2.2. Koloniale Rechtssysteme

2.3. Postkoloniale Rechtssysteme

3. Probleme des heutigen Rechtspluralismus

C. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit setzt sich zum Ziel, das Phänomen des Rechtspluralismus in Afrika zu untersuchen, wobei der Fokus auf dessen historischer Entstehung, den daraus resultierenden Problemen im modernen Staatsgefüge und der Spannung zwischen traditionellen Gewohnheitsrechten und staatlichen Rechtssystemen liegt.

  • Historische Entwicklung der afrikanischen Rechtssysteme (vorkolonial bis postkolonial)
  • Gegenüberstellung von traditionellem Gewohnheitsrecht und modernem staatlichem Recht
  • Sozio-ökonomische Auswirkungen und soziale Disparitäten zwischen Zentrum und Peripherie
  • Problematiken der staatlichen Rechtsdurchsetzung und Akzeptanz bei der Bevölkerung
  • Zusammenhang zwischen Bildung, Modernisierung und der Anerkennung universaler Menschenrechte

Auszug aus dem Buch

2.1. Präkoloniale Rechtssysteme

In der präkolonialen Zeit war Afrika allein vom traditionellen Gewohnheitsrecht geprägt. Jeder soziale Zusammenschluss, sei es eine Dorf- oder Stammesgemeinschaft, hatte seine eigene Rechtskultur. So gab es eine Vielzahl verschiedener Rechtskulturen, die jeweils für eine bestimmte Personengruppe zuständig war. „Eine die einzelnen Gemeinwesen übergreifende Rechtsgleichheit war allenfalls durch bestimmte religiöse Grundüberzeugungen, z.B. durch den gemeinsamen Glauben an einen Hochgott, an die Erde als Gottheit und an die Macht der Ahnen, gegeben.“ Somit war das vorkoloniale Afrika durch eine sehr starke rechtliche Partikularität geprägt. Eine weitere Ursache, die den rechtlichen Partikularismus sehr verstärkte, waren die oft vorhandenen Sprachbarrieren der Gemeinschaften untereinander. So war es nicht ungewöhnlich, dass Stämme, deren Gebiete direkt aneinander angrenzten, völlig unterschiedliche Sprachen hatten und eine einheitliche Rechtssprechung somit sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, gewesen wäre. Wie ich an späterer Stelle dieser Arbeit zeigen werde, ist der Faktor Sprache bis heute ein entscheidender Faktor, der den Rechtspluralismus fördert. Innerhalb der vorkolonialen Rechtskulturen gab es ein differenziert abgestuftes System von sozialen Statuspositionen, die sich auch in den Urteilen und den Prozessmodalitäten widerspiegelten. So wurden ältere Stammesangehörige oft auf Grund ihres sozialen Status bevorzugt, während jüngere eher benachteiligt wurden. Auch das Geschlecht und der Beruf spielte bei einigen Gruppen eine nicht unwesentliche Rolle. Wie man bereits merkt, ist es nicht einfach eine generelle Tendenz auszumachen, denn die vielen verschiedenen Rechtssysteme und –auffassungen unterschieden sich teils grundsätzlich von Ethnie zu Ethnie.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Rechtspluralismus ein und verdeutlicht, dass das westliche Verständnis eines einheitlichen Rechtsstaates in vielen afrikanischen Staaten aufgrund der Koexistenz von traditionellem und staatlichem Recht nicht greift.

B. Rechtspluralismus in Afrika: Dieses Kapitel analysiert die strukturellen Unterschiede zwischen den Rechtssystemen und beleuchtet die historische Genese vom präkolonialen über das koloniale bis hin zum postkolonialen Zustand, die zur heutigen dualen Gerichtsstruktur führte.

1. Die Unterscheide zwischen traditionellem und modernem Recht: Hier werden die fundamentalen Gegensätze wie Rechtsquelle, Form (mündlich vs. schriftlich), Zielsetzung (Kompensation vs. Bestrafung) und die Rolle der Richter gegenübergestellt.

2. Die Entstehung des Rechtspluralismus in Afrika: Dieser Abschnitt ordnet die Entwicklung in drei zeitliche Phasen ein, um zu zeigen, wie durch koloniale Einflüsse und spätere staatliche Versuche der Einigung das heutige Gefüge entstand.

2.1. Präkoloniale Rechtssysteme: Es wird die Vielfalt der Rechtskulturen und der durch Sprachbarrieren und soziale Statusunterschiede geprägte Partikularismus der vorkolonialen Zeit beschrieben.

2.2. Koloniale Rechtssysteme: Dieses Kapitel erläutert die Einführung einer dualen Gerichtsstruktur durch die Kolonialmächte, bei der traditionelles Recht oft für zivile Angelegenheiten blieb, während staatliche Gerichte schwere Verbrechen abdeckten.

2.3. Postkoloniale Rechtssysteme: Die Autorin beschreibt das Scheitern vieler Versuche nach der Kolonialzeit, ein einheitliches Rechtssystem zu etablieren, und zeigt verschiedene Ansätze zur Handhabung der pluralistischen Realität auf.

3. Probleme des heutigen Rechtspluralismus: Abschließend werden die Konflikte thematisiert, die durch die Modernisierung, die Entfremdung der Landbevölkerung vom staatlichen Recht und die Debatte um Menschenrechte entstehen.

C. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und argumentiert, dass Bildung der entscheidende Schlüssel zur langfristigen Akzeptanz und Implementierung eines modernen Rechtssystems in Afrika ist.

Schlüsselwörter

Rechtspluralismus, Afrika, traditionelles Recht, Gewohnheitsrecht, modernes staatliches Recht, Kolonialgeschichte, Rechtskultur, Rechtsspaltung, soziale Differenz, Zentrum-Peripherie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Partikularismus, Bildung, Rechtssprechung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Existenz konkurrierender Rechtsnormen in afrikanischen Staaten, einem Phänomen, das als Rechtspluralismus bezeichnet wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung des Rechts in Afrika, den Kontrast zwischen traditionellen indigenen Normen und importierten westlichen Rechtssystemen sowie die sozialen Folgen dieser Spaltung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entstehung des heutigen Rechtspluralismus nachzuvollziehen und die daraus resultierenden Probleme für die staatliche Ordnung und die Bevölkerung zu beleuchten.

Welche methodische Herangehensweise wählt der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse, um die historischen Phasen sowie die theoretischen Differenzen zwischen verschiedenen Rechtsordnungen wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Unterschiede zwischen traditionellem und modernem Recht sowie die spezifischen Entwicklungen während der präkolonialen, kolonialen und postkolonialen Epoche.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rechtspluralismus, Gewohnheitsrecht, koloniale Rechtsspaltung, Rechtsethnologie und das Spannungsfeld zwischen Zentrum und Peripherie charakterisiert.

Warum wird in der Arbeit auch der Begriff Gerichtspluralismus verwendet?

Da in vielen Staaten nicht nur unterschiedliche Rechtsnormen existieren, sondern auch verschiedene Instanzen (Dorf-/Stammesgerichte vs. staatliche Gerichte) koexistieren, spricht der Autor von einem Gerichtspluralismus.

Welche Rolle spielt die Bildung bei der Überwindung des Rechtspluralismus laut der Arbeit?

Der Autor sieht in einer flächendeckenden Bildung das einzige Mittel, um die Bevölkerung für westlich geprägte Menschenrechte und ein staatliches Rechtsverständnis zu gewinnen und so langfristig die Kluft zum traditionellen Recht zu verringern.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rechtspluralismus in Afrika – Entstehung, Folgen und Probleme
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft)
Note
1,3
Autor
Tobias Bönte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V197624
ISBN (eBook)
9783656237228
ISBN (Buch)
9783656238188
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Afrika Rechtspluralismus international Recht Gewohnheitsrecht internationale Beziehungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Bönte (Autor:in), 2008, Rechtspluralismus in Afrika – Entstehung, Folgen und Probleme, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/197624
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Leseprobe aus  15  Seiten
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