[...] Auch die Forderung nach Work-Life-Balance findet neue Nahrung. Psychische Erkrankungen sind für den einzelnen Betroffenen ein großes Problem. Auch aus Sicht der Betriebe ist der Schaden enorm. Angesichts der steigenden psychischen Belastungen in der Arbeitswelt, nimmt gleichzeitig der Anteil psychischer Störungen an den Arbeitsunfähigkeitsdiagnosen kontinuierlich zu. Psychische Erkrankungen sind mittlerweile der häufigste Grund für krankheitsbedingte Frühberentungen. Doch psychische Belastungen müssen nicht automatisch und zwangsläufig zu Burn-out oder Depression führen. Um dies zu verhindert, ist zunächst einmal Wissen über die Entwicklung psychischer Belastungsfaktoren unerlässlich. Erst dann lassen sich Gestaltungsmöglichkeiten für die betriebliche Praxis erfolgsversprechend realisieren. Zentrale Elemente finden sich in der Stärkung der Ressourcen, Veränderungen der Arbeitsorganisation und die Gestaltung einer gesundheitsfördernden Unternehmenskultur. Dabei spielt der Präventionsgedanke eine wichtige Rolle. Die vorliegenden Hausarbeit, welche im Rahmen des Masterfernstudiums „Personalentwicklung“ an der TU Kaiserslautern angefertigt wurde, beschäftigt sich mit den Herausforderungen an das Personalmanagement und die Personalentwicklung durch das „Burnout-Syndrom“ angesichts der sich vollziehenden oder drohenden gesellschaftlichen Veränderungen. Es geht um die Beantwortung der Frage, welche Aufgaben der Personalentwicklung zukommen, um auf die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Veränderungen sowohl mitarbeiter- als auch unternehmensorientiert zu reagieren. Dafür soll zunächst der Begriff „Burnout“ hinsichtlich seiner Ursachen, Symptome und Folgen erörtert werden. Anschließend wird in einem eigenen Kapitel das Instrument des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, welches besonders im Zusammenhang mit Burnout-Prävention von zentraler Bedeutung ist, eingehend behandelt. Das letzte Kapitel konzentriert sich auf die Beschreibung von Maßnahmen zur Gestaltung einer gesunden Unternehmenskultur und Arbeitsumgebung als zentrale Aufgabe einer Personalentwicklung des 21. Jahrhundert. Dabei erfolgt auch die Einordnung der Hausarbeit in das Modul „Arbeitsorganisation“ mit dem Schwerpunkt auf sich wandelnde Arbeitsstrukturen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Burnout – Prävention und Umgang als brisantes Thema für die Personalentwicklung
2.1 Burnout – Massenphänomen oder ernstzunehmende Diagnose?
2.2.1 Begriffsklärung
2.1.2 Ursachenforschung
2.1.3 Folgen für Individuum, Unternehmen und Wirtschaft
2.2. Burnout-Prävention im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BEM)
2.1.1 Der lange Weg zur Gesundheit
2.2.2 Gesetzliche Verankerung, Verordnungen, Richtlinien, Normen
2.2.3 Ein Beispiel aus der Praxis
2.3 Die Gestaltung einer gesunden Unternehmenskultur und Arbeitsumgebung als zentraler Aufgabe der Personalentwicklung im 21. Jahrhundert
2.3.1 Entwicklung und Förderung einer Vertrauenskultur
2.3.2 Verhaltensprävention
2.3.3 Verhältnisprävention
2.3.4 Führungsqualität und Kommunikation
3. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Burnout-Syndrom als aktuelle Herausforderung für das Personalmanagement und die Personalentwicklung vor dem Hintergrund sich wandelnder gesellschaftlicher und betrieblicher Arbeitsstrukturen.
- Analyse von Ursachen, Symptomen und Folgen des Burnout-Syndroms
- Rolle des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BEM) bei der Burnout-Prävention
- Bedeutung der Unternehmenskultur für die psychische Gesundheit
- Strategien der Personalentwicklung zur Förderung von Verhaltens- und Verhältnisprävention
- Bedeutung von Führungsqualität und Kommunikation in der Arbeitswelt
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Ursachenforschung
Die Forschung streitet sich immer noch über die möglichen Ursachen des Burnout-Syndroms. Somit existieren verschiedene Erklärungsmodelle für das Entstehen psychischer Belastungen im Berufsleben (vgl. Riegel / Schlichtmann 2011):
• Wandel der Arbeitsstrukturen: Dr. Anja Gerlmaier vom Institut für Arbeit und Qualifikation an der Uni Duisburg-Essen beschreibt die sich seit Mitte der 80er-Jahre vollziehenden tief greifenden Umbruchprozesse in unserer Arbeitswelt. In vielen Unternehmen wurden Personalabbauprogramme und Rationalisierungsstrategien durchgeführt, um die Wettbewerbsfähigkeit angesichts einer globalisierten Ökonomie zu sichern. Die Schattenseiten dieser Maßnahmen zeigen in Form wachsender Arbeitsverdichtung und Arbeitsplatzunsicherheit (vgl. Gerlmeier/Latniak 2010, Zink 2010). Dies geht mit einer kontinuierlichen Steigerung von Stress- und Erschöpfungserleben unter den Beschäftigten einher (vgl. Gerlmeier & Latniak, 2010).
Auch die neueren Konzepte der Gruppen-, Team- und Projektarbeit (vgl. Zink 2010) bergen Risikofaktoren. Sie fördern zwar die Identifikation mit der Arbeitsaufgabe und einer sozialen Einheit. Allerdings sehen einige Wissenschaftler im Zusammenbruch der Gemeinschaft am Arbeitsplatz eine wesentliche Ursache für die Entwicklung psychischer Erkrankungen, denn ein eingespieltes Team von vertrauten Kolleginnen und Kollegen kann Arbeitsstress teilweise abfedern. Ein gutes Sozialklima ist somit eine Ressource gegen Burnout. In vielen Betrieben ist jedoch der ständige Wechsel der Normalfall. Für rasch wechselnde Aufgaben werden immer neue „Teams“ aus wechselnden Personen gebildet. Die modernen „Team-Player“ sind geradezu aufgefordert, von bisherigen Kooperationen abzurücken (Hien 2008). Der Verlust von kollegialem Austausch, dauernde Konkurrenz zwischen „Einzelkämpfern“ und die steigende Tendenz zur Isolation begünstigen Burnout.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Relevanz von Burnout als Massenphänomen und die daraus resultierenden negativen Konsequenzen für Beschäftigte sowie Unternehmen.
2. Burnout – Prävention und Umgang als brisantes Thema für die Personalentwicklung: Dieses Kapitel erörtert Ursachen, Symptome und Folgen von Burnout und betrachtet das Betriebliche Gesundheitsmanagement als zentrales Instrument der Prävention sowie die Bedeutung einer gesunden Unternehmenskultur.
3. Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt die Notwendigkeit dar, dass sich Personalentwicklung in Zeiten des Wertewandels intensiv mit der Sinnhaftigkeit von Arbeit und individuellen Arbeitsgestaltungsprinzipien auseinandersetzen muss.
Schlüsselwörter
Burnout-Syndrom, Personalentwicklung, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Psychische Belastung, Prävention, Unternehmenskultur, Arbeitsorganisation, Arbeitsverdichtung, Führungskompetenz, Work-Life-Balance, Verhaltensprävention, Verhältnisprävention, Beschäftigungsfähigkeit, Mitarbeiterbindung, Wertschätzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Burnout-Syndrom und der Frage, wie die Personalentwicklung durch Präventionsmaßnahmen und eine gesunde Unternehmenskultur auf die steigende psychische Belastung in der Arbeitswelt reagieren kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Ursachenforschung von Burnout, das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BEM), die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Arbeitsschutz sowie die Gestaltung von Arbeitsstrukturen durch die Personalentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Herausforderungen an das Personalmanagement zu identifizieren, um mitarbeiter- und unternehmensorientiert auf gesellschaftliche Veränderungen und psychische Belastungsfaktoren zu reagieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufarbeitung aktueller Studien zu Arbeitsbelastungen sowie der Einordnung dieser in das Modul „Arbeitsorganisation“ des Fernstudiums.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Definition von Burnout, arbeitsplatzbezogene Ursachen, die gesetzliche Verankerung des Gesundheitsschutzes, Praxisbeispiele (wie die Daimler AG) sowie Maßnahmen der Verhaltens- und Verhältnisprävention.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Burnout-Prävention, Personalentwicklung, Betriebliches Gesundheitsmanagement, psychische Belastung, Unternehmenskultur und Arbeitsorganisation.
Wie kann eine Unternehmenskultur Burnout entgegenwirken?
Durch den Aufbau einer Vertrauenskultur, die Entstigmatisierung psychischer Belastungen sowie die Vorbildfunktion und Authentizität der Führungskräfte kann ein Umfeld geschaffen werden, das Ressourcen stärkt und Belastungen reduziert.
Welche Rolle spielen Führungskräfte bei der Burnout-Prävention?
Führungskräfte sind sowohl Akteure als auch Adressaten. Sie prägen die Unternehmenskultur, legen Arbeitsstrukturen fest und können durch wertschätzendes, unterstützendes Verhalten und Zielklarheit Stress reduzieren.
- Quote paper
- Britta Eberlein (Author), 2012, Burnout - Prävention und Umgang als brisantes Thema für die Personalentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/196186