Im Rahmen dieser Arbeit soll ein Museumspass als Kundenbindungsinstrument vorgestellt und die Chancen der Verwirklichung einer solchen Kundenkarte beleuchtet werden. Da sowohl der Begriff Museum als auch der Begriff Kundenbindung in sehr vielen Varianten definiert werden kann, beginnt diese Arbeit im Kapitel 2 und 3 mit der Eingrenzung dieser Begriffe und zeigt deren Besonderheiten auf. Außerdem werden die Museen in Deutschland entsprechend ihrer Gruppen kurz vorgestellt und im Kapitel 4 folgt dann eine kurze Darstellung der Museen in Hamburg.
Der Museumspass für Hamburg entspringt der Idee, eine Kulturkarte für Hamburger zu entwickelnd, um die Hamburger Museen vergünstigt zu besuchen. Als Vorlage dienten hierbei viele verschiedene Typen von Kulturkarten, die im 5. Kapitel dargestellt werden. Hierbei werden sowohl deutsche Karten vorgestellt, als auch Beispiele aus Österreich und England präsentiert.
Im Kapitel 6 werden alle wichtigen Aspekte, die einen Museumspass für Hamburg betreffen, bearbeitet: Bedarf und Nutzen einer solchen Karte, die anzusprechende Zielgruppe, Kosten und Finanzierung und technische Funktionen der Karte. Desweiteren wird in diesem Kapitel eine Checkliste der 10 Erfolgsfaktoren dargestellt, die eine erfolgreiche Kundenkarte ausmachen und eventuelle Ausbaumöglichkeiten des Passes bereits vorgestellt.
Um nicht nur die Ansichten sekundärer Literaturquellen und die der Presse darzustellen, wurden für diese Arbeit drei Experten befragt, die direkt mit den Museen und deren Arbeit zu tun haben.
Diese drei Experten lieferten mit Ihren Ansichten eine gute Möglichkeit, die Probleme des Hamburger Kulturmarktes besser zu verstehen und für die Konzeption des Museumspasses positiv zu nutzen.
Als Abschluss dieser Arbeit werden die Chancen eines Museumspasses für Hamburg beleuchtet und im Zuge eines Fazits zusammengefasst.
Ziel der Arbeit ist es hierbei nicht, ein Geschäftskonzept für einen Museumspass zu erarbeiten, sondern vielmehr die Möglichkeiten und Probleme auf dem Markt und neue Herangehensweisen für Probleme der Kulturvermarktung in Hamburg darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kundenbindung
2.1. Definition von Kundenbindung und Einordnung in den Marketing-Mix
2.2. Kundenbindungsinstrumente im kulturellen Bereich
3. Das Museum
3.1. Definition des Begriffes und deren Eigenschaften
3.2. Die bisherige Entwicklung von Museen in Deutschland und deren Besonderheiten
3.3. Museumsarten in Deutschland
4. Die Museen in Hamburg (Kurze Marktanalyse)
5. Museums- und Kulturkarten - Eine kleine Auswahl
5.1. Deutschland
5.1.1. Deutsche Museumskarte
5.1.2. Oberrheinischer Museumspass
5.1.3. Art:Card Düsseldorf
5.1.4. Familienpass Hamburg
5.1.5. Hamburg CARD (Destination Card)
5.1.6. Kombiticket der Hamburger historischen Museen
5.2. England
5.3. Österreich
6. Museumspass für Hamburg:
6.1. Bedarf & Nutzen
6.2. Zielgruppen:
6.3. Kosten & Finanzierung
6.4. Funktionen & technische Voraussetzungen der Karte:
6.5. Checkliste der Erfolgsfaktoren:
6.6. Ausbaumöglichkeiten des Passes:
7. Fazit: Hat ein Museumspass für Hamburg eine Chance?
8. Anhang
8.1. Expertengespräche
8.1.1. Herr H.
8.1.2. Frau E.
8.1.3. Frau O.
9. Literaturverzeichnis
9.1. Buchquellen:
9.2. Internetquellen:
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen bei der Einführung eines Museumspasses als Kundenbindungsinstrument für die Stadt Hamburg, um trotz angespannter finanzieller Rahmenbedingungen neue Besucherpotenziale zu erschließen und die Attraktivität des Kulturstandorts zu erhöhen.
- Analyse aktueller Kundenbindungsstrategien im musealen Sektor
- Marktanalyse der Hamburger Museumslandschaft und bestehender Kulturkarten
- Vergleichende Untersuchung von Best-Practice-Beispielen (Deutschland, England, Österreich)
- Entwicklung von Erfolgsfaktoren und technischen Anforderungen für einen Museumspass
- Diskussion von Finanzierungsmodellen und Ausbaumöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
2.1. Definition von Kundenbindung und Einordnung in den Marketing-Mix
„Kundenbindung umfasst sämtliche Maßnahmen eines Unternehmens, die darauf abzielen, sowohl die bisherigen Verhaltensweisen als auch die zukünftigen Verhaltensabsichten eines Kunden gegenüber einem Anbieter oder dessen Leistungen positiv zu gestalten, um die Beziehung zu diesem Kunden für die Zukunft zu stabilisieren beziehungsweise auszuweiten“3. Laut dieser Definition muss ein Unternehmen bei der Kundengewinnung, und -betreuung nicht nur daran denken, einen Kunden einmal für sich zu begeistern, sondern Ziel ist es, ihn - so oft es geht - wieder zurückzuholen.
Bei der Vermarktung von Kultureinrichtungen hat sich besonders in den letzten 20 Jahren viel getan. Vielen Unternehmen ist klar geworden, dass man um einen neuen Kunden zu gewinnen, fünfmal so viel Aufwand betreiben und dementsprechend auch Geld investieren muss, als würde man versuchen, einen bestehenden Kunden zu halten4. Mitte der 90er Jahre war die Neukundengewinnung das Hauptziel von Marketingstrategien, innerhalb der letzten Jahre ist die Bindung von bereits vorhandenen Kunden immer wichtiger geworden5.
„Durch die Kundenbindung versucht das Unternehmen grundsätzlich drei Ziele zu erreichen: Senkung der Kosten, Erhöhung des ökonomischen Erfolges und eine freiwillige Beziehung des Kunden zum Unternehmen durch positives Image und hohen Bekanntheitsgrad.“6 Diese Ziele müssen auch Museen erreichen, um sich auf dem mittlerweile immer härter umkämpften Markt zu behaupten. Laut Herrn H., dem PR- und Marketingleiter der Stiftung historischer Museen Hamburgs (SHMH), ist die Nachfrage nach Museen in Hamburg in den letzten Jahren zwar gleich geblieben, allerdings behauptet er ebenfalls, dass die Hamburger Museen in der Zukunft um einiges härter kämpfen müssten. Die stetig wachsende Konkurrenz zwischen den Museen werde von Jahr zu Jahr immer größer, da sich die Besucher auf immer mehr Museen in Hamburg verteilen würden.7 Dies macht deutlich, dass zwar die Anzahl der Nachfrager für Museen sich in letzter Zeit nicht vermehrt hat, aber die Anbieter immer mehr werden und sich diesen vorhandenen Markt teilen müssen, was zu mehr Marketingmaßnahmen von Seiten der Museen führen muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die wirtschaftliche Notlage der Hamburger Museen und das Ziel der Arbeit, einen Museumspass als strategisches Kundenbindungsinstrument zu untersuchen.
2. Kundenbindung: Das Kapitel definiert den Begriff Kundenbindung im Marketing-Kontext und erläutert die Relevanz für den Kulturbetrieb sowie die Abgrenzung zu klassischer Werbung.
3. Das Museum: Hier werden Definitionen und Anforderungen an Museen analysiert, deren historische Entwicklung in Deutschland skizziert und die verschiedenen Museumsgruppen dargestellt.
4. Die Museen in Hamburg (Kurze Marktanalyse): Dieses Kapitel analysiert die Museumslandschaft in Hamburg, fokussiert auf zentrale Akteure und zeigt die aktuelle Marktstruktur auf.
5. Museums- und Kulturkarten - Eine kleine Auswahl: Es erfolgt eine Bestandsaufnahme bestehender Kulturkarten und Museumspässe in Deutschland, England und Österreich, um Strategien für den Hamburger Markt abzuleiten.
6. Museumspass für Hamburg:: Dieser Hauptteil erarbeitet konkrete Anforderungen an einen Museumspass für Hamburg, inklusive Zielgruppen, Kostenkalkulation, technischer Voraussetzungen und einer Checkliste für Erfolgsfaktoren.
7. Fazit: Hat ein Museumspass für Hamburg eine Chance?: Abschließend wird bewertet, dass die Einführung eines umfassenden Museumspasses aufgrund organisatorischer und finanzieller Herausforderungen derzeit schwierig, aber für die Zukunft erstrebenswert bleibt.
8. Anhang: Dieser Abschnitt enthält die Protokolle der Expertengespräche mit Vertretern der Hamburg Tourismus GmbH und Hamburger Museen.
9. Literaturverzeichnis: Hier sind die verwendeten Buchquellen und Internetquellen für die Recherche dokumentiert.
Schlüsselwörter
Kundenbindung, Museum, Hamburg, Museumspass, Marketing, Kulturmanagement, Zielgruppenanalyse, Kulturkarte, Destinationsmarketing, Finanzierung, Besuchermanagement, Kulturelle Bildung, Servicekarte, Wettbewerb, Erfolgsfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Museumspasses als Instrument zur Kundenbindung für Museen in Hamburg vor dem Hintergrund einer schwierigen finanziellen Lage der Kultureinrichtungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Kundenbindung, die Marktanalyse des Hamburger Museumsmarktes sowie der Vergleich bestehender Kulturpass-Modelle in Deutschland und Europa.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Erfolgsaussichten und Anforderungen für die Implementierung eines Museumspasses in Hamburg zu prüfen, ohne ein fertiges Geschäftskonzept zu erstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Neben einer Literatur- und Marktanalyse wurden qualitative Experteninterviews mit Vertretern der Hamburger Tourismusbranche und Museumsleitung geführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem konkreten Bedarf und Nutzen, der Zielgruppenbestimmung, den Kosten- und Finanzierungsfragen sowie der technischen Umsetzung und den Erfolgsfaktoren eines Museumspasses.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kundenbindung, Museum, Hamburg, Museumspass, Marketing, Kulturmanagement und Destinationsmarketing.
Warum ist die Einführung eines Museumspasses in Hamburg momentan schwierig?
Die Autorin führt den enormen organisatorischen Aufwand, die angespannte Finanzlage der städtischen Museen und die fehlende personelle Unterstützung in der Kulturbehörde als wesentliche Hindernisse an.
Welche Rolle spielt die Hamburg CARD bei den Überlegungen der Autorin?
Die Hamburg CARD dient als Referenz für ein bestehendes Destination-Card-System, wobei der geplante Museumspass als spezifische, kulturell fokussierte Ergänzung für Einheimische und kulturinteressierte Besucher gesehen wird.
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- Jana Welcker (Author), 2010, Kundenbindung in Museen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/194115