„Was passiert, wenn Kinder und Jugendliche, ihre Lebenswelt, ihre Themen, ihre Träume und Wünsche von erwachsenen Theatermachern dargestellt werden? Die Antwort lautet klipp und klar: Was wir da auf der Bühne sehen und erleben ist nicht nur die tatsächliche Verkörperung der Lebensrollen von Kindern und Jugendlichen ihrer Welt mit den Mitteln des Schauspielers, sondern wir erfahren vor allem etwas über die Vorstellungen und Wunschbilder, die sich die erwachsene Gesellschaft von ihnen macht."
(Richard Jörg (Hrsg.): Kindheitsbilder im Theater. Frankfurt a.M.: Haag und Herrchen 1994.)
Hierin besteht die Schwierigkeit, mit der Kinderautoren, Regisseure und Schauspieler zu kämpfen haben. Das Kindertheater muss die Träume, Ängste und Wünsche der Kinder erfassen und den Kindern ermöglichen, sich mit dem Stück zu identifizieren. Der erste Teil der Arbeit untersucht inwiefern und wie das möglich ist. Da die Arbeit der erwachsenen Produzenten immer ein bestimmtes Kinderbild im Theaterstück widerspiegelt, ist es vorerst wichtig das Kinderbild im Wandel der Zeit zu betrachten. Weiterhin erscheint es sinnvoll, den Realitätssinn der Kinder zu untersuchen, da vorauszusetzen ist, dass das Kindertheater eine bestimmte Vorstellung davon haben muss, wie Kinder mit der Realität umgehen und sie wahrnehmen, wenn es effektiv auf die Kinder wirken will. Anschließend soll noch auf Verständigungsprobleme und deren Überwindung im Kindertheater hingewiesen werden.
Der Hauptteil befasst sich mit niederländischen Theaterstücken von Ad de Bont, Suzanne Lohuizen und Heleen Verburg. Bevor sich die Arbeit aber den Werken dieser Autoren zuwendet, wird noch einmal kurz die Entwicklung des niederländischen Kindertheaters wiedergegeben, da es wichtig erscheint darzustellen, wie die Formen des heutigen niederländischen Kindertheaters entstanden sind.
Innerhalb dreier Stücke - der eben genannten Autoren - soll untersucht werden, welches Kindheitsbild auftaucht, welche Kindheitsthematik angesprochen wird, wie versucht wird die jungen Adressaten anzusprechen und wie die Theatermacher den Text auf der Bühne realisieren.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- SCHWIERIGKEITEN BEI DER DARSTELLUNG VON KINDHEITSTHEMATIKEN
- DAS KINDERBILD IM WANDEL DER ZEIT
- DER REALITÄTSSINN DER KINDER
- ZUM PROBLEM DER VERSTÄNDIGUNG IM KINDERTHEATER
- DAS NIEDERLÄNDISCHE KindertheATER
- DAS PROBLEM DER DARSTELLUNG DER KINDHEITSTHEMATIK IN NIEDERLÄNDISCHEN KINDERTHEATERSTÜCKEN
- ,,DAS BESONDERE LEBEN DER HILLETJE JANS“.
- DAS STÜCK
- AUFARBEITUNG UND DARSTELLUNG DES HISTORISCHEN KONTEXT
- MÖGLICHKEITEN DER IDENTIFIKATION
- DIE INSZENIERUNG_
- ,,WINTERSCHLAF”
- DAS STÜCK
- FORM UND KÜNSTLICHKEIT
- DIE LEBENSREALITÄT DER KINDER
- ,,DER JUNGE IM BUS“
- DAS STÜCK
- SCHWIERIGKEIT DER THEMATIK UND DER DARSTELLUNG
- Aufarbeitung und Darstellung von psychischen Problemen
- SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Schwierigkeit, Kindheits- und Jugendthematiken im Kindertheater darzustellen, unter besonderer Berücksichtigung niederländischer Stücke. Sie untersucht, wie die Darstellung von Kindheit von gesellschaftlichen Vorstellungen und dem Wandel des Kinderbilds beeinflusst wird.
- Der Wandel des Kinderbilds im Laufe der Zeit
- Die Relevanz des Realitätsverständnisses von Kindern für das Kindertheater
- Herausforderungen der Verständigung im Kindertheater
- Die spezifischen Eigenschaften des niederländischen Kindertheaters
- Die Darstellung von Kindheits- und Jugendthematiken in ausgewählten niederländischen Stücken
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der Darstellung von Kindheits- und Jugendthematiken im Kindertheater, wobei sie die Notwendigkeit hervorhebt, die Träume, Ängste und Wünsche der Kinder zu erfassen. Das Kapitel „Schwierigkeiten bei der Darstellung von Kindheitsthematiken“ untersucht den Wandel des Kinderbilds, den Realitätsbezug von Kindern und die Verständigungsprobleme im Kindertheater. Das Kapitel „Das niederländische Kindertheater“ gibt einen Überblick über die Entwicklung des niederländischen Kindertheaters. Die Kapitel 4.1 bis 4.3 analysieren drei Stücke niederländischer Autoren und untersuchen das dargestellte Kinderbild, die angesprochenen Kindheitsthemen, die Ansprache des Publikums und die Bühnenrealisierung.
Schlüsselwörter
Kindertheater, Kindheitsbilder, Darstellung von Kindheit, Niederländisches Kindertheater, Identifikation, Realitätsbezug, Verständigung, psychosoziale Entwicklung, Thematisierung von psychischen Problemen.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Darstellung von Kindheit im Theater schwierig?
Da Theaterstücke für Kinder meist von Erwachsenen gemacht werden, spiegeln sie oft eher die Wunschbilder der Gesellschaft als die tatsächliche Lebenswelt der Kinder wider.
Was zeichnet das niederländische Kindertheater aus?
Es gilt als besonders progressiv und scheut sich nicht davor, auch schwierige psychologische oder gesellschaftliche Themen wie Tod oder psychische Probleme anzusprechen.
Welche Autoren werden in der Arbeit analysiert?
Die Arbeit untersucht Werke von Ad de Bont, Suzanne van Lohuizen und Heleen Verburg.
Wie gehen Kinder mit der Bühnenrealität um?
Die Arbeit untersucht den Realitätssinn von Kindern, um zu verstehen, wie sie Theaterinhalte wahrnehmen und sich mit Figuren identifizieren.
Welche Rolle spielt die Identifikation im Kindertheater?
Stücke müssen es Kindern ermöglichen, ihre eigenen Ängste, Träume und Wünsche wiederzuerkennen, um eine effektive Wirkung zu erzielen.
- Quote paper
- Kristin Theißing (Author), 2001, Die Schwierigkeit der Darstellung von Kindheitsthematiken in Kindertheaterstücken, unter besonderer Berücksichtigung niederländischer Kindertheaterstücke, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/19207