Die Anzahl übergewichtiger und adipöser Kinder und Jugendlicher in Deutschland hat in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen. 1990 betrug die Anzahl der übergewichtigen Kinder unter fünf Jahren bereits 18 Millionenen [Deutsche Gesellschaft für Ernährung ev. Stand: 24.01.2010]). Wabitsch et al. (2005) sprechen sogar von einer Epidemie der Adipositas.
Gegenstand dieser Hausarbeit wird es sein, sich mit den Ursachen und Faktoren, welche Adipositas begünstigen, den Folgen für Betroffene, sowie der Therapie und Prävention von Adipositas auseinander zu setzten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Unterscheidung Übergewicht und Adipositas
1.2 Epidemiologie
1.3 Ätiologie
1.4 Deutsche Adipositas Gesellschaft
2 Ursachen von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
3 Folgen für Betroffene
3.1 Medizinische Folgen
3.2 Psycho-soziale Folgen
4 Binge Eating Disorder
5 Prävention
6 Therapie
6.1 Verhaltenstherapie
6.2 Ernährungstherapie
6.3 Bewegungstherapie
7 Abschließende Bemerkungen und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Verbreitung von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen, analysiert deren vielfältige Ursachen sowie medizinische und psychosoziale Konsequenzen und beleuchtet aktuelle Ansätze in Therapie und Prävention.
- Multifaktorielle Ursachen von Adipositas im Kindes- und Jugendalter
- Medizinische Langzeitfolgen und psychosoziale Belastungen
- Abgrenzung und Einordnung der Binge Eating Disorder
- Strategien der universalen, selektiven und sekundären Prävention
- Multimodale Therapiekonzepte (Verhalten, Ernährung, Bewegung)
Auszug aus dem Buch
1.1 UNTERSCHEIDUNG ÜBERGEWICHT UND ADIPOSITAS
Häufig werden die Begriffe „Adipositas“ und „Übergewicht“ synonym verwandt. Jedoch ist der Begriff Übergewicht nicht ausreichend, um Adipositas zu beschreiben. In Literatur und klinischer Realität verfügt man über verschiedene Messverfahren, um bestimmen zu können, wann man noch von Übergewicht und wann man von Adipositas spricht. „Eine Adipositas besteht, wenn der Anteil des Fettgewebes an der Gesamtkörpermasse über eine definierte Grenze kritisch erhöht ist“ (Wabitsch et al. 2005). Dabei gibt es indirekte Messmethoden zur Bestimmung der Körperfettmasse:
1. Hautfaltenmessung und
2. Bestimmung des BMIs
Über die Hautfalten lassen sich Unterhautfettgewebe und Fettverteilung bestimmen. Diese Messung erfolgt bei einem fachkundigen Arzt. Den eigenen BMI (Body Mass Index) jedoch kann jeder/jede selber errechnen. Die entsprechende Formel, sowie die dazugehörige Tabelle, welcher man entnehmen kann, wie das eigene Gewicht einzuordnen ist, lassen sich leicht im Internet finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung thematisiert die Zunahme der Adipositas bei Kindern, definiert die Abgrenzung zum bloßen Übergewicht und erläutert die Bedeutung der Deutschen Adipositas Gesellschaft.
2 Ursachen von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel beleuchtet das multifaktorielle Geschehen, bei dem genetische Dispositionen, ungünstiges Ernährungsverhalten der Eltern sowie Bewegungsmangel zentral sind.
3 Folgen für Betroffene: Hier werden die körperlichen Beeinträchtigungen und die schwerwiegenden psychosozialen Auswirkungen wie Stigmatisierung und psychische Belastungen dargelegt.
4 Binge Eating Disorder: Dieses Kapitel stellt die Essstörung als eigenständiges Krankheitsbild vor, das sich vom klinischen Bild der Adipositas unterscheidet, aber häufig damit einhergeht.
5 Prävention: Es werden die verschiedenen Strategien der WHO vorgestellt, um durch universale, selektive und sekundäre Maßnahmen eine gesunde Entwicklung zu fördern.
6 Therapie: Dieser Abschnitt beschreibt die Kombination aus verhaltenstherapeutischen Ansätzen, Ernährungsumstellungen und Bewegungstherapie zur nachhaltigen Gewichtsstabilisierung.
7 Abschließende Bemerkungen und Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Adipositas eine ernsthafte Störung des Essverhaltens darstellt, die gesellschaftliches Handeln erfordert und weit über ästhetische Fragen hinausgeht.
Schlüsselwörter
Adipositas, Übergewicht, Kinder, Jugendliche, BMI, Prävention, Verhaltenstherapie, Ernährungstherapie, Bewegungsmangel, Binge Eating Disorder, Energiebilanz, psychosoziale Folgen, Gesundheitsrisiko, Adiposity-rebound, Essverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Krankheitsbild der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen, ihren Ursachen, Folgen sowie den Möglichkeiten der Prävention und Therapie.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Adipositas, den Einflussfaktoren im Kindesalter, den medizinischen und sozialen Auswirkungen sowie therapeutischen Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Entstehungsbedingungen und notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung von Adipositas bei Kindern zu geben und das Bewusstsein für die gesundheitliche Relevanz zu schärfen.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?
Es werden klinische Klassifizierungen wie der BMI und Perzentilwerte sowie Erkenntnisse der Ernährungs- und Psychotherapieforschung (u.a. nach Wabitsch und Laessle) herangezogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Ursachen (Genetik, Verhalten), die Folgen (medizinisch und psychisch) und führt die therapeutischen Säulen Verhalten, Ernährung und Bewegung aus.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Adipositas-Prävention, positive Energiebilanz, Ampeldiät, Binge Eating Disorder und die psychosoziale Belastung durch Stigmatisierung.
Wie unterscheidet sich die Adipositas von der Binge Eating Disorder laut Text?
Während Adipositas primär als chronische Erkrankung aufgrund einer positiven Energiebilanz definiert wird, ist die Binge Eating Disorder eine spezifische Essstörung mit Heißhungerattacken und Kontrollverlust, die jedoch nicht im DSM IV als Adipositas-Ursache geführt wird.
Warum ist die Prävention im Kindesalter so entscheidend?
Da Adipositas eine chronische Stabilität aufweist und bereits in frühen Jahren durch das Erlernte Essverhalten und den Adiposity-rebound geprägt wird, ist eine frühzeitige Intervention effizienter als eine spätere Behandlung im Erwachsenenalter.
- Arbeit zitieren
- Mendina Morgenthal (Autor:in), 2010, Adipositas bei Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/190234