Die Arbeit behandelt Fragen zur mittelalterlichen Interpretation spezifischer Textstellen der Bibel und deren bildlichen Umsetzung in der Lambeth Bibel. Die Jessewurzel steht dabei im Mittelpunkt des Interesses. Desweiteren wird auf die diagrammatische Umsetzung des Typus eingegangen, wobei sich drei typologische Grundformen feststellen lassen: "Jesse mit dem Reis", "Jesse mit Maria und Kind" und "Jesse mit durchgebildetem Baum".
Inhaltsverzeichnis
- Traum- und Visionserzählung im Mittelalter
- Warum träumt Jesse?
- Genealogie durch Baum- und Wurzeldarstellungen
- Darstellungsvariationen der Wurzel Jesse
- Die Darstellung Jesses mit dem Reis
- Die Darstellung Jesses mit Maria und Kind
- Die Darstellung Jesses mit durchgebildetem Baum
- Die sieben Gaben
- Performativer Medienwechsel
- Lambeth Bible - Jessewurzel
- Lambeth Bible - Traum Jakobs
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der ikonographischen Analyse der Jessewurzel als Beispiel für die Darstellung von Träumen und Visionen im Mittelalter. Es wird untersucht, wie die typologische Interpretation des biblischen Traumes von Jesse zur Entstehung und Visualisierung der Wurzel Jesse führte.
- Die Entwicklung der Traum- und Visionserzählung im Mittelalter
- Die Bedeutung der Jessewurzel in der christlichen Ikonographie
- Die diagrammatiische Struktur der Jessewurzel als Spiegelbild der Genealogie Christi
- Die Rolle des Traumvisionärs Jesse und die Rezeption der Vision durch den Betrachter
- Der performative Medienwechsel zwischen Text und Bild
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Dieses Kapitel beleuchtet die Bedeutung von Träumen und Visionen in der mittelalterlichen Kunst und Kultur. Es wird die Funktionsweise des Traums als Medium der göttlichen Kommunikation und die Rolle des Textes als Ausgangspunkt für bildliche Darstellungen erläutert.
- Kapitel 2: Dieses Kapitel untersucht die ikonographische Auslegung des Traums von Jesse und die Entstehung der Jessewurzel als Darstellung. Es wird die Frage gestellt, warum Jesse träumt und welche Bedeutung der Traum in der christlichen Tradition hat.
- Kapitel 3: Dieses Kapitel analysiert die genealogische Struktur der Jessewurzel und die Bedeutung von Baum- und Wurzeldarstellungen in der christlichen Ikonographie. Es werden die verschiedenen Stammbäume Christi im Neuen Testament und die symbolische Bedeutung der Zahlen in der Darstellung der Jessewurzel betrachtet.
- Kapitel 4: Dieses Kapitel präsentiert verschiedene Darstellungsvariationen der Jessewurzel. Es werden die Darstellung Jesses mit dem Reis, die Darstellung Jesses mit Maria und Kind und die Darstellung Jesses mit durchgebildetem Baum analysiert.
Schlüsselwörter
Traum, Vision, Jessewurzel, Wurzel Jesse, Stammbaum Christi, Genealogie, Diagrammatik, Typologie, Ikonographie, Mittelalter, Bildanalyse, Performativer Medienwechsel, Lambeth Bible, Jakobsleiter.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die „Wurzel Jesse“ in der mittelalterlichen Kunst?
Die Wurzel Jesse ist eine ikonographische Darstellung des Stammbaums Christi, basierend auf einer biblischen Vision des Propheten Jesaja, die Jesse (den Vater von König David) als Ursprung zeigt.
Welche drei typologischen Grundformen der Jessewurzel werden analysiert?
Die Arbeit unterscheidet zwischen „Jesse mit dem Reis“, „Jesse mit Maria und Kind“ und „Jesse mit durchgebildetem Baum“.
Welche Rolle spielen Träume und Visionen im Mittelalter?
Träume galten im Mittelalter oft als Medium der göttlichen Kommunikation. Die Arbeit untersucht, wie solche spirituellen Erfahrungen in bildliche Darstellungen übersetzt wurden.
Was ist die Lambeth Bibel?
Die Lambeth Bibel ist ein bedeutendes illuminiertes Manuskript des 12. Jahrhunderts, das in dieser Arbeit als zentrales Beispiel für die bildliche Umsetzung der Jessewurzel und anderer Visionen wie dem Traum Jakobs dient.
Was bedeutet der Begriff „performativer Medienwechsel“?
Er beschreibt den Prozess, bei dem eine textliche Vorlage (die biblische Erzählung) in ein visuelles Medium (die Buchmalerei) übertragen wird und dabei neue Bedeutungsebenen generiert.
Warum wird die Struktur der Jessewurzel als „diagrammatisch“ bezeichnet?
Weil die Darstellung oft einer logischen, baumartigen Struktur folgt, die komplexe genealogische und theologische Zusammenhänge für den Betrachter anschaulich ordnet.
- Arbeit zitieren
- Daniel Skina (Autor:in), 2012, Diagrammatische Strukturen bei mittelalterlichen Visionsdarstellungen am Beispiel der Wurzel Jesse, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/189683