Deutschland als europäischer Spitzenreiter in Bereichen wie Wissenschaft und Technik, Politik, Wirtschaft und Soziales ist Magnet und Anziehungspunkt für ausländische Fachkräfte und Immigranten.
Im Zuge der Globalisierung hat sich Deutschland Ziele in der Zuwanderungs- und Integrationspolitik gesetzt. Dazu gehören die erfolgreiche Integration, die transparente Steuerung und die Beachtung von Sicherheitsaspekten (Bundesministerium des Innern 2010).
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leben zurzeit etwa 7,2 Mio. Ausländer in Deutschland.
Seit drei Jahren tagt die Deutsche Islamkonferenz in Berlin um Lösungen und Dialoge zu schaffen und den Zusammenhalt zwischen Deutschen und in Deutschland lebenden Muslimen zu stärken (Deutsche Islam Konferenz 2010).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Szenario
3. Analyse
4. Lösungsansatz
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen interkulturellen Konflikt in einem deutschen Produktionsbetrieb, der durch religiöse Praktiken am Arbeitsplatz entsteht, zu analysieren und praxisorientierte Lösungsansätze aufzuzeigen, die sowohl die religiösen Bedürfnisse der Mitarbeiterin als auch die betrieblichen Anforderungen und Sicherheitsvorschriften in Einklang bringen.
- Integration muslimischer Arbeitnehmer in deutschen Unternehmen
- Konflikt zwischen Religionsausübung und betrieblicher Arbeitssicherheit
- Rechtlicher Rahmen von Arbeitszeitgestaltung und Pausenregelungen
- Bedeutung von Kommunikation und interkultureller Kompetenz
- Gegenseitige Rücksichtnahme als Grundlage für ein professionelles Miteinander
Auszug aus dem Buch
3. Analyse:
Als deutsche Staatsbürgerin mit türkischer Abstammung kann die junge Frau ihre Religionszugehörigkeit frei wählen (GG Art.4). Sie wählt in diesem Fall den Islam und bekennt sich damit gläubige Muslimin zu sein.
Im Glauben des Islam steht der Glaube an den einen und einzigen Gott im Vordergrund und stützt sich auf die fünf Säulen als religiöse Grundpflichten, die jeder Muslim einhalten muss. Diese fünf Säulen bestehen aus dem Glaubensbekenntnis, dem rituellen Pflichtgebet, dem Fasten, die Pflichtabgabe und der Wallfahrt nach Mekka. Die zweite Säule, welche das Pflichtgebet einschließt, umfasst eine tägliche Abhandlung von Gebeten die an fünf genau festgesetzten Zeiten verrichtet werden. Vor dem Morgengrauen, am Mittag, am Nachmittag und am Abend müssen Muslime sich und den Gebetsort reinigen um danach in genau vorgeschriebenen, wechselnden Grundpositionen das Pflichtgebet (Salat) abzuhalten (Urban & Vogel GmbH 2008, S.73ff.). Im Islam unterliegen Frauen und Männer bestimmten Kleidungsvorschriften. Frauen haben die Pflicht ihre weiblichen Reize zu verstecken. Dazu gehört die Figur als solches und die Haare, die sie mit einem Kopftuch bedecken. Grundlage für diese Regelungen ist die Koranstelle 24-31.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über Zuwanderung in Deutschland und betont die Notwendigkeit von Toleranz und Kommunikation für ein erfolgreiches interkulturelles Miteinander in der modernen Arbeitswelt.
2. Szenario: Hier wird der konkrete Fall einer muslimischen Maschinenführerin beschrieben, bei dem es zu Konflikten bezüglich der Kopfbedeckung und gewünschter Gebetspausen kommt.
3. Analyse: Dieses Kapitel untersucht die religiösen Hintergründe der Mitarbeiterin sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und Sicherheitsvorschriften, die im Kontext des Arbeitsverhältnisses relevant sind.
4. Lösungsansatz: Dieser Abschnitt erarbeitet Strategien zur Konfliktlösung durch transparente Kommunikation, gegenseitige Rücksichtnahme und die Suche nach flexiblen betrieblichen Regelungen unter Beibehaltung der Sicherheitsstandards.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Religionsausübung, Kopftuch, Arbeitsschutz, Gebetspause, Integration, Arbeitsrecht, Kommunikation, Gleichbehandlung, Interkultureller Konflikt, Diversität, Betriebssicherheit, Toleranz, Mitarbeiterführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Ausübung religiöser Pflichten und den Anforderungen eines deutschen Produktionsbetriebs.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Arbeitsrecht, betriebliche Sicherheit, interkulturelle Kommunikation und die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, eine beidseitig akzeptable Lösung für einen Konflikt zu finden, der durch die Ausübung muslimischer Gebetspflichten und das Tragen eines Kopftuchs am Arbeitsplatz entsteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Fallbeispielen sowie der Einbeziehung rechtlicher Grundlagen, wie dem Grundgesetz, dem Arbeitszeitgesetz und dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Bedürfnisse einer muslimischen Mitarbeiterin, stellt sie den betrieblichen Sicherheitsverordnungen gegenüber und diskutiert rechtliche Möglichkeiten für Pausenregelungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen interkulturelle Kompetenz, Religionsausübung, Arbeitssicherheit und Kommunikation.
Welche Rolle spielen Sicherheitsvorschriften bei der Konfliktlösung?
Sicherheitsvorschriften haben Priorität; das Tragen eines Kopftuchs muss so erfolgen, dass keine Unfallgefahr an Maschinen entsteht, etwa durch festes Anlegen der Kopfbedeckung.
Wie kann das Problem der Gebetspausen gelöst werden?
Durch offene Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin kann geprüft werden, ob Pausen flexibel gestaltet oder in Zeiten geringerer Maschinenauslastung verlegt werden können.
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- Doreen Kutschke (Author), 2010, Der Blick auf eine interkulturelle Schnittstelle im Berufsalltag in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/187091