Der Begriff "Festung Europa" wird häufig in kritischer Hinsicht gebraucht, um die Behauptung zu verdeutlichen, dass die Grenz- und Migrationspolitik der EU eine Abschottung gegenüber Drittstaaten sei.
Aus diesem Grund stellt sich die Frage, in wieweit sich ein einheitliches Grenzregime innerhalb der Europäischen Union etabliert hat. Im Genaueren bedeutet dies in welchen Bereichen der Grenzkontrolle bzw. des Grenzschutzes sowie der Einwanderungsbestimmungen bereits Vereinheitlichungen vorgenommen wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Irreguläre Migration und Migrationspolitik in der Europäischen Union
2.1 Definition : Regime
2.2 Definition : Irreguläre Migration
2.3 Dimension und Umfang von irregulärer Migration in der EU
2.4 Meilensteine in der Migrationspolitik der Europäischen Union
2.4.1 Einheitliche Europäische Akte
2.4.2 Schengener Übereinkommen
2.4.3 Vertrag von Maastricht
2.4.4 Vertrag von Amsterdam
2.5 Instrumente der Grenzsicherung der Europäischen Union
3. Der Makroökonomische Ansatz
4. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit sich ein einheitliches Grenzregime innerhalb der Europäischen Union etabliert hat, wobei insbesondere die Entwicklung der Grenzkontrollen, des Grenzschutzes und der Einwanderungsbestimmungen analysiert werden.
- Analyse der historischen Entwicklung der Migrationspolitik durch zentrale EU-Verträge
- Untersuchung der irregulären Migration und ihrer Quantifizierung in der EU
- Betrachtung der Rolle und Funktion der EU-Agentur Frontex bei der Außengrenzsicherung
- Anwendung des makroökonomischen Ansatzes (Push- und Pull-Faktoren) zur Erklärung von Migrationsbewegungen
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition : Regime
Im verlauf der Arbeit halte ich mich an die Begriffsdefinition von Regime nach Stephen D. Krasner. Nach Krasner versteht man unter einem internationalen Regime eine Reihe von impliziten oder explitziten Prinzipien, Normen, Regeln und Entscheidungsverfahren, die die wechselseitigen Verhaltenserwartungen der Akteure in gegebenem Problemfeld der internationalen Beziehungen bestimmen. Dabei bilden Prinzipien empirische, kausale und normative Grundsätze. Das Verhaltensstandard drückt sich in Form von Rechten und Pflichten innerhalb der Normen aus und Regeln sind spezifische Verhaltensvorschriften.
Aus dieser Definition geht hervor, dass spezifische Protokolle oder Verträge zwischen Staaten als Regime bezeichnet werden kann. Sie leisten dabei einen Beitrag zur Lösung kollektiver Probleme und können sich innerhalb der internationalen Beziehungen verselbständigen. Das heißt, dass es den Staaten nur sehr schwer fällt gegen die bestehenden Protokolle bzw. Verträge zu verstoßen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der irregulären Migration in der EU ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Etablierung eines einheitlichen europäischen Grenzregimes.
2. Irreguläre Migration und Migrationspolitik in der Europäischen Union: Hier werden zentrale Begrifflichkeiten geklärt, das Ausmaß der irregulären Migration beleuchtet sowie die vertragliche Entwicklung und die institutionellen Grenzsicherungsmaßnahmen (Frontex) detailliert analysiert.
3. Der Makroökonomische Ansatz: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen von Migration durch die ökonomische Theorie der Push- und Pull-Faktoren und erklärt die Attraktivität der EU als Zielregion.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass aufgrund der vertraglichen Vereinheitlichungen und der gemeinsamen Grenzsicherung von der Etablierung eines einheitlichen Grenzregimes gesprochen werden kann.
Schlüsselwörter
Europäische Union, irreguläre Migration, Grenzregime, Grenzsicherung, Frontex, Migrationspolitik, Schengener Abkommen, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Asylpolitik, Außengrenzen, Vertrag von Maastricht, Vertrag von Amsterdam, Souveränität, Einwanderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung und Etablierung eines einheitlichen Grenzregimes innerhalb der Europäischen Union angesichts zunehmender irregulärer Migration.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische vertragliche Entwicklung der europäischen Migrationspolitik, die Rolle der Agentur Frontex und die theoretische Erklärung von Migrationsbewegungen mittels des makroökonomischen Ansatzes.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es zu klären, inwieweit sich ein einheitliches Grenzregime in der EU etabliert hat und in welchen Bereichen dies durch Vereinheitlichungen der Grenzkontrolle und des Grenzschutzes sichtbar wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptiv-analytische Methode, indem sie relevante EU-Verträge historisch einordnet, statistische Daten zur irregulären Migration betrachtet und diese mit theoretischen Modellen der Migrationsökonomie verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Begriffe wie „Regime“ und „irreguläre Migration“ definiert, anschließend die vertraglichen Meilensteine von der Einheitlichen Europäischen Akte bis zum Vertrag von Amsterdam sowie die Funktion von Frontex diskutiert, gefolgt von einer ökonomischen Analyse der Migrationsursachen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Europäische Union, irreguläre Migration, Grenzregime, Frontex, Schengener Abkommen, Push- und Pull-Faktoren sowie Grenzsicherung.
Wie definiert der Autor das „Regime“ in diesem Kontext?
In Anlehnung an Stephen D. Krasner wird ein Regime als eine Ansammlung von Prinzipien, Normen, Regeln und Entscheidungsverfahren verstanden, die das Verhalten von Staaten in einem bestimmten Problemfeld festlegen.
Welche Rolle spielt Frontex bei der europäischen Grenzsicherung?
Frontex fungiert als europäische Agentur, die die operative Zusammenarbeit bei der Überwachung der Außengrenzen koordiniert, Ausbildungsnormen für nationale Grenzschutzbeamte festlegt und Gefahrenanalysen erstellt.
Warum geben die Mitgliedstaaten laut dem Fazit Souveränität ab?
Die Mitgliedstaaten geben Souveränität ab, da sie durch verbindliche EU-Verträge und die Kooperation mit Frontex einen Teil ihrer nationalen Entscheidungsgewalt in der Grenz- und Migrationspolitik an europäische Strukturen übertragen.
- Quote paper
- Andrej Bulgarowski (Author), 2010, Grenz- und Migrationspolitik in der EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/184145