(V) Fazit
Grundsätzlich wurde jeder in seinem Leben schon einmal mit dem Thema Bullying vertraut gemacht. Sei es durch eigene Bullyinghandlungen, die nicht selten sind, durch Erfahrungen als Opfer oder aber durch Beobachtungen als Außenstehender.
Man weiß selbst, wie schnell man in die Rolle eines Verstärkers oder Assistenten hingerät, ohne dies eventuell beabsichtigt zu haben. Um Bullying präventiv entgegen zu wirken, wurden viele Programme und Methoden entwickelt, die sicherlich alle ihre Vor- und Nachteile haben. Wichtig ist, dass man in der Lage ist, sein eigenes Verhalten kritisch zu reflektieren und zu hinterfragen. Man muss in der Lage sein, sich selbst einzuschätzen. Zur Entwicklung dieser Kompetenz tragen viele verschiedene Faktoren bei. Dabei ist es nicht nur Aufgabe der Schule, ihren Schülern diese „Lebens-Kompetenzen“ zu vermitteln, sondern auch die Eltern, ältere Geschwister und Freunde sollten dazu beitragen. Der Schüler wird schließlich nicht nur in der Schule unterrichtet, sondern auch zu Hause, in der Peergroup, Vereinen oder ähnlichem. Es ist also nicht Allein-Auftrag der Schule Präventivmaßnahmen gegen Bullying zu unternehmen. Wie gezeigt wurde, spielen eine Vielzahl von Faktoren bei der Entstehung von Bullying eine Rolle. Faktoren, die die Schule meist gar nicht beeinfluss kann. Eine engere Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern und Sozialpädagogen ist deshalb unbedingt notwendig. Der Lehrer muss davon abkommen, dass er alle Probleme, welche in seiner Klasse auftreten, alleine regeln muss oder kann. Eltern müssen erkennen, dass das Bullying zwar in der Schule stattfindet, es aber keineswegs nur durch sie entsteht. Sie sollten lernen, dass solche Angelegenheiten auch in ihren Zuständigkeitsbereich fallen.
Wichtig ist hierbei, dass gegenseitige Schuldzuweisungen hier völlig fehl am Platz sind und keinem der Betroffenen weiterhelfen.
Inhaltsverzeichnis
(I) Einleitung
(II) Die Konzepte
a. Aggression
b. Gewalt
c. Mobbing
d. Bullying
(III) Bullying in der Schule
a. Situation an den Schulen
b. Entstehung
c. Die Rollenverteilung
d. Erscheinungsformen
e. Folgen
f. Relevanz von Bullying für den LER-Unterricht
(IV) Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten
a. ProACT+E
b. Fasrta-Methode
(V) Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der zentralen Forschungsfrage, ob die Schule alleinverantwortlich dafür ist, Bullying unter Schülern zu unterbinden. Dabei wird zunächst eine theoretische Differenzierung der Begriffe Aggression, Gewalt, Mobbing und Bullying vorgenommen, um anschließend die Entstehung, Rollenverteilung und Auswirkungen von Bullying im schulischen Kontext zu untersuchen und die Bedeutung sowie Handlungsmöglichkeiten für den LER-Unterricht aufzuzeigen.
- Differenzierung der Konzepte Aggression, Gewalt, Mobbing und Bullying
- Analyse der Entstehungsfaktoren von Bullying in der Schule
- Untersuchung der Rollenverteilung und Erscheinungsformen
- Relevanz des Themas für den LER-Unterricht und den Rahmenlehrplan
- Vorstellung von Interventionsmöglichkeiten wie ProACT+E und der Fasrta-Methode
Auszug aus dem Buch
d. Bullying
Der Begriff Bullying leitet sich ähnlich wie Mobbing aus dem englischen ab. Die englische Vokabel bully bedeutet so viel wie Tyrann oder brutaler/gemeiner Mensch, also jemand, der andere Menschen verletzt oder unterdrückt.
Der Begriff Bullying wurde 1973 durch Peter Heinemann erstmals in Bezug auf Gruppenverhalten von Kindern verwandt und durch Olweus (1978) erweitert, in dem er formulierte, dass „[e]in Schüler oder eine Schülerin […] Gewalt ausgesetzt [ist] oder […] schikaniert [wird], wenn er oder sie wiederholt und über einen längeren Zeitraum den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler oder Schülerinnen ausgesetzt ist“.
Aus dieser Definition lassen sich drei wichtige Kriterien für Bullying ableiten: zum einen das Kriterium der Langfristigkeit. Somit werden spontane Übergriffe an wechselnden Personen nicht als Bullying bezeichnet. Ein weiteres Kriterium ist das soziale Umfeld. Die Bezeichnung Bullying legt den Ort Schule und die Schülerschaft als soziales Umfeld fest. Und als Drittes das Kriterium des Kräfteungleichgewichts, welches physisch, psychologisch, sowie numerisch vorhanden sein kann.
Bullying bezeichnet heute nicht mehr nur die körperliche Gewalt von Schülern gegen Schüler, sondern auch die verbalen oder nonverbalen Tätigkeiten, wie Schimpfwörter, Beleidigungen oder Ausgrenzen aus der Gruppe. Der Bullie zielt darauf ab, seinem Opfer Schaden zu zufügen, der materiell (beispielsweise Essengeld erpressen), psychisch oder physisch sein kann. Des Weiteren will der Bully Ansehen und die Anerkennung von anderen Schülern oder vielleicht sogar von Lehrern erlangen und seine Macht über andere demonstrieren. Durch das bestehende Kräfteungleichgewicht ist das Bullying-Opfer nicht in der Lage, sich selbst aus dieser Situation zu befreien.
Zusammenfassung der Kapitel
(I) Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Bullying ein, verdeutlicht die Relevanz anhand von Beispielen und legt das Ziel der Arbeit sowie die zu untersuchende Forschungsfrage dar.
(II) Die Konzepte: In diesem Kapitel werden die begrifflichen Grundlagen von Aggression, Gewalt, Mobbing und Bullying definiert und voneinander abgegrenzt.
(III) Bullying in der Schule: Dieser Abschnitt beleuchtet die aktuelle Situation an Schulen, die Ursachen und Entstehungsfaktoren, die Rollen der Beteiligten, die Erscheinungsformen sowie die Folgen und die spezifische Bedeutung für den LER-Unterricht.
(IV) Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten: Hier werden präventive und intervenierende Programme wie ProACT+E und die Fasrta-Methode vorgestellt und hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit diskutiert.
(V) Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern und Sozialpädagogen zur Bewältigung des Problems Bullying.
Schlüsselwörter
Bullying, Mobbing, Gewalt, Aggression, Schule, LER-Unterricht, Prävention, Intervention, ProACT+E, Fasrta-Methode, Schüler, Lehrer, Kräfteungleichgewicht, Viktimisierung, Schulsozialarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen Bullying im schulischen Umfeld und untersucht die Rolle der Schule bei der Prävention und Intervention.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Gewaltbegriffen, die Entstehungsfaktoren und Folgen von Bullying sowie konkrete Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, ob die Schule alleinverantwortlich dafür ist, Bullying zu unterbinden, oder ob eine erweiterte Zusammenarbeit notwendig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis bestehender Studien und fachwissenschaftlicher Literatur die Problematik analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Konzepte, die Situation an Schulen, Rollenbilder, Auswirkungen auf Betroffene sowie spezifische Förderkonzepte für den Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bullying, Prävention, Intervention, Schulklima und soziale Kompetenz charakterisiert.
Was genau ist die "Fasrta-Methode"?
Es handelt sich um eine spezifische Interventionsmethode, die auf der direkten Konfrontation des Bullies in Einzelgesprächen basiert, um das Verhalten sofort zu unterbinden.
Welche Bedeutung hat das Fach LER in diesem Zusammenhang?
Das Fach LER bietet laut Rahmenlehrplan Spielraum, um ethische und soziale Kompetenzen zu fördern und das Thema Gewalt/Bullying aktiv im Unterricht zu bearbeiten.
- Arbeit zitieren
- Sabrina Bock (Autor:in), 2010, Bullying an Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180949