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Risiko, Unsicherheit und Ambiguität

(Risk, Uncertainty and Ambiguity)

Titel: Risiko, Unsicherheit und Ambiguität

Seminararbeit , 2011 , 72 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Philipp Adam (Autor:in)

VWL - Mikroökonomie, allgemein

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Entscheidungen werden von Menschen aufgrund von Informationsunvollkommenheiten und der begrenzten kognitiven Fähigkeit ihrer Verarbeitung häufig ohne die genaue Kenntnis ihrer implizierten Konsequenzen getroffen. Dies bewegte Philosophen und Wissenschaftler bereits seit den frühesten Menschenzeitaltern dazu, sich i. R. ihrer Entscheidungsfindung mit dem Phänomen der Ungewissheit zu befassen. Nichtsdestotrotz erhielt die Auseinandersetzung mit der Ungewissheit erst Anfang der Zwanzigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts Einzug in die ökonomische Theorie. Nur wenige Jahre zuvor wurde jene von der Neoklassischen Wirtschaftstheorie im Zusammenhang mit der übersimplifizierenden Annahme des sog. homunculus oeconomicus neoclassicus noch vollständig und ignorant ausgeblendet und damit ein Stabilität garantierendes, risikofreies System unterstellt.

Die Wegbereiter des modernen ökonomischen Ansatzes hinsichtlich des Umgangs mit der Ungewissheit sind in den Wirtschaftswissenschaftlern Frank Knight und John Maynard Keynes zu identifizieren. Die ihrerseits geleistete definitorische und konzeptionelle Auseinandersetzung mit den bestimmten Graden von Ungewissheit gilt bis in die gegenwärtige Zeit als bestimmende Forschungsgrundlage. Gestützt von den katastrophalen Auswirkungen des Ersten Weltkriegs erwiesen sich sowohl Knight als auch Keynes als Antagonisten der Vorstellung einer universellen Anwendbarkeit des Messens, welche etwa im Viktorianischen Zeitalter von William Stanley Jevons enthusiastisch proklamiert wurde. Das aus der Vergangenheit gesammelte Erfahrungswissen und daraus abgeleitete Wahrscheinlichkeitsüberlegungen sollen in der modernen ökonomischen Theorie nicht grds. ausreichend sein, um im Sinne eines nutzenmaximierenden Permanentkalkulators jeglichen Ausgang von Entscheidungen voraussagen zu können.

Stellvertretend zu erwähnen ist diesbezüglich insbesondere die von Frank Knight im Jahre 1916 aufgestellte kategorische Unterscheidung der Topoi „Risiko“ und „Unsicherheit“, welche eine Kontroverse über die Anwendbarkeit und Aussagekraft der Wahrscheinlichkeitsrechnung loslöste. Während Risiken eine Kalkulierbarkeit gemäß der Wahrscheinlichkeitsrechnung zugutegehalten wird und diese damit im Umkehrschluss überhaupt keine Ungewissheit, sondern vielmehr „apodiktische Gewissheit“ abbilden, ist die Knight´sche Unsicherheit aufgrund ausschließlich partiellen Wissens nicht in die Zukunft projizierbar und kann durch keinerlei Apriori-Denken umgangen werden........

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung

2 Geschichtliche Entwicklung des Ungewissheitsproblems

2.1 Philosophische und mathematische Ansätze bis 1900

2.2 Die Ignoranz der Neoklassischen Wirtschaftstheorie

3 Moderne ökonomische Ansätze zur Berücksichtigung von Ungewissheit

3.1 Knight´sche Ungewissheit

3.1.1 Abgrenzung verschiedener Ungewissheitsgrade

3.1.1.1 Risiko

3.1.1.1.1 Fallbeispiel einer aprioristischen Wahrscheinlichkeitszuordnung

3.1.1.1.2 Fallbeispiel einer statistischen Wahrscheinlichkeitszuordnung

3.1.1.2 Knight´sche Unsicherheit

3.1.1.2.1 Fallbeispiel einer Situation unter Knight´scher Unsicherheit

3.2 Keynesianische Unsicherheit

3.3 Gegenüberstellung des Knight´schen und Keynes´schen Ansatzes der Unsicherheit und deren ökonomischen Implikationen

4 Ambiguität

4.1 Begriffsdefinition

4.2 Die Ambiguität als Zwischenstadium von Risiko und Unsicherheit

4.3 Ambiguitätsaversion am Beispiel des Ellsberg-Paradoxons

4.4 Die Nichtadditivität komplementärer Wahrscheinlichkeiten als zentrale Eigenschaft ambiger Entscheidungen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Entwicklung und Bedeutung der Begriffe Risiko, Unsicherheit und Ambiguität in der ökonomischen Entscheidungslehre. Ziel ist es, ein tiefes Verständnis für diese Phänomene zu schaffen, ihre Abgrenzung zu verdeutlichen und die Grenzen formaler ökonomischer Modellbildungen aufzuzeigen, die oft auf übersimplifizierten Menschenbildern basieren.

  • Historische Herleitung des Wahrscheinlichkeitsbegriffs und der ökonomischen Ignoranz gegenüber echter Unsicherheit.
  • Differenzierung zwischen dem Knight’schen Risiko- und Unsicherheitsbegriff.
  • Analyse der Keynesianischen Unsicherheit und der Rolle menschlichen Vertrauens.
  • Untersuchung von Ambiguität als dritte Dimension des Entscheidungsproblems.
  • Kritische Reflexion der "Ambiguitätsaversion" und ihrer Auswirkung auf klassische Entscheidungstheorien anhand des Ellsberg-Paradoxons.

Auszug aus dem Buch

3.1.1.2 Knight´sche Unsicherheit

Unter dem Begriff Knight´sche Unsicherheit sind hingegen Ungewissheitszustände einzuordnen, die nicht mittels objektiver Wahrscheinlichkeiten messbar sind. Sie stellen demzufolge gewissermaßen die „Inverse der auf Informationen zurückzuführenden Zuverlässigkeit“ dar und widersprechen den Gesetzen der Kausalität, der Uniformität und der Regularität. Verantwortlich für derartige Zustände ist lt. Knight das ausschließlich partielle Wissen, über welches der Mensch verfügt. Diese skeptische Betrachtung der menschlichen Natur schließt in den meisten Fällen der Realität eine Konsolidierung von Ereignissen, die jegliche Anwendung objektiver Wahrscheinlichkeiten überhaupt erst ermöglicht, vollends aus.

Das partielle Wissen basiert auf der fehlenden Validität einer erschöpfenden Klassifizierung möglicherweise einzutretender Ereignisse durch den Menschen. Knight betont mit Entschiedenheit, dass Einschätzungen über die in der Zukunft liegenden Naturzustände (Einschätzung erster Ordnung) getroffen werden müssen, bevor überhaupt eine quantitative Bewertung mittels subjektiver Einschätzungen der Eintrittswahrscheinlichkeiten (Einschätzung zweiter Ordnung) generiert werden kann. Diese qualitative Bewertung beruht in besonderem Maße auf Intuition und nicht etwa auf den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit. Diese zwingenderweise zu berücksichtigende Janusköpfigkeit der Urteilsbildung resp. der Entscheidungsfindung ist eines der zentralen Bestimmungsmerkmale der Knight´schen Unsicherheit.

Die Entscheidungsträger, insbesondere, aber nicht ausschließlich ökonomischer Fragestellungen, stehen aufgrund der ausgeprägten Komplexität der Wirtschaft und der damit zusammenhängenden Einzigartigkeit der eventuellen Naturzustände lt. Knight grds. Situationen der „Unsicherheit“ gegenüber: »Jeder Fall […] ist so absolut einzigartig, dass es gar keine oder jedenfalls nicht genügend andere Fälle gibt, um eine hinreichende Menge ähnlicher Fälle tabellieren zu können, die eine Grundlage für irgendeine aussagekräftige Folgerung über irgendwelche reale Wahrscheinlichkeit für den uns interessierenden Fall zu bilden.«

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung der Begriffe Risiko, Unsicherheit und Ambiguität vor dem Hintergrund der begrenzten menschlichen Rationalität.

2 Geschichtliche Entwicklung des Ungewissheitsproblems: Hier wird der historische Wandel der Wahrscheinlichkeitsrechnung von philosophischen Ansätzen bis zur Vernachlässigung dieser Phänomene durch die neoklassische Wirtschaftstheorie beleuchtet.

3 Moderne ökonomische Ansätze zur Berücksichtigung von Ungewissheit: Dieses Kapitel präsentiert die bahnbrechenden Ansätze von Frank Knight und John Maynard Keynes, die einen Gegenentwurf zum neoklassischen Menschenbild darstellen.

4 Ambiguität: Fokus dieses Kapitels ist die dritte Dimension des Entscheidungsproblems, wobei die Ambiguitätsaversion und die Nichtadditivität von Wahrscheinlichkeiten anhand des Ellsberg-Paradoxons analysiert werden.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Gefahr der Ignoranz gegenüber Unsicherheit und Ambiguität in ökonomischen Modellen.

Schlüsselwörter

Risiko, Unsicherheit, Ambiguität, Knight´sche Unsicherheit, Keynesianische Unsicherheit, Entscheidungsfindung, Ellsberg-Paradoxon, Wahrscheinlichkeitstheorie, Ambiguitätsaversion, Neoklassik, Rationalität, Erwartungsnutzentheorie, Nichtadditivität, ökonomische Modellbildung, Vertrauenswürdigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Menschen bei Unsicherheit entscheiden und warum die klassische ökonomische Theorie bei der Abbildung dieser Prozesse an ihre Grenzen stößt.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?

Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Abgrenzung von Risiko, Unsicherheit und Ambiguität sowie die psychologischen Faktoren, die Entscheidungen in diesen Zuständen beeinflussen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage befasst sich mit der theoretischen Bedeutung der Begriffe Risiko und Unsicherheit sowie der Widerstandsfähigkeit dieser Konzepte gegenüber moderneren Ansätzen, insbesondere im Kontext von Ambiguität.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Der Autor nutzt eine konzeptorientierte Analyse ökonomischer Theorien, kombiniert mit einer historischen Rekonstruktion und der Illustration durch Gedankenexperimente wie das Ellsberg-Paradoxon.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich den bahnbrechenden Theorien von Frank Knight und John Maynard Keynes sowie einer detaillierten Auseinandersetzung mit Ambiguität als eigenständigem Entscheidungsproblem.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Knight´sche Unsicherheit, das Keynesianische Verständnis von Erwartungen und Vertrauen sowie die Ambiguitätsaversion.

Wie unterscheidet Knight Risiko von Unsicherheit?

Für Knight ist Risiko eine messbare, kalkulierbare Ungewissheit, während echte Unsicherheit durch partielles Wissen und fehlende Konsolidierbarkeit der Ereignisse gekennzeichnet ist.

Warum spielt das Ellsberg-Paradoxon eine so wichtige Rolle in dieser Arbeit?

Das Paradoxon zeigt empirisch, dass Menschen Wetten mit bekannten Wahrscheinlichkeiten bevorzugen, was der klassischen subjektiven Erwartungsnutzentheorie widerspricht und die Existenz von Ambiguitätsaversion beweist.

Was bedeutet "Nichtadditivität" im Kontext der Arbeit?

Es bezeichnet ein Phänomen bei ambigen Entscheidungen, bei dem die Addition komplementärer Wahrscheinlichkeiten nicht den Wert 1 ergibt, was eine Verletzung der Axiome der klassischen Wahrscheinlichkeitstheorie darstellt.

Ende der Leseprobe aus 72 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Risiko, Unsicherheit und Ambiguität
Untertitel
(Risk, Uncertainty and Ambiguity)
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Institute for Research in Economic Evolution)
Veranstaltung
Entscheidungsfindung unter Ambiguität (Decision Making Under Ambiguity)
Note
1,0
Autor
Philipp Adam (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
72
Katalognummer
V176093
ISBN (eBook)
9783640972012
ISBN (Buch)
9783640973026
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Risiko Unsicherheit Ambiguität Ambiguity Risk Uncertainty Entscheidungstheorie Mikroökonomie Adam Philipp Adam Knight Frank Knight Wahrscheinlichkeit Wahrscheinlichkeitsrechnung Ellsberg Ellsberg-Paradox Ellsberg-Paradoxon Keynes John Maynard Keynes homo oeconomicus homunculus oeconomicus eikos Wahrheit Fibonacci Liber Abaci Luca Paccioli Paccioli Gioco di Balla de Fermat Pascal Blaise Pascal Pascalsche Wette Bernoulli Gauß Jevons
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp Adam (Autor:in), 2011, Risiko, Unsicherheit und Ambiguität, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/176093
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Leseprobe aus  72  Seiten
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