Einer der wichtigsten und zentralsten Arbeitsfelder der sozialen Arbeit ist die berufliche Rehabilitation. Hier ist es nicht nur von immenser Bedeutung, rehabilitative Maßnahmen vieler Arten zu initiieren, sondern umfassend zu begleiten. Der betroffene Mensch ist nicht nur in seinem Selbstverständnis angegriffen und verunsichert, sondern insbesondere in seiner Arbeitswelt, die wegbricht, ihn sozusagen ohne Aufgabe zurücklässt die er bewältigen könnte. Wichtig ist nicht nur empathisch und individuell auf diese Problemlagen einzugehen, sondern zwischen demjenigen Betroffenen und den Leistungsträgern zu vermitteln, denn auch hier können Verunsicherungen weiter zusetzen. Natürlich ist ein Einstimmen auf diese Schwierigkeiten nur bedingt förderlich, solange es um ein Aufzeigen der Problematik geht. Weiter führend ist jedoch eine Lösung dieser Problematik die Intention der Rehabilitation und der Sozialen Arbeit. Diese Arbeit möchte die Rehabilitation betrachten, ihre Formen verständlich darlegen, gesetzliche Grundlagen nennen, sowie die initialen Problemstellungen der Behinderung und chronischen Krankheit aufzeigen. Die berufliche Arbeit – als elementarer Faktor für die Aufrechterhaltung des persönlichen Schaffens- und Wirkungskreises – soll ausführlich beleuchtet werden. Ihr Wegfall ist aber nicht nur Gegenstand negativer Betrachtungsweisen, sondern auch des genauen Gegenteils. Es ist auch Anliegen dieser Arbeit die sozialstaatliche Berechtigung aufzuzeigen, da dies häufig nicht offensichtlich ist. Natürlich liegt der Schwerpunkt hier auf der Bundesrepublik Deutschland, doch sollen auch internationale Haltungen genannt sein. Die Bedeutung der Sozialen Arbeit in dem Bereich der beruflichen Rehabilitation ist das Hauptanliegen dieses Schriftstückes und soll ein abschließendes rundes Bild der beruflichen Rehabilitation geben. Leider ist der Umfang dieser Arbeit nicht ausreichend, um die übrigen, mannigfaltigen und nicht weniger wichtigen Aspekte dieses Themengebietes zu erläutern. Es soll jedoch hier eine sozusagen verknüpfende Betrachtungsweise nahe gelegt werden, denn die Rehabilitation stütz sich in ihrer Gesamtheit auf die Soziale Arbeit.
Abschließend soll ein persönliches Fazit gezogen werden und der Blick auf dieses Themengebiet eine generelles Verständnis für die Soziale Arbeit in der beruflichen Rehabilitation fördern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition der Rehabilitation
2.1 Geschichte der Rehabilitation
2.2 Gesetzliche Grundlagen der Rehabilitation
3. Formen der Rehabilitation
3.1 Medizinische Rehabilitation
3.2 Berufliche Rehabilitation
4. Definition von Behinderung
4.1 Internationale Modelle der Behinderung
4.2 Behinderung als soziales Konstrukt
5. Soziale Arbeit in der Rehabilitation
5.1 Aufgaben der Sozialen Arbeit in der Rehabilitation
5.1.1 Anwaltsfunktion in der beruflichen Rehabilitation
5.1.2 Tätigkeitsfelder der Sozialen Arbeiter in der beruflichen Rehabilitation
5.1.3 Sozialarbeiter als Case-Manager in der Rehabilitation
5.2 Ausblicke für die Sozialen Arbeit in der Rehabilitation
6. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Studienarbeit untersucht die zentrale Rolle der Sozialen Arbeit innerhalb des Systems der beruflichen Rehabilitation, wobei der Schwerpunkt auf der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen bei der (Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt sowie der gesellschaftlichen Teilhabe liegt.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Rehabilitation in Deutschland
- Differenzierung zwischen medizinischer und beruflicher Rehabilitation
- Konzeptualisierung von Behinderung und internationalen Modellen
- Analyse der Anwaltsfunktion und Tätigkeitsfelder Sozialer Arbeit
- Die methodische Bedeutung des Case-Managements im Rehabilitationsprozess
Auszug aus dem Buch
3.1 Medizinische Rehabilitation
Die medizinische Rehabilitation ist wohl die bekannteste Form der Rehabilitation. Sie ist, beispielsweise medizinisch, unbedingt notwendig, doch ist diese Notwendigkeit nicht zwingend mit einer gesellschaftlichen Wiedereingliederung verbunden (Mühlum & Gödecker-Geenen, 2003, S. 32). Medizinische Rehabilitation wird – nomen est omen – in medizinischen Einrichtungen durchgeführt. In erster Linie geht es um die Wiederherstellung und Prävention nach Erkrankung, wie das VI. Buch des Sozialgesetzbuches (§§ 10, 15 SGB VI) festlegt. Diese Form der Rehabilitation wird auch langläufig als Anschlussheilbehandlung (AHB) bezeichnet und schließt sich sehr häufig, aber nicht ausschließlich an einen Krankenhausaufenthalt an.
Die medizinische Rehabilitation verfolgt also unmittelbar nach einer akuten Heilbehandlung, das Ziel einer Behinderung oder der mit Krankheit verbundenen Spätfolgen vorzubeugen und den Betroffenen zu helfen ihre Fähigkeiten zu erhalten oder zu verbessern (Mühlum & Gödecker-Geenen, 2003, S. 36). Medizinische Rehabilitation ist darauf angewiesen, dass viele Berufsgruppen zur Erlangung des Rehabilitationsziels des Patienten zusammenarbeiten (ebd., 2003, S. 36). Dazu zählen ärztliches Team, pflegerisches Team, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, um nur einige zu nennen. Die medizinische Rehabilitation leitet oftmals in die Berufliche Rehabilitation über, sofern dies nötig ist (ebd., S. 38).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das zentrale Arbeitsfeld der beruflichen Rehabilitation ein und erläutert die Notwendigkeit einer begleitenden Sozialen Arbeit.
2. Definition der Rehabilitation: Hier werden der Begriff der Rehabilitation, ihre historische Entwicklung sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen beleuchtet.
3. Formen der Rehabilitation: Dieses Kapitel differenziert zwischen medizinischen Maßnahmen der Wiederherstellung und der beruflichen Rehabilitation zur Erwerbsintegration.
4. Definition von Behinderung: Es erfolgt eine Analyse von Behinderungsbegriffen sowie eine Vorstellung internationaler Modelle und der Sichtweise von Behinderung als soziales Konstrukt.
5. Soziale Arbeit in der Rehabilitation: Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Aufgaben, Funktionen und Tätigkeitsfelder der Sozialen Arbeit, inklusive Methoden wie dem Case-Management.
6. Schluss: Das Fazit fasst die Bedeutung der Sozialen Arbeit für den Rehabilitationserfolg zusammen und betont das lohnende, aber fordernde Tätigkeitsfeld.
Schlüsselwörter
Berufliche Rehabilitation, Soziale Arbeit, Behinderung, Rehabilitationsträger, Case-Management, Eingliederung, Teilhabe, Sozialgesetzbuch, Anwaltsfunktion, Sozialstaat, Krankheitsfolgemodell, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Ressourcenorientierung, Arbeitswelt, Gesundheitswesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Sozialen Arbeit im Kontext der beruflichen Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die gesetzlichen Grundlagen der Rehabilitation, die verschiedenen Formen der Rehabilitation sowie die methodischen Aufgaben der Sozialarbeiter, insbesondere das Case-Management.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die unverzichtbare Rolle der Sozialen Arbeit zu fördern, die den Rehabilitationsprozess nicht nur begleitet, sondern maßgeblich steuert.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die Auswertung relevanter Gesetzestexte sowie fachwissenschaftlicher Publikationen zum Thema Rehabilitation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen von Rehabilitation und Behinderung sowie eine detaillierte Erläuterung der Aufgaben der Sozialen Arbeit, wie die Anwaltsfunktion und die Case-Management-Methodik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind berufliche Rehabilitation, Soziale Arbeit, Behinderung, Case-Management, Eingliederung und Teilhabe.
Welche Rolle spielt das Case-Management in der Rehabilitation?
Das Case-Management dient als zentrale Methode der Fallsteuerung, um Klienten individuell bei der Berufsfindung und der Bewältigung komplexer Anforderungen des Sozialsystems zu unterstützen.
Wie definiert die Arbeit "Behinderung"?
Die Arbeit greift sowohl auf gesetzliche Definitionen (SGB IX) als auch auf sozialwissenschaftliche Perspektiven zurück, die Behinderung als soziales Konstrukt und Prozess innerhalb einer Gesellschaft betrachten.
- Arbeit zitieren
- Jan-Sebastian Müller-Wonnenberg (Autor:in), 2010, Berufliche Rehabilitation und die zentrale Rolle der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/175827