The paper „The freedom of press as a driving power for the transformation of Germany in
the 19th century“ gives an overview of the development of the history of press in Germany
in the 19th century. A central reference for the description and explanation of the history of
press are the three potencies: culture, state and religion, which were founded by the
universal-historian Jacob Burckhardt. The relation of these potencies to each other are
always essential for describing, explaining or even understand history. The topic freedom
of press is important until today, because press is an endangered property even in the
presence. So there is also given a short insight into the development of the freedom of
press in the beginning of the 20th century and the present situation of press in Germany
today.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Jacob Burckhardt und die drei Potenzen
3. Die Presse im 19. Jahrhundert
3.1 Die Pressefreiheit im Verhältnis zu den drei Potenzen
3.2 Situation der Presse zu Beginn des 20. Jahrhunderts und in der Gegenwart
4. Ein Ausschnitt von gegenwärtigen Situation der Pressewelt in Europa
5. Konklusion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Pressefreiheit als zentrale Triebkraft für die gesellschaftliche Transformation Deutschlands im 19. Jahrhundert. Dabei wird der theoretische Rahmen der „drei Potenzen“ (Staat, Religion und Kultur) nach Jacob Burckhardt genutzt, um das Spannungsfeld zwischen staatlicher Kontrolle und dem Streben nach freier Meinungsäußerung historisch zu analysieren.
- Historische Entwicklung der Presse und Pressefreiheit im 19. Jahrhundert
- Analyse des Einflusses von Staat, Religion und Kultur auf die Medien
- Untersuchung staatlicher Repressionen (z.B. Karlsbader Beschlüsse, Sozialistengesetz)
- Vergleich zur Situation im 20. Jahrhundert und in der heutigen Gegenwart
- Reflektion der aktuellen weltweiten Pressefreiheit
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Pressefreiheit im Verhältnis zu den drei Potenzen
Bevor die Sendung des kulturellen Impulses beschrieben wird, soll nun zunächst die Potenz Staat am Beispiel der Situation der Presse und ihrer Freiheit, bzw. Unfreiheit vom 19. Jahrhundert bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts in Deutschland erläutert werden. Obwohl das 19.Jahrhundert ein Zeitalter verbesserter technischer Produzierbarkeit war, wurde Zensur in Bezug auf die Presse nicht gelockert. In den Staaten des Deutschen Bundes wurde durch die Karlsbader Beschlüsse von 1819 ein ausgesprochen repressives Presserecht institutionalisiert. Dieses Preßgesetz (Pressegesetz) bewirkte unter anderem das Verbot der öffentlichen schriftlichen Meinungsfreiheit:
„§.1. Solange als der gegenwärtige Beschluß in Kraft bleiben wird, dürfen Schriften, die in der Form täglicher Blätter oder heftweise erscheinen, deßgleichen solche, die nicht über 20 Bogen im Druck stark sind, in keinem deutschen Bundesstaate ohne Vorwissen und vorgängige Genehmhaltung der Landesbehörden zum Druck befördert werden. Schriften, die nicht in eine der hier namhaft gemachten Classen gehören, werden fernerhin nach den in den einzelnen Bundesstaaten erlassenen oder noch zu erlassenden Gesetzen behandelt.
Wenn dergleichen Schriften aber irgend einem Bundesstaate Anlaß zur Klage geben, so soll diese Klage im Namen der Regierung, an welche sie gerichtet ist, nach den in den einzelnen Bundesstaaten bestehenden Formen, gegen die Verfasser oder Verleger der dadurch betroffenen Schrift erledigt werden.
[...]
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung der Pressefreiheit ein, verdeutlicht deren heutige Relevanz durch aktuelle Statistiken zur Bedrohung von Journalisten und benennt Jacob Burckhardts „drei Potenzen“ als theoretisches Fundament der Arbeit.
2. Jacob Burckhardt und die drei Potenzen: Dieses Kapitel erläutert Burckhardts Modell von Staat, Religion und Kultur als wechselwirkende Handlungsbedingungen, wobei Kultur als dynamische, freiheitsstrebende Kraft den Gegenpol zur statischen Natur des Staates bildet.
3. Die Presse im 19. Jahrhundert: Es wird die allgemeine Rolle der Presse als wichtigstes Instrument der Meinungsbildung im 19. Jahrhundert beschrieben und wie diese durch die Verbreitung von Informationen neue Kommunikationsräume erschuf.
3.1 Die Pressefreiheit im Verhältnis zu den drei Potenzen: Dieser Abschnitt analysiert das Spannungsverhältnis zwischen staatlicher Zensur (z.B. Karlsbader Beschlüsse) und dem gesellschaftlichen Wunsch nach Freiheit, eingebettet in Burckhardts Modell.
3.2 Situation der Presse zu Beginn des 20. Jahrhunderts und in der Gegenwart: Hier wird der Weg zur formalen Verankerung der Pressefreiheit im Grundgesetz von 1949 sowie die aktuelle Ambivalenz zwischen rechtlicher Absicherung und moderner Überwachungstendenzen beleuchtet.
4. Ein Ausschnitt von gegenwärtigen Situation der Pressewelt in Europa: Dieses Kapitel thematisiert den besorgniserregenden Trend der Verschlechterung von Pressefreiheitsstandards innerhalb demokratischer europäischer Staaten.
5. Konklusion: Das Fazit fasst zusammen, dass die Pressefreiheit als historisch gewachsene Kraft trotz ständiger Einschränkungen und notwendiger Verteidigung einen zentralen Fortschritt der modernen Gesellschaft darstellt.
Schlüsselwörter
Pressefreiheit, 19. Jahrhundert, Jacob Burckhardt, Staat, Kultur, Religion, Zensur, Karlsbader Beschlüsse, Meinungsbildung, Demokratie, Mediensystem, Journalismus, Repression, Transformationsprozess, Pressegeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Pressefreiheit als treibende Kraft für die gesellschaftliche Verwandlung Deutschlands im 19. Jahrhundert vor dem Hintergrund geschichtstheoretischer Konzepte.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Pressewesens, das Spannungsverhältnis zwischen Zensur und Meinungsfreiheit sowie die Wechselwirkung von Staat, Kultur und Religion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Pressefreiheit nicht nur als rechtliches Gut, sondern als dynamischen kulturellen Impuls zu verstehen, der die politische Kommunikation im 19. Jahrhundert maßgeblich geprägt hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine kulturgeschichtliche Analyse, basierend auf dem Modell der „drei Potenzen“ des Historikers Jacob Burckhardt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Burckhardt, die historische Analyse staatlicher Repressalien (z.B. Zensur) und einen Ausblick auf die aktuelle Situation in Europa.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Pressefreiheit, Jacob Burckhardt, Staat, Zensur, Kultur, Pressegeschichte und gesellschaftliche Transformation.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Statik“ und „Dynamik“ bei Burckhardt eine wichtige Rolle?
Burckhardt ordnet den Staat der statischen Beharrlichkeit zu, während er Kultur als dynamische, freibewegliche Kraft begreift, die Veränderungsprozesse in der Gesellschaft erst ermöglicht.
Welche Bedeutung hat das Jahr 1848 für die Pressefreiheit in Deutschland laut der Arbeit?
Die März-Revolution von 1848 wird als Wendepunkt beschrieben, da sie zur Abschaffung der repressiven Karlsbader Beschlüsse und zur Aufhebung der Vorzensur führte.
Inwiefern beeinflussten das BKA-Gesetz oder staatliche Überwachungen die heutige Bewertung der Pressefreiheit?
Die Arbeit führt diese Beispiele an, um zu verdeutlichen, dass Pressefreiheit auch in modernen Demokratien kein absoluter, statischer Zustand ist, sondern durch staatliche Eingriffsmaßnahmen stetig neu gefährdet sein kann.
- Arbeit zitieren
- Stephanie Schlanert (Autor:in), 2010, Die Pressefreiheit als treibende Kraft für die Verwandlung Deutschlands im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/173153