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Inszenierte Weiblichkeit in Kateb Yacines Roman "Nedjma"

Title: Inszenierte Weiblichkeit in Kateb Yacines Roman "Nedjma"

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Eugenia Steinbach (Author)

French Studies - Literature

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Summary Excerpt Details

Kateb Yacines revolutionärer Roman Nedjma von 1956, ursprünglich ein Gedicht, gilt bei nicht wenigen Lesern als der Klassiker schlechthin in der jüngsten Geschichte der algerischen Literatur in französischer Sprache. Revolutionär war er in vielerlei Hinsicht: So stellt sowohl die komplexe zyklische Romanstruktur mit den mehreren, ineinander verwobenen und gleichzeitig laufenden Erzählsträngen, die sich einer Chronologie widersetzenden Zeitsprünge innerhalb des Textes und „die glänzende aber auch verschlüsselte Sprache als auch der Gebrauch von Symbolen und Traumbildern“2 für die damalige maghrebinische Literatur ein Novum dar, eine neue Art des literarischen Verarbeitens der Zeit vor dem algerischen Befreiungskrieg.

Ziel dieser Seminararbeit ist es, die inszenierte Weiblichkeit als literarisches Konstrukt in Nedjma zu untersuchen. Dabei ist festzuhalten, dass „der Roman […] zwischen stärker realistischen und symbolisch-metaphorischen Passagen [oszilliert] und […] dadurch Geschichte und Mythos neuartige Dimensionen [bei]legt“3. Sprich: Die Vergangenheit wird aus der Sicht der einzelnen Figuren erlebt, gedeutet, verarbeitet, aus dem Gedächtnis hervorgeholt und erzählt und so kann sie dementsprechend nicht auf eine faktische Wirklichkeit detailgetreu übertragen werden. Zunächst gebe ich einen groben Überblick über die allgemeine Situation der Frauen in Algerien bzw. über das Frauenbild während und vor der Entstehungszeit des Werkes, unter dem Aspekt der Kolonialisierung und ihren Auswirkungen. Den Weg für die eigentliche Analyse ebnet im Anschluss der Versuch, das "Wie" der Thematisierung und Inszenierung von Weiblichkeit algerischer Frauen in der Geschichte darzustellen, von den traditionellen Volkserzählungen bis hin zu Kateb Yacine. Hierbei werde ich nicht allein auf die Literatur, sondern auch auf eine weitere Gattung der Kunst, der Malerei, zurückgreifen.
Im Analyseteil als Kern dieser Arbeit geht es zum einen um die vergleichende Gegenüberstellung von der europäischen bzw. französischen Frau und der muslimischen Frau: Wie werden diese zwei Frauengruppen mit jeweils unterschiedlichem kulturellen Hintergrund (de)konstruiert, inwiefern werden sie den zeitgenössischen Frauenbildern gerecht und auf welche Frauenkonzepte bzw. -rollen wird im Roman zurückgegriffen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Die Rolle der Frau in Algerien bis 1956

3.) Über die Darstellung der algerischen Frau in der Literatur und Kunst bis 1956

4.) Die Darstellung der europäischen Frau in Nedjma

4.1 Allgemeines

4.2 Suzy

4.3 Madame Clément

4.4 Mademoiselle Dubac

4.5 Nedjmas Mutter

5.) Die Darstellung der algerischen Frau in Nedjma

5.1 Allgemeines

5.2 Die Dienerin von Monsieur Ricard

5.3 Zohra

5.4 Weitere Figuren und ihre Konstruktion

6.) Prostituierte

7.) Nedjma

8.) Constantine und Bône

9.) Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Konstruktion und Inszenierung von Weiblichkeit in Kateb Yacines Roman "Nedjma" im Kontext der algerischen Kolonialgeschichte. Dabei wird analysiert, inwiefern die Darstellung der Frau sowohl als literarisches Konstrukt als auch in ihrer symbolischen Bedeutung für algerische Identitätsfragen zwischen Tradition, Mythos und kolonialer Realität oszilliert.

  • Vergleichende Analyse europäischer und muslimischer Frauenbilder.
  • Untersuchung der symbolträchtigen Hauptfigur Nedjma.
  • Analyse der Rolle der Frau in traditionellen Mythen und Literatur.
  • Deutung von Städte-Metaphorik (Constantine und Bône) als Orte weiblicher Symbolik.
  • Kritische Betrachtung von Machtstrukturen und Geschlechterrollen im Roman.

Auszug aus dem Buch

4.2 Suzy

Die Tochter des cholerischen Bauführers Monsieur Ernest, mit dem verniedlichenden Namen Suzy, hat ihren ersten Auftritt gleich zu Beginn der Handlung, als sie ihrem Vater sein Essen auf die Baustelle bringt. Im selben Atemzug wird vom Erzähler eine sexuelle Anspielung auf ihre äußere Erscheinung gemacht, die nicht weiter ausgeführt wird: „Dieu le généreux! Elle est pleine de mouvements qui paralysent...“ (N 17). Auf die einheimischen Arbeiter übt sie eine Anziehungskraft aus der Ferne aus, da sie jeden (Blick-) Kontakt zu ihnen vermeidet. So hält sie auf dem Heimweg auch Abstand zu Mourad, da dieser den Befehl bekommen hat, sie zu begleiten (vgl. N 17). In einer andere Szene bittet bzw. befiehlt sie Mourad, sie alleine zu lassen, nachdem sich die beiden auf der Straße begegnet haben und er Anstalten macht, sie auf ein Neues zu begleiten. Während Mourad ihr Höflichkeit erweist (er siezt sie in diesem sehr kurzen Gespräch), ist sie dagegen sehr kurz angebunden und beinahe grob zu ihm (vgl. N 23/ 24).

Herablassend und demütigend wirkt ihr Verhalten nicht nur Monsieur Ricard während ihrer gemeinsamen Hochzeit gegenüber, sondern auch den Arbeitern auf der Baustelle. Recht bestimmend weist sie ihnen ihren Platz zu, der sich nicht in ihre Welt integrieren lässt. Eine Art Dichotomie der Welten wird hier im Weltbild Suzys erkennbar. Die Gedanken Mourads während der Konversation bestätigen diesen Eindruck: „,Et voilà, pense Mourad, le charme est passé, je redeviens le manœuvre de son père, elle va reprendre sa course à travers le terrain vague comme si je la poursuivais, comme si je lui faisais violence rien qu' en me promenant au même endroit qu' elle, comme si nous ne devions jamais nous trouver dans le même monde, autrement que par la bagarre et le viol. Et voilà. Déjà elle me tutoie, et elle me dit de la laisser, comme si je l' avais prise à la taille, surprise et violentée, de même que les paysans sont censés l' avoir surprise et l' avoir violentée rien que par le fait de l' avoir vue, elle qui n' est pas de leur monde ni du mien, mais d' une planète à part, sans manœuvres, sans paysans, à moins qu' ils ne surgissent ce soir même dans ses cauchemars... Si je lui pressais les seins?'“ (N 24).

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung zur Rolle der Frau in Kateb Yacines Roman "Nedjma" ein und skizziert die komplexe Erzählstruktur sowie den historischen Kontext der Kolonialisierung.

2.) Die Rolle der Frau in Algerien bis 1956: Dieses Kapitel erläutert die rechtliche und gesellschaftliche Stellung der Frau unter dem islamischen Recht und dem Einfluss der französischen Kolonialherrschaft.

3.) Über die Darstellung der algerischen Frau in der Literatur und Kunst bis 1956: Hier wird untersucht, wie traditionelle Volkserzählungen und frühe Romane das Frauenbild prägten und oft mit negativen Attributen belegten.

4.) Die Darstellung der europäischen Frau in Nedjma: Das Kapitel analysiert die verschiedenen europäischen Frauenfiguren und deren Funktion als ambivalente Objekte der Begierde oder Distanz innerhalb der Handlung.

5.) Die Darstellung der algerischen Frau in Nedjma: Eine Untersuchung der muslimischen Nebenfiguren und deren Konstruktion, wobei oft eine Reduktion auf negative Eigenschaften oder passive Rollen festgestellt wird.

6.) Prostituierte: Das Kapitel beleuchtet die Rolle von Prostituierten als periphere Charaktere, die jedoch symbolisch oder als Projektionsfläche für die männlichen Protagonisten von Bedeutung sind.

7.) Nedjma: Die Analyse der zentralen Hauptfigur, deren Ambivalenz zwischen "realem Menschen" und mythifizierter Identitätsallegorie Algeriens beleuchtet wird.

8.) Constantine und Bône: Eine Betrachtung der Städte als symbolträchtige Räume, die metaphorisch mit Weiblichkeit und destruktiver Kraft verknüpft werden.

9.) Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Frauen im Roman durchweg negativ oder hochgradig symbolisch konnotiert sind, was das "gefährliche" sexuelle Potenzial widerspiegelt, das traditionell mit Frauen assoziiert wird.

Schlüsselwörter

Nedjma, Kateb Yacine, Algerien, Frauenbild, Kolonialismus, Identitätskonstruktion, Patriarchat, Maghreb, Literaturanalyse, Symbolik, Geschlechterrollen, Feminine Schrift, Tradition, Moderne, Islamisches Recht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Inszenierung und literarische Konstruktion der Weiblichkeit in Kateb Yacines Roman "Nedjma" im Kontext des kolonialen Algeriens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Gegenüberstellung europäischer und algerischer Frauenbilder, die Machtdynamik der Geschlechter sowie die symbolische Bedeutung von Frauen und Städten für die algerische Identität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es herauszufinden, wie Weiblichkeit als literarisches Konstrukt in "Nedjma" dargestellt wird und inwiefern der Roman dabei zwischen realistischen und mythologisch-symbolischen Dimensionen vermittelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung des historischen Kontextes (Rechtsgrundlagen, koloniale Bedingungen) und feministischer Literaturtheorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden nacheinander europäische und algerische Frauenfiguren, die Rolle von Prostituierten sowie die zentrale Figur der Nedjma und die symbolische Bedeutung der Städte Constantine und Bône analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Nedjma, Identitätskonstruktion, Kolonialismus, Patriarchat, Geschlechterrollen und algerische Literatur.

Inwiefern beeinflusst das koloniale Erbe die Frauenfiguren im Roman?

Das koloniale Erbe wird durch die Bipolarität zwischen den Kulturen deutlich, wobei europäische Frauen oft als exotisch und zugleich bedrohlich wahrgenommen werden, während muslimische Frauen in traditionelle Rollenmuster gepresst oder als "Gefahr" für die männliche Moral stilisiert werden.

Wie unterscheidet sich die Darstellung der Hauptfigur Nedjma von anderen Frauenfiguren?

Während andere Frauen im Roman oft auf negative Eigenschaften oder Randfunktionen reduziert werden, fungiert Nedjma als hochkomplexe, ambivalente Identitätsallegorie für ein Algerien auf der Suche nach sich selbst.

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Details

Title
Inszenierte Weiblichkeit in Kateb Yacines Roman "Nedjma"
College
University of Constance
Grade
1,7
Author
Eugenia Steinbach (Author)
Publication Year
2011
Pages
26
Catalog Number
V172518
ISBN (eBook)
9783640924691
ISBN (Book)
9783640924929
Language
German
Tags
inszenierte weiblichkeit kateb yacines roman nedjma
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eugenia Steinbach (Author), 2011, Inszenierte Weiblichkeit in Kateb Yacines Roman "Nedjma", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/172518
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