Auf dem Persienfeldzug gegen Dareios III machte Alexander noch eine Exkursion nach Ägypten, wo er unter anderem das berühmte Orakel in Siwa besuchte.
Napoleon sagte über diese Reise:
„Was ich am meisten bewundere, ist sein politisches Gespür. Es war ein schlauer Schritt nach Siwa zu gehen. Ja, ich hätte auf der Stelle eine Pilgerfahrt nach Mekka gemacht, wenn mir das geholfen hätte, die Welt zu erobern.“
Die Meinungen über die Bedeutung und Nützlichkeit dieser Abschweifung zum „Wunderland“, unterscheidet sich in der Forschung erheblich. Es gibt welche die behaupten, es sei völlig unnütz und gefährlich, wobei andere sie als eine durchaus erforderliche Maßnahme zur Machtergreifung im mittleren Osten ansehen.
Arrian behauptet der Auftakt nach Ägypten sei „Sein [Alexanders] ursprüngliches Ziel“ gewesen.
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Fragestellung, inwiefern die Aussage von Arrian stimmt und möchte herausfinden, ob Alexander durch gründliches Wissen über Ägypten den Abstecher dort hin geplant hatte oder ob er nur für ihn günstige Chancen weise genutzt hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorgeschichte
2.1 Ägyptens Pharaokult
2.2 Annäherung zweier Hochkulturen
3 Alexanders Wirken in Ägypten
3.1 Pharaokrönung
3.2 Gründung von Alexandreia
3.3 Aufbruch zur Oase in Siwa
3.4 Neuordnung Ägyptens
4 Schlussgedanken und Beurteilung
5 Quellen- und Literaturverzeichnis
5.1 Primärquellen
5.2 Sekundärquellen
5.3 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Motive und die strategische Bedeutung von Alexanders Ägyptenfeldzug. Es wird analysiert, ob der Abstecher nach Ägypten ein langfristig geplanter Schritt zur Machtkonsolidierung war oder ob Alexander flexibel auf günstige Gelegenheiten reagierte, um seinen Herrschaftsanspruch durch religiöse Legitimierung und städtebauliche Maßnahmen zu festigen.
- Politische und religiöse Rolle des Pharaos in Ägypten
- Diplomatische Annäherung zwischen Ägypten und Griechenland
- Alexanders Pharaokrönung und das Orakel von Siwa
- Strategische Gründung der Stadt Alexandreia
- Verwaltungsneuordnung durch die Einsetzung lokaler Verwalter
Auszug aus dem Buch
3.2 Gründung von Alexandreia
Nach der feierlichen Einreise, ordnete Alexander den Bau einer mächtigen Stadt an. Eine große nach griechischem Vorbild konstruierte Polis, die seinen Namen, nämlich Alexandreia, tragen sollte.
Im Pseudo Kallisthenes wird der 25. Typi als Gründungsdatum gefeiert, welcher der 7. April im Jahre 331 v. Chr. gewesen ist.
Gehrke beschreibt ganz deutlich, wie die Argumentationen über den Zeitpunkt der Gründung von Alexandreia auseinandergehen. Plausibel erscheint mir jedoch die Annahme, wie Gehrke es klarstellt, dass im Januar 331 die Planungsphase und am 7. April 331 eher der offizielle Gründungsakt war.
Der Ort für die noch weltberühmt werdende Stadt, ist an einem schmalen Isthmus am Kanopischen Nilarm zwischen Mittelmeer und Mareotissee, in der Nähe des Dorfes Rhakotis. Alexander selbst habe, so die Überlieferung, die Lage des Marktes, die wichtigsten Straßenzüge und die Errichtung einzelner Heiligtümer festgelegt. Die Lage der Stadt bietet eine hervorragende Gelegenheit für politische aber vor allem wirtschaftliche Verbindungen zum Mittelmeerraum und besonders zu den griechischen Poleis. Wäre der militärische Zweck zum Schutz für diese Region vor äußeren Angriffen eher im Vordergrund, so hätte man eine taktisch bessere Lage für die Errichtung gewählt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Motiven Alexanders für den Ägyptenaufenthalt und kritisiert die Problematik der Quellenlage.
2 Vorgeschichte: Dieses Kapitel erläutert den Pharaokult sowie die historische Entwicklung der ägyptisch-griechischen Beziehungen vor Ankunft Alexanders.
3 Alexanders Wirken in Ägypten: Hier werden zentrale Ereignisse wie die Krönung, die Stadtgründung, der Orakelbesuch in Siwa und die neue Verwaltungsstruktur detailliert betrachtet.
4 Schlussgedanken und Beurteilung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Alexanders Handeln als eine Kombination aus strategischem Kalkül und dem Nutzen von sich bietenden Gelegenheiten.
5 Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Alexander der Große, Ägypten, Pharao, Orakel von Siwa, Alexandreia, Persienfeldzug, Amun-Re, Kleomenes von Naukratis, Hellenismus, Verwaltungsreform, Antike, Herrscherlegitimation, Geschichte, Griechenland, Politik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Handeln Alexanders des Großen während seines Aufenthalts in Ägypten und dessen Bedeutung für seine Herrschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die religiöse Legitimierung durch den Pharaotitel und das Orakel, die Stadtgründung Alexandreias sowie die administrative Neuordnung des Landes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, ob Alexander den Ägyptenaufenthalt langfristig plante oder ob er vor Ort spontan auf politische und strategische Chancen reagierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Quellenanalyse, die antike Berichte vergleicht und kritisch hinterfragt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Vorgeschichte, die Pharaokrönung, die Stadtgründung, den Orakelbesuch und die Einsetzung einer neuen Verwaltung unter griechischen Beamten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Alexander der Große, Ägypten, Pharaokult, Alexandreia, Amun-Re und Herrscherlegitimation.
Warum wird die Glaubwürdigkeit der Quellen kritisch gesehen?
Die Quellenlage ist schwierig, da viele Berichte erst spät entstanden sind und Alexander als machtbewusster Herrscher ein Interesse an positiver Propaganda hatte.
Welche Rolle spielt Kleomenes von Naukratis?
Kleomenes war ein Grieche, dem Alexander die Verwaltung Ägyptens und die Aufsicht über den Bau von Alexandreia anvertraute, wobei sein Wirken in der Forschung teils umstritten ist.
Wie bewertet der Autor Alexanders Reise nach Siwa?
Der Autor betrachtet die Reise als einen Schritt zur Bestätigung durch die Götter, die Alexander mental für seinen weiteren Feldzug stärken sollte.
- Arbeit zitieren
- Viktor Vasilev (Autor:in), 2010, Alexander der Große, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171786