„Die Botschaft ist angekommen: unsere Gesellschaft wird älter.“
Das Bundesamt für Bevölkerung registriert seit 2003 einen stetigen Rückgang der Bevölkerungszahl in Deutschland. Während die Menschen sich auf der einen Seite einer immer höher werdenden Lebenserwartung erfreuen, nimmt auf der anderen Seite die Geburtenrate stetig ab. Aufgrund dieser Tatsache wird die Gesellschaft zunehmend von einer veränderten Bevölkerungsstruktur geprägt.
Neben der Globalisierung und der Wirtschaftskrise müssen wir uns einer großen, wenn nicht sogar der größten Herausforderung des 21. Jahrhunderts stellen – dem demographischen Wandel!
Die Auswirkungen sind vielfältig und betreffen sämtliche Bereiche von Politik bis Wirtschaft. In den vergangenen Jahren ist die Diskussion der demographischen Entwicklung allerdings vorrangig unter dem Aspekt der Finanzierung von Renten und Krankenkassen geführt worden. Die wirtschaftliche Bedeutung für Unternehmen wurde diesbezüglich weitgehend ausgeblendet bzw. ignoriert. Dabei darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass eine derartige Abnahme der Einwohnerzahl und die damit verbundenen strukturellen Veränderungen der Bevölkerung zwangsläufig auch einen schwerwiegenden Rückgang der Erwerbspersonen in Deutschland bedingen und weitreichende Konsequenzen auf dem Arbeitsmarkt mit sich bringen. Daher ist davon auszugehen, dass der demographische Wandel einen nicht unbeachtlichen Effekt auf den Unternehmenserfolg haben wird.
So sind auf Seiten der Unternehmen Probleme von zentraler Bedeutung zu thematisieren und zu klären. An dieser Stelle setzt die vorliegende Arbeit an. Diese soll die folgenden wesentlichen Fragen näher beleuchten: Welche Auswirkungen hat der demographische Wandel auf das Unternehmen und welche Analyseverfahren und Handlungsoptionen stehen speziell dem Personalmanagement zur Verfügung?
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Grundlagen und Begriffsdefinitionen
2.1 Grundlagen zum demographischen Wandel
2.2 Personalmanagement
2.3 Demographie-Management
3 Das Personalmanagement im Kontext des demographischen Wandels
3.1 Entwicklung des Erwerbspersonenpotentials
3.2 Veränderung der betrieblichen Altersstrukturen
3.3 Verlagerung der Arbeitsfähigkeit
3.4 Fachkräftemangel
3.5 Nachwuchsmangel
3.6 Internationalisierung
3.7 Zunahme der Erwerbsbeteiligung von Frauen
4 Analysemethoden zur Situationserfassung
4.1 Strategische Analyse
4.2 Altersstrukturanalyse
4.3 Kompetenz- und Potentialanalyse
4.4 Qualifikationsbedarfsanalyse
4.5 Kulturanalyse
5 Handlungsansätze für das Personalmanagement
5.1 Bearbeitung personalpolitischer Handlungsfelder
5.2 Managementansätze unter dem Aspekt des demographischen Wandels
5.3 Unternehmens- und Führungskultur
5.4 Personalmarketing und -rekrutierung
5.5 Personalentwicklung und -qualifizierung
5.6 Wissensmanagement
5.7 Gesundheitsmanagement
5.8 Work-Life-Balance
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des demographischen Wandels auf Unternehmen und leitet daraus notwendige Analyseverfahren sowie Handlungsoptionen für ein modernes Personalmanagement ab, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Analyse der demographischen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf den Arbeitsmarkt
- Untersuchung der Konsequenzen für die betriebliche Altersstruktur und das Personalmanagement
- Vorstellung systematischer Analysemethoden zur Situationserfassung in Unternehmen
- Ableitung konkreter Handlungsfelder wie Personalmarketing, Wissensmanagement und Gesundheitsmanagement
- Entwicklung von Strategien zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
3.6 Internationalisierung
Als Folge der Internationalisierung lässt sich bereits eine Veränderung innerhalb der Bevölkerungsstruktur erkennen, die u. a. durch ein klares Defizit des Wanderungssaldos der deutschen Staatsbürger widergespiegelt wird. Demnach hat die Zahl der Deutschen, die das Land verließen, im Verhältnis zur Zahl der Rückwanderer in den Jahren 2005 bis 2008, dem Beginn der Wirtschaftskrise, kontinuierlich zugenommen und befindet sich gegenwärtig auf einem hohen Niveau. Als Auswanderer wird der Teil der Bevölkerung bezeichnet, der das Land mit dem Ziel verlässt, im Ausland über einen unbestimmten Zeitraum zu leben und zu arbeiten. In diesem Kontext ist das größte Problem für die deutschen Unternehmen, dass zunehmend Hochqualifizierte sich für das Leben im Ausland entscheiden und der Fachkräftemangel dadurch zusätzlich verschärft wird. Durch die Zuwanderung von ausländischen Staatsangehörigen werden die Folgen der demographischen Entwicklung zwar abgemildert, das tatsächliche Problem jedoch nicht überwunden. Der negative Wanderungssaldo von deutschen Staatsangehörigen wurde von 2005 bis 2008 durch ausländische Einwanderer aufgefangen und führte insgesamt zu einer geringen Nettowanderung. Allerdings, so vermuten die Forscher, befinden sich unter den ausländischen Zuwanderern nur wenig hochqualifizierte Fachkräfte. Zusätzlich entsteht durch die Internationalisierung ein wachsender Innovations- und Wettbewerbsdruck für Unternehmen, der noch schnellere Anpassungsprozesse als bisher verlangt. Für das Personalmanagement ist es zunehmend von Bedeutung, dass es die quantitative als auch die qualitative Ebene des vorhandenen Humankapitals kennt und adäquat ausbildet, um dem zukünftigen oder bereits bestehendem Druck standhalten zu können. Trotz aller negativen Einschätzungen, eröffnet die Internationalisierung besonders hinsichtlich eines vereinigten Europas neue Chancen. Durch die Vergrößerung des Marktvolumens wird es deutschen Unternehmen ermöglicht, mehr potentielle Fachkräfte auf internationaler Ebene anzuwerben. Des Weiteren führt der Siegeszug des Internets zu einer globalen Vernetzung, die neue Wege der Rekrutierung eröffnet und einen Beitrag zum Rückgang des Fachkräfte- und Nachwuchsmangels leistet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet den demographischen Wandel als eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und skizziert die Fragestellungen der Arbeit für das Personalmanagement.
2 Grundlagen und Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel erläutert die demographischen Basisdaten und definiert zentrale Begriffe wie Personalmanagement und Demographie-Management.
3 Das Personalmanagement im Kontext des demographischen Wandels: Hier werden die Auswirkungen des Wandels auf das Personalwesen, wie Fachkräfte- und Nachwuchsmangel sowie Veränderungen in Altersstrukturen und Arbeitsfähigkeit, detailliert beschrieben.
4 Analysemethoden zur Situationserfassung: Das Kapitel stellt verschiedene Werkzeuge vor, um die aktuelle Unternehmenssituation hinsichtlich Altersstruktur, Kompetenzen und Qualifikationsbedarfen systematisch zu erfassen.
5 Handlungsansätze für das Personalmanagement: Dieser Hauptteil präsentiert konkrete Handlungsfelder und Strategien, darunter Diversitätsmanagement, Retention Management, Personalmarketing, Wissensmanagement und Gesundheitsförderung.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Handelns zusammen und betont, dass Unternehmen frühzeitig aktiv werden müssen, um zukunftsfähig zu bleiben.
Schlüsselwörter
Demographischer Wandel, Personalmanagement, Demographie-Management, Fachkräftemangel, Altersstruktur, Arbeitsfähigkeit, Qualifikationsbedarf, Personalmarketing, Wissenstransfer, Gesundheitsmanagement, Work-Life-Balance, Diversity Management, Retention Management, Nachwuchsförderung, Arbeitgeberattraktivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des demographischen Wandels auf deutsche Unternehmen und zeigt auf, wie das Personalmanagement diesen Herausforderungen durch strategische Ansätze begegnen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entwicklung des Arbeitskräftemarktes, der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel, die betriebliche Altersstrukturanalyse sowie die Gestaltung einer generationensensiblen Unternehmensführung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Handlungsoptionen für das Personalmanagement zu identifizieren, um trotz schrumpfender Erwerbspersonenzahlen die Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Studien und Prognosen zum demographischen Wandel sowie der Vorstellung bewährter betrieblicher Analyse- und Managementinstrumente.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Situationsanalyse durch spezifische Methoden (Kapitel 4) und die Erarbeitung von Handlungsansätzen (Kapitel 5), die von Personalmarketing über Wissensmanagement bis hin zur Gesundheitsförderung reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Demographischer Wandel, Personalmanagement, Fachkräftemangel, Altersstrukturanalyse, Personalentwicklung, Wissensmanagement und Wettbewerbsfähigkeit.
Was bedeutet der "Altersschereneffekt"?
Er beschreibt das gleichzeitige Abnehmen der Anzahl junger Arbeitnehmer bei einer unverhältnismäßigen Zunahme älterer Arbeitnehmer in Unternehmen.
Wie kann Wissensmanagement dem demographischen Wandel entgegenwirken?
Durch einen organisierten, intergenerativen Wissenstransfer wird verhindert, dass Erfahrungswissen beim Ausscheiden älterer Mitarbeiter verloren geht, und gleichzeitig die Ausbildung und Einarbeitung jüngerer Generationen gestärkt.
Warum ist eine familienfreundliche Unternehmensgestaltung relevant?
Sie trägt zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität bei, senkt den Krankenstand und die Fluktuation und hilft, die Frauenerwerbsquote zu erhöhen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.
- Quote paper
- Marie-Christine Bücker (Author), 2009, Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Personalmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/171104