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Die Moderne und die Typologie

Im Spannungsfeld moderner Nationalismustheorien

Titel: Die Moderne und die Typologie

Hausarbeit , 2011 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Philipp Wiese (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Nationalismus erlebte als wissenschaftliche Theorie eine Blüte im 19. Jhd.. Aber auch im 20. Jahrhundert verlor dieser Bereich nicht an Interesse für die Wissenschaft.
Die Erklärungsebenen veränderten sich, das Interesse an dem Phänomen „Nationalismus“ verschob sich. Diese Hausarbeit hat zum Ziel diese „neueren“ Nationalismustheorien näher und vergleichend bzw. systematisierend zu analysieren.
Kern vieler moderner Theorien ist der Wunsch zur Typologisierung. Dieser „Trend“ lässt sich auch in den Nationalismustheorien finden. Hier soll er besonderer Gegenstand der Analyse sein.
Die Relevanz der Untersuchung ergibt sich aus dem m.E. bisher wenig beachteten Feld der Typologie von Nationalismus. Vor allem da auf Basis des Vergleiches von Theorien die Möglichkeit besteht im Rahmen von MoD oder MoS Design1 gemeinsame oder unterschiedliche Variablen zu erkennen, die es in letzter Konsequenz ermöglichen Nationalismustheorien auch empirisch zu untersuchen. Dies kann die vorliegende Arbeit aber natürlich, begrenzt durch den Rahmen, nicht leisten, sondern vielmehr Vorarbeit bringen und zur Systematisierung eines weiten Forschungsfeldes beitragen.
Bezüglich der Literatur ist der Umfang bisher bezüglich dieser Theorien fast unübersichtlich. Der Anspruch dieser Arbeit hat ist eine sehr tiefe Analyse der Theorien und beschränkt sich daher auf eine tiefe und nicht eine breite Analyse.
Die Einordnung bzw. ob und inwieweit Nationalismus als „Kind der Moderne“ (in Anlehnung an Hobsbawn) oder schon in der prä-Moderne existierte, wird hier nur am Rande thematisiert werden, da dieses Thema aktuell in der Forschung ebenfalls einen hohen und stark diskutierten Stellenwert einnimmt.
Aufgrund seiner besonderen „Art“ wird dem deutschen Nationalismus eine bedeutende Stellung bei der Analyse der Theorien eingeräumt. Gellner und Kohn werden vergleichend ggü. gestellt, dabei wird aber auch der von Anthony Smith werden in den Analyserahmen mit einbezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nationalismustheorien

2.1 Nationalismustheorie von Gellner

2.2 Die Nationalismustheorie von Kohn

3. Vergleich

3.1 Kohn und Gellner

3.1.1 Nationalismus bei Plamenatz

3.1.2 Nationalismus bei Smith

4. Schlussbetrachtung

5. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, moderne Nationalismustheorien systematisch und vergleichend zu analysieren, wobei der Fokus insbesondere auf dem Trend zur Typologisierung liegt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie unterschiedliche theoretische Ansätze das Phänomen Nationalismus klassifizieren und welche Variablen dabei identifiziert werden können.

  • Analyse und Vergleich der Theorien von Ernest Gellner, Hans Kohn, John Plamenatz und Anthony Smith
  • Untersuchung der Typologien von westlichem (liberalem) und östlichem (organischem) Nationalismus
  • Kritische Betrachtung der Einordnung des deutschen Nationalismus in die verschiedenen Konzepte
  • Diskussion über die Rolle der Modernisierungstheorie versus ethnosymbolischer Ansätze
  • Bewertung der historischen Kontinuität und des Konstruktionscharakters von Nationen

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Nationalismus bei Smith

Anthony Smith übt deutliche Kritik sowohl an einer zu starren Auslegung des Modernisierungsparadigmas als auch an seiner Ansicht nach simplifizierenden Typologien wie der Kohnschen Dichotomie. Diese begehe einen entscheidenden Fehler bereits bei der übertriebenen Betonung der Differenzen zwischen den Werken Rousseaus und Herders und deren Einfluss auf spätere Nationalismen. Auch Herder sei letztlich an der Verbreitung aufklärerischer Ideale interessiert gewesen und „der Gegensatz zwischen Herders völkischem 'kulturellem Populismus' und Rousseaus Betonung des Rechts, der Freiheit und des gemeinsamen Willens sollte nicht überzeichnet werden. (Smith, 2000, S. 9)“ Auch die Nachfolger Herders während der deutschen Romantik hätten niemals eine rein organische Auffassung des Nationsbegriffs vertreten, der vollkommen frei von voluntaristischen Elementen gewesen wäre. Stattdessen war ihr „organisches und historizistisches Konzept der Nation immer ergänzt, und somit unterwandert, von einem voluntaristischen und bürgerlichstädtischem Nationalismus, der darauf abzielte, diejenigen Nationen zu erschaffen, von denen angenommen wurde, dass sie die grundlegenden Bestandteile der Natur waren (Smith, 2000, S. 10).“

Diese Relativierung der theoretischen Grundlagen des Nationalismus setzt Smith in der Beurteilung ihrer praktischen Umsetzung fort. Auch der liberale westliche Nationalismus sei sehr wohl dazu geeignet, einen Uniformitätsdruck auf seine Mitglieder auszuüben, der dem des organischen östlichen Typus in keiner Weise nachstehe. Weiterhin sei zwar ein deutlicher Unterschied zwischen beispielsweise dem französischen und dem (inzwischen geänderten) deutschen Staatsangehörigkeitsrecht festzustellen, doch allein der Gesetzestext sage wenig über die gesellschaftliche Realität aus und die „soziale und kulturelle Akzeptanz von Ausländern ist in Frankreich so verschwindend gering wie in Deutschland und rechter Ausländerhass und Demagogie sind westlich von Rhein und Rhône so unsäglich wie auf deren Ostseite (Smith, 2000, S. 25).“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die wissenschaftliche Relevanz der Nationalismustheorien und legt den Fokus auf die Typologisierung als zentralen Analysegegenstand der Arbeit.

2. Nationalismustheorien: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Modelle von Ernest Gellner und Hans Kohn und legt die Grundlage für das Verständnis unterschiedlicher Nationalismustypen.

3. Vergleich: Der Hauptteil vergleicht die Ansätze von Kohn und Gellner, erweitert durch die Perspektiven von John Plamenatz und Anthony Smith, um die Komplexität der Typologisierungen zu hinterfragen.

4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Kritik an den diskutierten Dichotomien zusammen und reflektiert über die Grenzen der vorgestellten Theorien.

Schlüsselwörter

Nationalismus, Nationalismustheorien, Typologisierung, Hans Kohn, Ernest Gellner, Anthony Smith, John Plamenatz, Westlicher Nationalismus, Östlicher Nationalismus, Moderne, Ethnische Symbole, Modernisierungstheorie, Identität, Volksgemeinschaft, Nationalstaat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert und vergleicht verschiedene moderne Theorien des Nationalismus mit einem speziellen Fokus auf deren Ansätze zur Typologisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Kohn, Gellner, Plamenatz und Smith, die Unterscheidung zwischen westlichem und östlichem Nationalismus sowie die Rolle historischer und sozioökonomischer Faktoren bei der Nationsbildung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine systematische Analyse der „neueren“ Nationalismustheorien, um gemeinsame Variablen zu identifizieren und die Komplexität der Einordnung nationaler Phänomene aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem vergleichenden Vergleich der theoretischen Modelle (Systematisierung), um deren Erklärungswert und Grenzen kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Darstellung der Theorien von Gellner und Kohn sowie deren Gegenüberstellung, ergänzt durch die kritischen Perspektiven von Plamenatz und Smith.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am stärksten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Nationalismustheorien, Typologisierung, Modernisierung, Ethnosymbolismus sowie die Unterscheidung zwischen voluntaristischem und organischem Nationalismus.

Warum spielt die Einordnung des deutschen Nationalismus eine so wichtige Rolle?

Die Einordnung Deutschlands dient als zentrales Fallbeispiel, an dem die Autoren ihre unterschiedlichen Typologien (z.B. Kohns östlicher Typus vs. Gellners Modernisierungssicht) exemplifizieren und deren Differenzen offenlegen.

Wie bewertet Smith die Dichotomie von Kohn?

Smith betrachtet Kohns Dichotomie als eine unzulässige Vereinfachung, die dem historischen Kontext nicht gerecht wird und die tatsächliche Komplexität nationaler Identitäten ignoriert.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Moderne und die Typologie
Untertitel
Im Spannungsfeld moderner Nationalismustheorien
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Seminar für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Politikwissenschaften: Nationalismus
Note
1,3
Autor
Philipp Wiese (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V170816
ISBN (eBook)
9783640899784
ISBN (Buch)
9783640900145
Sprache
Deutsch
Schlagworte
moderne typologie spannungsfeld nationalismustheorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp Wiese (Autor:in), 2011, Die Moderne und die Typologie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/170816
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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