Diese Arbeit verfolgt das Ziel, den englischen Parlamentarismus anhand des demokratietheoretischen Werkes John Stuart Mills mit dem Titel "Considerations on Representative Government" (1861) zu untersuchen. Ausgehend von einem kleinen historischen Abriss werden mithilfe einer Analyse der Kapitel I-VII des 18 Kapitel umfassenden Werkes die Grundzüge und Besonderheiten der Mill’schen Parlamentskonzeption erläutert und mit biographischen sowie historischen und ideengeschichtlichen Aspekten in Bezug gesetzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Autor und Werk
2.1 John Stuart Mills Biographie
2.2 Historischer und ideengeschichtlicher Kontext des Werkes
3. Die Repräsentativregierung nach Mill
3.1 Theoretische Grundannahmen
3.2 Aufgaben des Parlaments
4. Abschließende Betrachtung
5. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den englischen Parlamentarismus auf Basis des Werkes "Considerations on Representative Government" (1861) von John Stuart Mill, wobei die Grundzüge seiner Parlamentskonzeption im Kontext seiner biographischen, historischen und ideengeschichtlichen Hintergründe analysiert werden.
- Die Entwicklung und theoretische Rechtfertigung des englischen Parlamentarismus
- Biographische Einflüsse und die utilitaristische Philosophie John Stuart Mills
- Die Rolle der Repräsentativregierung und das Prinzip der Kompetenz
- Das Spannungsfeld zwischen politischer Partizipation und professioneller Expertise
Auszug aus dem Buch
Die Repräsentativregierung nach Mill
In diesem Abschnitt werden Grundzüge des Mill’schen Plädoyers für das repräsentative Regierungssystem analysiert. Dabei sind insbesondere die ersten vier Kapitel der Betrachtungen über die Repräsentativregierung zu berücksichtigen; das erste trägt den Titel Inwieweit Regierungsformen Objekt freier Entscheidung sind und stellt Grundannahmen über die Entstehung und die Beschaffenheit politischer Institutionen im Allgemeinen vor. Mill spricht von zwei grundsätzlich „gegensätzlichen Auffassungen über das Wesen politischer Institutionen“44, die er beide für sich betrachtet weder für vollständig richtig noch für vollkommen hält.45 Von manchen Theoretikern würden politische Institutionen als „praktische Kunst“ und „Frage des Erfindens und Konstruierens“ aufgefasst, andere sähen politische Institutionen als ein „Naturprodukt“, also als etwas aus sich selbst heraus Gewachsenes und die Regierungslehre „als einen Zweig der Naturgeschichte“ an; folge man dem zweiten Ansatz, seien Regierungsformen „kein Objekt freier Entscheidung.“46
Es handelt sich aus heutiger Perspektive letztlich um die Frage nach der Pfadabhängigkeit politischer Institutionen. Interessant ist, dass der Historiker Kurt Kluxen die von Mill zu Beginn des Werkes aufgeworfene Grundsatzfrage zumindest hinsichtlich des englischen Parlaments mit dem zweiten Ansatz beantwortet47, wohingegen Mill zum ersten Ansatz tendiert48, indem er zu Beginn des zweiten Kapitels feststellt, dass „die Regierungsform eines Landes (unter bestimmten, klar umrissenen Bedingungen) Objekt freier Entscheidung“49 sei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert das Ziel, Mills Demokratietheorie im historischen Kontext zu untersuchen und die Grundzüge seiner Parlamentskonzeption darzustellen.
2. Autor und Werk: Dieses Kapitel behandelt die biographischen Hintergründe von John Stuart Mill sowie den historischen und ideengeschichtlichen Kontext der Entstehung seines Werkes.
3. Die Repräsentativregierung nach Mill: Hier werden die theoretischen Grundannahmen sowie die von Mill definierten Aufgaben des Parlaments innerhalb eines repräsentativen Systems analysiert.
4. Abschließende Betrachtung: Eine Zusammenfassung der fünf zentralen Prinzipien Mills, inklusive einer kritischen Auseinandersetzung mit seinem elitären Demokratieverständnis.
5. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
John Stuart Mill, Repräsentativregierung, Parlamentarismus, Utilitarismus, Politische Partizipation, Repräsentative Demokratie, Gewaltenteilung, Kompetenzprinzip, Britische Geschichte, Viktorianisches Zeitalter, Minderheitenschutz, Liberalismus, Wahlrecht, Legislativkommission, Staatstheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der demokratietheoretischen Ansätze von John Stuart Mill in seinem Werk "Considerations on Representative Government" und deren Bezug zum englischen Parlamentarismus des 19. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die Untersuchung der Parlamentskonzeption, die utilitaristische Ethik, das Verhältnis von Partizipation und Kompetenz sowie die historischen Rahmenbedingungen der viktorianischen Ära.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die systematische Aufarbeitung der Grundzüge und Besonderheiten der Mill’schen Parlamentskonzeption unter Einbezug biographischer und ideengeschichtlicher Einflüsse.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer theoretischen Untersuchung der Primärquelle sowie der Einordnung in den zeitgenössischen wissenschaftlichen Diskurs basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Biographie und des Kontexts sowie in die detaillierte Analyse der theoretischen Grundannahmen und der konkreten Aufgaben eines Parlaments nach Mill.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Repräsentativregierung, Utilitarismus, Parlamentarismus, Politische Partizipation und das Prinzip der Kompetenz.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Gesetzgebung und Parlament für Mill eine so große Rolle?
Mill misstraut der Kompetenz einer großen Versammlung bei der Ausarbeitung technischer Gesetze und plädiert daher für eine spezialisierte Legislativkommission zur Professionalisierung.
Wie bewertet Mill die Rolle der Minderheit in einer Demokratie?
Er fordert den Schutz und die Achtung der Minderheit, da er die Gefahr einer "Tyrannei der Mehrheit" und eine Tendenz zur kollektiven Mittelmäßigkeit fürchtet.
Was ist das zentrale Kriterium für eine "gute" Regierungsform nach Mill?
Für Mill ist eine Regierungsform dann gut, wenn sie zur Mehrung der guten Eigenschaften der Regierten beiträgt und die im Volk vorhandenen Potenziale optimal nutzt und fördert.
- Arbeit zitieren
- Nils Schmidt (Autor:in), 2010, John Stuart Mill - Considerations on Representative Government: Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/169841