Die Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen Formen virtueller Räume und der Frage der Berechtigung der Raummetapher im Kontext des virtuellen Raums.
Ist das Internet bzw. der virtuelle Raum ein Raum und v.a. warum?
Der Begriff Raum wird dabei aus verschiedenen Perspektiven betrachtet:
Des weiteren wird die Frage nach dem aktuellen Zustand der Informationsgesellschaft gestellt und ob dieser Begriff treffend ist. Der Begriff Informationsgesellschaft kann als Schlagwort unserer Gesellschaft
bezeichnet werden. Seine Popularität verdankt das Konzept nicht zuletzt den
neuen Medien, unter welchen die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien
verstanden werden. Die Veränderungen, die mit den neuen Technologien einhergehen, werden als
Übergang zur Informationsgesellschaft beschrieben (vgl. Steinbicker 2001: 7). Was
aber nun verbirgt sich hinter dem klingenden Namen Informations-gesellschaft? Um
festzustellen, ob wir in einer Informationsgesellschaft leben, muss zuvor geklärt
werden, was diese ausmacht. Dafür soll eine Annäherung über die Zerlegung des
Begriffs in seine Bestandteile Information und Gesellschaft vorgenommen werden
Inhaltsverzeichnis
1. Information & Gesellschaft
2. Das Internet als Raum?
3. Was sagt die Wissenschaft?
4. Raum in der Geographie
5. Virtualität & Wirklichkeit
6. Grenzenloser Raum?
7. Raum & Körper(lichkeit)
8. Virtuelle Gesellschaft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Fundierung und die gesellschaftliche Bedeutung virtueller Räume. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, ob und warum das Internet als Raum bezeichnet werden kann, wie dieser konstruiert ist und welche Auswirkungen er auf die menschliche Körperlichkeit sowie das soziale Zusammenleben hat.
- Soziologische und technologische Konzepte der Informationsgesellschaft
- Die wissenschaftliche Raumtheorie im Kontext digitaler Umgebungen
- Geographische und philosophische Perspektiven auf Virtualität
- Die Konstruktion von Identität und Körperlichkeit in virtuellen Netzwerken
- Die Entstehung und Auswirkung virtueller Gemeinschaften auf die Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
Raum & Körper(lichkeit)
Zentrale Unterscheidungskriterien zwischen beiden ‚Welten‘ bildet die Art der Bewegungen, die wir in den Räumen ausüben. Im virtuellen Raum sind Bewegungen auf Zeichen-setzungen beschränkt, obwohl Bewegung im reellen Sinn Körperlichkeit voraussetzt. Wie allerdings können wir Bewegungen ohne Körperlichkeit im virtuellen Raum herstellen? Löst sich diese, im Kontext des Informationsraums, völlig auf? Semantisiert das Individuum im virtuellen Raum seine Verkörperung selbst? Zu dieser Fragestellung herrschen in der Literatur verschiedene Sichtweisen.
So gehen die Meinungen vom völligen Verlust der Körperlichkeit im Netz (vgl. Mertin 2000: 128) bis hin zu Ansichten, dass die Internetnutzer versuchen die fehlende Körperlichkeit durch die Nutzung von Fotos oder „Emoticons“ unter welchen stilisierte Zeichen-kombinationen verstanden werden, die dazu dienen Gesichts- oder Körperausdrücke ins Netz zu bringen, zu kompensieren (vgl. Beißwenger 2000: 39ff). Daneben sind auch für Kontakte im Netz Körperlichkeit und Angaben wie zB: Wohnort oder Alter zentrale Elemente, die sich durch das Netz nicht auflösen, sondern lediglich in veränderter Form auftreten (Schachtner 2008: 5f). Somit kann nicht von einem Verlust der Körperlichkeit oder des Heimatgefühls im Netz gesprochen werden, sondern der reale Handlungsraum wird durch virtuelle Räume ausgeweitet und ergänzt.
Zusammenfassung der Kapitel
Information & Gesellschaft: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Informationsgesellschaft und die treibenden Kräfte des technologischen Wandels.
Das Internet als Raum?: Hier wird hinterfragt, warum das Internet mit Begriffen aus der Geographie belegt wird und ob ein rein auf Daten basierendes System als Raum definiert werden kann.
Was sagt die Wissenschaft?: Der Abschnitt beleuchtet, welche wissenschaftlichen Disziplinen, von der Geographie bis zur Phänomenologie, sich mit dem virtuellen Raum auseinandersetzen.
Raum in der Geographie: Dieses Kapitel untersucht, wie traditionelle geographische Definitionen von Raum auf die Architektur und die Nutzererfahrung virtueller Welten angewendet werden können.
Virtualität & Wirklichkeit: Hier wird diskutiert, wie das Netz als Gegenentwurf zur Realität oder als integrale Komponente der modernen Lebenswelt verstanden werden kann.
Grenzenloser Raum?: Dieser Abschnitt thematisiert die Abgrenzbarkeit virtueller Räume und deren Übergang in gesellschaftliche Handlungsfelder.
Raum & Körper(lichkeit): Es wird analysiert, wie sich das Fehlen physischer Präsenz im Internet auf die Identität und die Wahrnehmung des eigenen Körpers auswirkt.
Virtuelle Gesellschaft: Das abschließende Kapitel definiert die virtuelle Gesellschaft als ein System, in dem der virtuelle Raum den realen überlagert und neue soziale Formen hervorbringt.
Schlüsselwörter
Informationsgesellschaft, Virtueller Raum, Internet, Raumtheorie, Geographie, Kommunikationstechnologien, Körperlichkeit, Virtualität, Netzwerkgesellschaft, Digitale Transformation, Soziale Räume, Cyberspace, Identität, Soziologie, Medienwissenschaften.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und soziologischen Einordnung des Internets als "virtueller Raum" und analysiert dessen Einfluss auf unsere Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf Raumtheorien, der Entwicklung der Informationsgesellschaft, der Rolle von Körperlichkeit im Netz und der Entstehung virtueller Gemeinschaften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu klären, warum wir das Internet räumlich wahrnehmen und wie dieser digitale Raum beschaffen ist sowie konstruiert wird.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Zusammenführung geographischer, philosophischer und soziologischer Konzepte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Raum aus geographischer Sicht, die philosophische Reflexion von Virtualität und die Untersuchung menschlicher Interaktionen ohne physische Körperlichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die zentralen Begriffe sind Informationsgesellschaft, virtueller Raum, Körperlichkeit, Netzwerkgesellschaft und soziale Transformation.
Wie verändert sich die Körperwahrnehmung laut der Arbeit im Internet?
Die Arbeit stellt fest, dass Körperlichkeit im Netz nicht zwangsläufig verschwindet, sondern durch Symbole wie Emoticons oder persönliche Angaben kompensiert und in veränderter Form weiterbesteht.
Inwiefern beeinflusst das Internet das soziale Zusammenleben?
Das Internet fungiert als Raum, der den realen Lebensraum überlagert, erweitert und neue, geografisch unabhängige Formen der Vergesellschaftung ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- MMag. Catrin Neumayer (Autor:in), 2009, Virtuelle Räume - Raummetaphern & deren Berechtigung im www, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/169368