„My friends are my 'estate'“ (Dickinson, 1958).
Umfassendes Networking wird allzu oft als unersetzlicher Schlüssel zum beruflichen Erfolg angesehen. Wie relevant das Knüpfen, Pflegen und Nutzen von Kontakten allerdings tatsächlich für den Karriereerfolg ist bleibt umstritten. Generell kann zunächst lediglich festgehalten werden, dass Personen untereinander interagieren und Netzwerke bilden, um davon in irgendeiner Art und Weise zu profitieren (Lin, 2001).
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde der Frage inwieweit Networking Karriereerfolg bedingt genauer nachgegangen.
Um der Komplexität des Themas gerecht zu werden, erfolgt zu Beginn eine detaillierte Untersuchung und Definition der beiden Kernbegriffe „Networking“ und „Berufserfolg“. Hierbei soll insbesondere dargestellt werden, welche unterschiedlichen Ausprägungsarten bestehen und wie sich die einzelnen Punkte weiter untergliedern lassen. Im Bereich „Networking“ wird vor diesem Hintergrund vor allem auf moderne Nutzungsarten in Form von so genannten „Social Networks“ und vergleichbaren Internet-basierenden Technologien eingegangen.
Nach der Vorstellung dieser beiden Themengebiete wird der für die Beantwortung der obigen Fragestellungen notwendige Zusammenhang näher beleuchtet. Hierzu werden insbesondere die Ergebnisse von vergangenen Studien umfassend analysiert und bewertet.
Anknüpfend an diese erste Untersuchung erfolgt die Datenanalyse einer umfassenden im Rahmen dieser Arbeit erfolgten Befragung. Neben der Überprüfung des generellen Zusammenhangs hat diese Untersuchung insbesondere individuelle Erfolgsdefinitionen und moderne Networkinginstrumente berücksichtigt.
Entgegen der teilweise klaren Ergebnisse diverser vorangehender Arbeiten, konnte hierbei allerdings kein signifikanter Zusammenhang zwischen Networking und objektivem oder subjektivem Berufserfolg gefunden werden. Gleichermaßen wiesen auch moderne Networkinginstrumente nur geringe Zusammenhänge mit dem erfahrenen Karriereerfolg der Teilnehmer auf. Hierbei zeigten sich allerdings große Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
Beim Verknüpfen dieser und weiterer Ergebnisse mit bestehenden Studien muss allerdings trotz alledem gelten: „Start networking right away (even if you hate it)“ (Byham, 2009).
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
1.1. Einführung
1.2. Vorgehen
2. BEGRIFFSKLÄRUNG „BERUFSERFOLG“
2.1. Einführung
2.2. Objektiver Berufserfolg
2.2.1. Hintergrund
2.2.2. Messung
2.2.3. Bewertung
2.3. Subjektiver Berufserfolg
2.3.1. Hintergrund
2.3.2. Messung
2.3.3. Bewertung
2.4. Zusammenfassung
3. BEGRIFFSKLÄRUNG „NETWORKING“
3.1. Einführung
3.2. Funktionsweise
3.3. Ausprägungsarten
3.4. Moderne Formen von Networking (Social Networks)
3.4.1. Übersicht
3.4.2. Bewertung
3.5. Zusammenfassung
4. ZUSAMMENHÄNGE IN DER LITERATUR
4.1. Einführung
4.2. James Michael und Gary Yukl, 1993
4.3. Monica L. Forret und Thomas W. Dougherty, 2004
4.4. Gerhard Blickle, Alexander Witzki und Paula B. Schneider, 2009b
4.5. Hans-Georg Wolff und Klaus Moser, 2009
4.6. Hans-Georg Wolff und Klaus Moser, 2010
5. EIGENE UNTERSUCHUNG
5.1. Einführung
5.2. Untersuchungsmethode
5.2.1. Teilnehmer und Datengrundlage
5.2.2. Maße
5.3. Ergebnisse
5.4. Diskussion
5.5. Einschränkungen
5.6. Zusammenfassung
6. FAZIT
6.1. Zusammenfassung
6.2. Probleme
6.3. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen aktivem Networking-Verhalten und subjektivem bzw. objektivem Berufserfolg. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob Networking tatsächlich als Investition in die Karriere fungiert und welche Rolle moderne, internetbasierte soziale Netzwerke dabei spielen.
- Definition und Differenzierung der Begriffe „Berufserfolg“ und „Networking“.
- Analyse bestehender theoretischer und empirischer Ansätze aus der wissenschaftlichen Literatur.
- Durchführung einer eigenen empirischen Befragung zur Verhaltensanalyse.
- Untersuchung des Einflusses von Alter, Geschlecht und Networking-Instrumenten auf den Karriereerfolg.
- Diskussion über die Relevanz moderner Online-Plattformen im beruflichen Kontext.
Auszug aus dem Buch
1.1. Einführung
„My friends are my 'estate'“ (Dickinson, 1958). Beziehungen, Kontakte und somit nicht zuletzt ein persönliches Netzwerk werden häufig als Vermögen betrachtet (vgl. Seibert, Kraimer & Liden, 2001). Seit langem wird diskutiert, ob diese Gleichsetzung gerechtfertigt ist und, falls ja, wie man dieses „Soziale Kapital“ näher bestimmen, definieren und abgrenzen kann (vgl. Adler & Kwon, 2002).
Gleichzeitig, oft unabhängig von standardisierten Definitionen, wird immer wieder untersucht, inwiefern sich das Knüpfen von Kontakten sowie die Pflege und Nutzung des eigenen Netzwerks auf die Lebenszufriedenheit oder den beruflichen Erfolg auswirken. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen weisen darauf hin, dass sowohl indirekte als auch direkte Zusammenhänge bestehen. So beobachteten beispielsweise Luthans, Hodgetts und Rosenkrantz (1988), dass in ihrer Untersuchung die erfolgreichsten Manager rund 70 Prozent mehr Zeit für Networkingaktivitäten aufwendeten als weniger erfolgreiche Vergleichspersonen.
Nichtsdestotrotz ist das Thema so unscharf, dass im Detail unterschieden werden muss. Burt (1997) beobachtete bei einer umfassenden Untersuchung, dass der Nutzen von „Sozialem Kapital“ (vgl. Lin, 2001), und somit auch von persönlichen Netzwerken, sehr stark von der Anzahl der Personen, welche die gleiche Tätigkeit ausüben, abhängig ist. Gleichzeitig gilt diese Erkenntnis nur für die von Burt aufgestellte Definition von „Nutzen“. Gerade diese variiert aber stark, je nach Ziel und Zielgruppe der Studie.
Generell kann zunächst lediglich festgehalten werden, dass Personen untereinander interagieren und Netzwerke bilden, um davon in irgendeiner Art und Weise zu profitieren (Lin, 2001).
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORWORT: Einleitung in die Thematik der Bedeutung persönlicher Netzwerke als „Soziales Kapital“ und Darlegung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. BEGRIFFSKLÄRUNG „BERUFSERFOLG“: Theoretische Herleitung und Differenzierung zwischen objektiven und subjektiven Erfolgsmaßen im beruflichen Kontext.
3. BEGRIFFSKLÄRUNG „NETWORKING“: Erläuterung der Funktionsweise, Arten von Netzwerken und die wachsende Bedeutung moderner Online-Formate.
4. ZUSAMMENHÄNGE IN DER LITERATUR: Zusammenfassende Analyse relevanter vorangegangener Studien und deren empirische Erkenntnisse zum Thema Networking und Karriere.
5. EIGENE UNTERSUCHUNG: Vorstellung der methodischen Vorgehensweise, Analyse der erhobenen Daten und Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich der aufgestellten Hypothesen.
6. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, Reflexion der Limitationen und Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Schlüsselwörter
Networking, Berufserfolg, Soziales Kapital, Karriereentwicklung, berufliche Zufriedenheit, Mentoring, Online-Netzwerke, soziale Beziehungen, empirische Analyse, Personalmanagement, XING, Facebook, Networking-Verhalten, beruflicher Aufstieg, Arbeitszufriedenheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Pflege und Nutzung persönlicher Kontakte – also Networking – einen messbaren Einfluss auf den beruflichen Erfolg einer Person hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder sind die Definition von Berufserfolg (objektiv vs. subjektiv), die verschiedenen Formen des Networkings sowie der Vergleich traditioneller und moderner online-basierter Networking-Instrumente.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, den tatsächlichen Nutzen von Networking für die Karriere zu quantifizieren und zu prüfen, ob die Investition in soziale Kontakte tatsächlich zu mehr beruflichem Erfolg führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse bestehender Studien und einer eigenen empirischen quantitativen Untersuchung mittels eines onlinebasierten Fragebogens.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen gelegt, danach der Stand der Forschung durch verschiedene Autoren diskutiert und schließlich die eigene Befragung mit 126 auswertbaren Datensätzen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Networking, Berufserfolg, Soziales Kapital, Karriereentwicklung, Mentoring und Online-Netzwerke sind die prägenden Begriffe.
Gibt es signifikante Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Networking-Verhalten?
Die Untersuchung zeigt, dass Männer und Frauen unterschiedliche Ansätze verfolgen und die wahrgenommenen Zusammenhänge zwischen Networking und Zufriedenheit bei beiden Geschlechtern variieren können.
Welche Rolle spielen moderne soziale Netzwerke wie XING oder Facebook?
Die Studie beleuchtet, dass diese Plattformen zwar intensiv genutzt werden, ihre direkte Wirkung auf den Karriereerfolg jedoch komplex und nicht immer eindeutig signifikant ist.
- Arbeit zitieren
- Jens Kürschner (Autor:in), 2010, Networking und Berufserfolg, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/169343