Die Erwerbsquote der Frauen in Österreich lag 1985 bei 51% und die der schwedischen Frauen bei 50.1%.
~//~ Schweden betreibt eine Frauenarbeitspolitik, welche auf eine hohe Erwerbsbeteiligung von Frauen abzielt und dem gegenübergestellt Österreich eine traditionelle, konservative, geschlechtsabhängige Politik am Arbeitsmarkt.
~//~ In Schweden ist das „egalitarian employment model“ Takt angebend ~//~ Basierend auf diesen Daten erkennt man wieder das „breadwinner model“ von Österreich
~//~ Zusammenfassend meine ich drei Faktoren herauskristallisiert zu haben, welche die geringe Erwerbsbeteiligung von Frauen in Österreich im Vergleich zu Schweden erklären.
Inhaltsverzeichnis
1. Welche Gründe gibt es für die im Vergleich zu Schweden niedrige Erwerbsbeteiligung von Frauen in Österreich?
2. Statistischer Vergleich und Analyse der Erwerbsquoten
3. Politische Rahmenbedingungen und das "breadwinner model"
4. Institutionalisierte Betreuungsstrukturen im Vergleich
5. Karenzregelungen und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
6. Zusammenfassende Faktoren für die geringe Erwerbsbeteiligung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die signifikant niedrigere Erwerbsbeteiligung von Frauen in Österreich im direkten Vergleich zu Schweden und analysiert dabei den Einfluss staatlicher Kinderbetreuungspolitik sowie gesellschaftlicher Traditionen.
- Vergleich der Erwerbsquoten von Frauen in Österreich und Schweden
- Einfluss des "breadwinner models" vs. des "egalitarian employment models"
- Verfügbarkeit und Qualität institutioneller Kinderbetreuungsstrukturen
- Auswirkungen unterschiedlicher Karenzmodelle auf die Karrierechancen
- Gesellschaftliche Rollenbilder und deren Einfluss auf den Arbeitsmarkt
Auszug aus dem Buch
Die unterschiedliche politische Herangehensweise
1) Die unterschiedliche politische Herangehensweise: In Österreich wird die Kinderbetreuung vom Staat traditionsgemäß an die Frau delegiert, welche sich dadurch dem Rollendruck ausgesetzt fühlt und auch von der Gesellschaft diesem Rollendruck ausgesetzt wird. Des Weiteren stellt der Staat zu wenig institutionalisierte Strukturen zur Verfügung, um den Bedarf zu decken. In Schweden stellt der Staat genügend Betreuungsplätze (per institutionalisierten Rechtes) zur Verfügung, wodurch der Bedarf gedeckt werden kann und wird, was es Frauen in Schweden ermöglicht zu arbeiten, während das Kind vom Staat versorgt wird.
2) Die Tradition: In Österreich gilt immer noch zum großen Teil das altbackene Ernährer-Hausfrau-System. Klare althergebrachte Geschlechterrollen insofern, dass der Mann das Geld nach Hause bringt und die Familie nach außen vertritt und die Frau sich um Kind und Kegel zu kümmern hat. In Schweden gibt es noch diese Strukturen, allerdings nicht in diesem Maße.
3) Die unterschiedlichen Karenzmodelle: In Österreich wird die Frau für lange Zeit aus dem Arbeitsalltag herausgerissen. In Schweden ist dieser Zeitraum kürzer und auch flexibler, da die Eltern im Arbeitsalltag über die prozentuale Arbeitszeitregelung dem Arbeitgeber zumindest teilweise erhalten bleibt.
Zusammenfassung der Kapitel
Welche Gründe gibt es für die im Vergleich zu Schweden niedrige Erwerbsbeteiligung von Frauen in Österreich?: Einführung in die Thematik der Erwerbsbeteiligung von Frauen und erste Vermutung zur Rolle der Kinderbetreuungspolitik.
Statistischer Vergleich und Analyse der Erwerbsquoten: Analyse historischer und aktueller Datenreihen, die eine Stagnation in Österreich gegenüber einem steten Wachstum in Schweden aufzeigen.
Politische Rahmenbedingungen und das "breadwinner model": Erläuterung des österreichischen "breadwinner models" im Gegensatz zum schwedischen Ansatz und die daraus resultierenden Konsequenzen für berufstätige Mütter.
Institutionalisierte Betreuungsstrukturen im Vergleich: Detaillierte Gegenüberstellung der Betreuungsangebote für verschiedene Altersgruppen von Kindern in beiden Ländern.
Karenzregelungen und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Diskussion der unterschiedlichen Karenzlängen und deren Wirkung auf die Arbeitsmarktattraktivität von Frauen aus Sicht der Arbeitgeber.
Zusammenfassende Faktoren für die geringe Erwerbsbeteiligung: Synthese der zentralen Ergebnisse, die politische Herangehensweise, Tradition und Karenzmodelle als Hauptursachen identifiziert.
Schlüsselwörter
Erwerbsbeteiligung, Frauen, Österreich, Schweden, Kinderbetreuung, Arbeitsmarkt, Karenzmodell, Breadwinner Model, Egalitarian Employment Model, Geschlechterrollen, Vereinbarkeit, Beruf und Familie, Betreuungsquote, Wohlfahrtsstaat, Erwerbsquote.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, warum die Erwerbsbeteiligung von Frauen in Österreich im Vergleich zu Schweden deutlich geringer ausfällt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die staatliche Kinderbetreuungspolitik, gesellschaftliche Traditionen und Rollenbilder sowie die Unterschiede in den Karenzregelungen beider Länder.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die signifikanten Unterschiede in der Erwerbsquote von Müttern zu analysieren und die ursächlichen Faktoren im institutionellen und politischen Gefüge zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einem komparativen Ansatz, bei dem statistische Daten der Erwerbsbeteiligung und Kinderbetreuung für Österreich und Schweden einander gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Daten zur Kinderbetreuung in verschiedenen Altersgruppen, das österreichische Ernährer-Modell und die spezifischen Auswirkungen der langen Karenzzeiten auf die Karrierechancen von Frauen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Erwerbsquote, Vereinbarkeit, Kinderbetreuungsinfrastruktur und das "breadwinner model".
Wie unterscheidet sich die schwedische Kinderbetreuungspolitik von der österreichischen?
Schweden setzt auf ein institutionalisiertes Recht auf Betreuung von Anfang an, während Österreich durch eine passivere Rolle des Staates und ein traditionelles Modell geprägt ist.
Welchen Einfluss hat das österreichische Karenzmodell auf die Arbeitgeber?
Durch die lange Dauer der Karenzzeit von 2,5 Jahren sehen Arbeitgeber in Österreich Frauen tendenziell als Kosten- und Risikofaktor, was deren Einstellungschancen mindert.
- Arbeit zitieren
- Christian Dörr (Autor:in), 2010, Welche Gründe gibt es für die im Vergleich zu Schweden niedrige Erwerbsbeteiligung von Frauen in Österreich?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/169213