Sie arbeiten als Umweltmanager in einem Unternehmen, das Wasserkraftwerke betreibt. Ihr Verantwortungsbereich liegt neben den Aufgaben des Abfallbeauftragten in der Fortführung des Umweltmanagementsystems.
Die Unternehmensleitung hat sich in der letzten Strategietagung u. a. das Ziel gesetzt, die produzierte Energiemenge zu erhöhen. Dabei wurde an die Errichtung eines Gas- und Dampf – Kraftwerkes gedacht.
Die Unternehmensleitung ist sich jedoch bewusst, dass durch den Betrieb eines solchen Kraftwerkes erstmals in der Unternehmensgeschichte Luftemissionen in großen Mengen entstehen würden. Daher würde man sich der CO2 – Thematik und – Problematik nicht entziehen können. Auf diesem Grund erhielten Sie vom Geschäftsführer den Auftrag sich in die Thematik einzuarbeiten.
Erstellen Sie für die Unternehmensleitung einen Bericht (ca. 20 Seiten), der alles Wissenswerte über die CO2 – Thematik enthält. Der Bericht soll verständlich sein, gleichsam aber die nötigen Hintergrundinformationen bieten. Hinterlegen Sie den Bericht mit Tabellen und Grafiken um ihn lesbar zu machen. Erfüllen Sie insbesondere folgende Fragestellungen:
• Konferenz in Kyoto und deren Ergebnisse
• Erste Periode 2005 – 2007: Ziele Ergebnisse (insbesondere für Österreich)
• Zweite Periode 2008 – 2012: Ziele, derzeitige Ausblicke (insbesondere für Österreich)
• EU ETS: Beginn, Aufgaben, Funktionsweise, Preise der Zertifikate und deren Handel, Ausblick
• Flexible Mechanismen: JI / CDM
• Allokationspläne der EU-Staaten
• NAP1 – NAP2: Zuteilung für die einzelnen Sektoren insbes.
Elektrizitätswirtschaft
• Erreichbarkeit des Kyoto-Ziels für Österreich
• Berechnungsverfahren der CO2-Menge insbes. bei Verbrennung von Erdgas
• SCOPE 1, 2, 3: Definition
• Derzeitige rechtliche Verpflichtungen in Österreich für CO2, skizzieren Sie diese
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 AUFGABENSTELLUNG
3 BERICHT
3.1 Konferenz in Kyoto und deren Ergebnisse
3.2 Erste Periode 2005 – 2007
3.3 Zweite Periode 2008 – 2012
3.4 EU Emission Trade System
3.4.1 Preise der Zertifikate:
3.4.2 Ausblick ETS
3.5 Weitere flexible Mechanismen - JI / CDM
3.5.1 JI - Joint Implementation (Art. 6 Kyoto Protokoll):
3.5.2 CDM - Clean Development Mechanism (Art. 12 Kyoto Protokoll)
3.6 Allokationspläne der EU-Staaten
3.7 NAP1 – NAP2: Zuteilung für die einzelnen Sektoren insbes. Elektrizitätswirtschaft
3.7.1 Zuteilung auf Branchenebene
3.7.2 Österreichischer Allokationsplan
3.8 Erreichbarkeit des Kyoto-Ziels für Österreich
3.9 Berechnungsverfahren der CO2-Menge insbes. bei Verbrennung von Erdgas
3.10 Definition SCOPE 1, 2, 3
3.11 Rechtliche Verpflichtungen in Österreich für CO2
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Fallstudie ist es, die komplexen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des CO2-Emissionshandels für die Unternehmensleitung darzulegen, um die Entscheidungsgrundlage für die geplante Errichtung eines GuD-Kombikraftwerks zu schaffen.
- Entwicklung und Funktionsweise des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS)
- Mechanismen des Kyoto-Protokolls (JI und CDM) zur Emissionsminderung
- Zuteilungsstrategien der Nationalen Allokationspläne (NAP1 & NAP2)
- Bewertung der Erreichbarkeit der österreichischen Kyoto-Ziele
- Methoden zur Bilanzierung von CO2-Emissionen und Definition von SCOPE-Kategorien
Auszug aus dem Buch
3.5.1 JI - Joint Implementation (Art. 6 Kyoto Protokoll):
Ist ein Industrie- oder Transformationsland bzw. Institution/Unternehmen eines Industrielandes im Annex I des Kyoto-Protokolls aufgeführt, so kann es durch Umsetzung emissionsmindernder Maßnahmen in einem anderen Annex-I-Staat zusätzliche Emissionsrechte für seine heimischen Schadstoffproduzenten erwerben.
Die eintretende Emissionsminderung aufgrund eines solchen Auslandsengagements wird allein dem Investorland gutgeschrieben. Grundidee hierbei ist, dass es zweitrangig ist, wo eine Emission abgebaut wird. Entscheidend ist nur, dass sie abgebaut wird.
Die Joint Implementation ermöglicht also einen Transfer von Reduktionszertifikaten (emission reduction units, ERU) von einem Annex-I-Staat auf einen anderen. Die Gesamtmenge der allen Annex-I-Staaten zustehenden Emissionen wird durch die Joint Implementation nicht erhöht.
Oftmals entsteht durch die Joint Implementation eine Win-Win-Situation. Das Investorland erhält das Recht, zusätzliche Emissionen tätigen zu dürfen. Aufgrund steigender Grenzkosten im Bereich der Schadstoffreduktion ist eine Investition in emissionsmindernde Maßnahmen im Gastland hierbei oft günstiger, als eine Reduktion der Emissionen im eigenen Land. Das Gastland hingegen verdient am Verkauf der Emissionsrechte und profitiert zudem vom Technologietransfer aus dem Investorland.
Investiert ein im Annex I aufgeführtes Land in emissionssenkende Maßnahme in einem Land, welches nicht in diesem Annex aufgeführt ist, werden ihm zusätzliche Emissionsrechte nach dem Clean Development Mechanism zugeteilt (siehe dazu 3.5.2).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Ausgangslage eines Umweltmanagers, der aufgrund einer Kapazitätserweiterung (GuD-Kraftwerk) die notwendige CO2-Thematik erschließen muss.
2 AUFGABENSTELLUNG: Definition der inhaltlichen Anforderungen für den zu erstellenden Bericht an die Unternehmensleitung bezüglich Emissionshandel und rechtlicher Rahmenbedingungen.
3 BERICHT: Umfassende Analyse des Kyoto-Protokolls, der EU-Emissionshandelsphasen, der Allokationspläne und der spezifischen CO2-Berechnungsverfahren sowie der rechtlichen Verpflichtungen in Österreich.
Schlüsselwörter
Kyoto-Protokoll, CO2-Emissionen, Emissionszertifikate, EU ETS, Joint Implementation, Clean Development Mechanism, Nationale Allokationspläne, Klimastrategie, Treibhausgase, Energieaufbringung, Emissionsbilanz, CO2-Äquivalente, Industriebranchen, Umweltmanagement, Klimaschutz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Fallstudie grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den regulatorischen und umweltpolitischen Rahmenbedingungen des CO2-Handels, vor dem Hintergrund der Errichtung eines Gas- und Dampf-Kombikraftwerks.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Mechanismen des Kyoto-Protokolls, dem EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) sowie der spezifischen Situation Österreichs bei der Erreichung von Klimazielen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die fundierte Information der Unternehmensführung über die CO2-Thematik, um die Auswirkungen und notwendigen Schritte für ein neues Kraftwerksprojekt unter Einbeziehung von Emissionszertifikaten zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es wird eine deskriptive Analyse und Aufarbeitung von offiziellen Emissionsbilanzen, Verhandlungschronologien und regulatorischen Zuteilungsplänen (NAP) für den österreichischen Kontext durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung internationaler Klimaschutzabkommen (Kyoto, JI/CDM), die Darstellung der EU ETS-Phasen, die Berechnung der Branchenallokationen und die kritische Beleuchtung der Erreichbarkeit der österreichischen Kyoto-Ziele.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie CO2-Äquivalente, Emissionszertifikate, Allokationspläne und die verschiedenen Phasen des EU-Emissionshandels charakterisiert.
Wie unterscheidet sich JI (Joint Implementation) vom CDM (Clean Development Mechanism)?
JI findet zwischen Annex-I-Staaten (Industrieländer) statt, während CDM-Projekte die Minderung von Treibhausgasen in Entwicklungsländern ermöglichen, um Zertifikate für Investoren aus Industrieländern zu generieren.
Warum wird der Ausblick auf die Phase 3 (NAP 3) im Bericht hervorgehoben?
Der Ausblick ist für interne Wirtschaftlichkeitskalkulationen der Unternehmensleitung von entscheidender Bedeutung, da mit steigenden Preisen für CO2-Zertifikate (ca. 38 Euro pro Tonne) gerechnet wird.
- Arbeit zitieren
- Mag.(FH) Dipl.-Ing. Josef Strohmaier, MPA (Autor:in), 2010, Fallstudie Betriebliches Umweltmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167754