Die Aufgabe der Studienarbeit besteht in der Darstellung und Aufbereitung der Entwicklung der Kostenkrankheit von WILLIAM J. BAUMOL. Des Weiteren erfolgt eine Dar-stellung der Informations- und Kommunikationstechnologien unter Berücksichtigung der Kostenkrankheit.
Dazu gliedert sich die Arbeit in drei Bereiche. Der erste Bereich, bestehend aus Kapitel 2 und 3, stellt die theoretischen Grundlagen der Dienstleistung und der Produktivität dar. Im zweiten Bereich (Kapitel 4 und 5) wird die Kostenkrankheit als solches, anhand des Grundlagenwerkes „Performing Arts – The Economic Dilemma“, vorgestellt und anschließend die Entwicklung in der Literatur bis heute beleuchtet. Die Frage, in wieweit die Kostenkrankheit allgemein und insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien gilt, wird im dritten Bereich (Kapitel 6) behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1 Zielstellung der Arbeit
2 Dienstleistung
2.1 Theorien & Ansätze
2.2 Abgrenzungsversuche
2.3 Charakteristika von Dienstleistungen
2.4 Dienstleistungsproduktion
3 Produktivität
3.1 Allgemeine Problemfeststellung
3.2 Abgrenzung Effizienz & Effektivität
3.3 Produktivitätsdefinition
3.4 Dienstleistungsproduktivität
4 Performing Arts – The Economic Dilemma
5 Entwicklung in der Literatur
5.1 Die 1960er
5.2 Die 1970er
5.3 Die 1980er
5.4 Die 1990er
5.5 Die 2000er
6 Allgemeingültigkeit der Kostenkrankheit
7 Fazit & Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, die Entwicklung der "Kostenkrankheit" nach William J. Baumol darzustellen und zu analysieren. Dabei wird untersucht, inwieweit dieses ökonomische Phänomen über den Bereich der darstellenden Künste hinaus auf moderne Dienstleistungssektoren, insbesondere im Kontext von Informations- und Kommunikationstechnologien, übertragbar ist.
- Theoretische Grundlagen von Dienstleistung und Produktivität
- Analyse des "Economic Dilemma" in den Performing Arts
- Historische Betrachtung der Literatur zur Kostenkrankheit seit den 1960er Jahren
- Überprüfung der Allgemeingültigkeit der Kostenkrankheit in der Informationsgesellschaft
- Diskussion von Lösungsansätzen zur Produktivitätssteigerung im Dienstleistungssektor
Auszug aus dem Buch
4 Performing Arts – The Economic Dilemma
Im Jahre 1966 veröffentlichten WILLIAM JACK BAUMOL und WILLIAM GORDON BOWEN ihr Grundlagenwerk „Performing Arts – The Economic Dilemma“.
Das Buch gliedert sich in drei Teile (Parts). In Part I wird die aktuelle Situation (Stand 1965) der darstellenden Künste in den Vereinigten Staaten von Amerika ermittelt und analysiert. Dabei wird ein besonderer Blick auf die verschiedenen Organisationsformen (Theater, Oper, Amateur, Professionell usw.) geworfen und deren aktueller Stand dargestellt. Des Weiteren wird untersucht, wie sich die aktuelle finanzielle Situation der einzelnen Organisationen darstellt. Der gesamte Teil hat grundsätzlich deskriptiven Charakter [Baumol & Bowen, 1966, S.7].
Der zweite Teil stellt den Kern der gesamten Untersuchung dar, wobei der Schwerpunkt auf dem Kapitel VII liegt. Die Kostenkrankheit wird zwar nicht explizit genannt, jedoch umfassend beschrieben. Weiterhin erfolgt eine Analyse der finanziellen Struktur und eine Vorschau auf die zukünftige finanzielle Entwicklung. Dabei werden insbesondere die Bereiche der Ticketpreise, der Gesamtkosten und der sonstigen Einnahmen betrachtet. Der grundsätzliche Charakter des Part II ist eher analytisch, denn deskriptiv [Baumol & Bowen, 1966, S.7].
In dem dritten Teil der Untersuchung werden daraufhin mögliche Lösungsansätze für das Problem der Kostenkrankheit präsentiert. Zum einen wird das einzelne Individuum betrachtet, zum anderen aber auch die Möglichkeiten, welche sich ergeben, wenn die Finanzierung durch Institutionen unterstützt werden. Diese Institutionen sind zum einen öffentlich – rechtliche Organisationen, wie zum Beispiel die Verwaltung bzw. die Regierung. Andererseits werden auch privatrechtliche Organisationen, also kommerzielle Unternehmen, als mögliche Finanziers betrachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zielstellung der Arbeit: Einführung in das Thema der Kostenkrankheit und Definition der drei Untersuchungsbereiche der Arbeit.
2 Dienstleistung: Darstellung theoretischer Grundlagen und Definitionsansätze zur Einordnung von Dienstleistungen als Tertiärsektor.
3 Produktivität: Erörterung der Produktivitätsmessung und Abgrenzung von Effizienz und Effektivität im Dienstleistungsbereich.
4 Performing Arts – The Economic Dilemma: Vorstellung des bahnbrechenden Werks von Baumol und Bowen und Analyse des ökonomischen Dilemmas darstellender Künste.
5 Entwicklung in der Literatur: Dekadenbasierte Untersuchung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Kostenkrankheit von den 1960er bis in die 2000er Jahre.
6 Allgemeingültigkeit der Kostenkrankheit: Prüfung der Anwendbarkeit des Modells auf die Informations- und Kommunikationsbranche anhand praktischer Fallbeispiele.
7 Fazit & Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz der Kostenkrankheit und Diskussion der Notwendigkeit zur Prozessoptimierung.
Schlüsselwörter
Kostenkrankheit, Baumol, Dienstleistung, Produktivität, Performing Arts, Uno-Actu-Prinzip, Effizienz, Effektivität, Strukturwandel, Tertiärsektor, Informationsindustrie, Call Center, Wirtschaftswachstum, Finanzierungsbedarf, Produktionsfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der sogenannten Kostenkrankheit, einem ökonomischen Phänomen, das erstmals von William J. Baumol beschrieben wurde und die chronische Unterfinanzierung von personalintensiven Dienstleistungen erklärt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen der Dienstleistungsproduktion, die ökonomischen Dilemmata der darstellenden Künste sowie die historische Entwicklung und heutige Gültigkeit des Kostenkrankheits-Modells in verschiedenen Sektoren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Entwicklung des Kostenkrankheits-Modells aufzuzeigen und zu prüfen, ob dieses Modell auch heute noch – insbesondere im Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologien – eine valide Erklärung für steigende Kosten und Produktivitätsprobleme liefert.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende Literaturanalyse und die Darstellung zentraler ökonomischer Modelle (wie die Sektorentheorie oder die Produktivitätshypothese), die anhand konkreter Beispiele aus der Praxis illustriert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Dienstleistung und Produktivität, eine tiefgehende Analyse des Grundlagenwerkes von Baumol und Bowen sowie eine chronologische Auswertung der wissenschaftlichen Literatur dazu.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kostenkrankheit, Dienstleistung, Produktivität, Uno-Actu-Prinzip und Strukturwandel zentral definiert.
Inwiefern spielt das "Uno-Actu-Prinzip" eine Rolle für die Kostenkrankheit?
Das Uno-Actu-Prinzip (die Unmittelbarkeit von Produktion und Konsum) gilt als eines der Haupthindernisse für Produktivitätssteigerungen, da es die Flexibilität der Leistungserstellung stark einschränkt.
Warum wird das "ClixCampus-System" der BTU Cottbus als Beispiel herangezogen?
Das System dient als praktisches Fallbeispiel aus der Informationsindustrie, um zu demonstrieren, wie technologische Ansätze zwar zur Zentralisierung beitragen, aber im Einzelfall durch erhöhten Personaleinsatz oder Zeitaufwand paradoxerweise sogar die Kostenkrankheit hervorrufen können.
- Arbeit zitieren
- Bastian Garnitz (Autor:in), 2010, Baumol und die "Kostenkrankheit", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165775