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Liebe als Rollenspiel in Stendhals "Le Rouge et le Noir"

Titel: Liebe als Rollenspiel in Stendhals "Le Rouge et le Noir"

Seminararbeit , 2010 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Erik Gerhard (Autor:in)

Französische Philologie - Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Roman Le Rouge et le Noir von Stendhal erzählt die Geschichte des Sohns eines Mühlenbesitzers aus der französischen Provinz, Julien Sorel. Die Handlung spielt in der französischen Restauration, unmittelbar in der Zeit vor 1830. Im Mittelpunkt des Romans steht der soziale Aufstieg des Helden Julien, dem es gelingt, seiner niederen Herkunft zu entfliehen. Um in der Zeit der Restauration sein Glück zu machen, entscheidet sich Julien Priester zu werden. Dank seiner Intelligenz und Willenskraft bekommt er schnell eine Anstellung als Lehrer im Hause des Bürgermeisters von Verrières. Nachdem bekannt wird, dass Julien mit Mme de Rênal, der Frau des Bürgermeisters, eine Affäre hat, muss dieser Verrières verlassen. Ihm wird ein Platz im Priesterseminar von Besançon vermittelt, wo er zum Protegé des Seminarleiters, Abbé Pirard, wird. Durch den Einfluss des Abts erhält Julien schließlich eine Anstellung als Sekretär beim Marquis de la Mole, einem hochangesehenen Diplomaten in Paris.
Der Held betritt nun eine gänzlich neue Welt, die des alten Adels. Er wird täglich mit Reichtum und Überfluss konfrontiert und er spürt seine standesbedingte Unterlegenheit, die er aber nicht akzeptieren möchte.
Julien lernt die Tochter des Marquis de la Mole kennen, Mathilde. Schon bald entwickelt sich zwischen [den beiden] eine geheime Liebesbeziehung.
Die folgende Hausarbeit macht es sich zur Aufgabe, herauszuarbeiten, wieso man die Liebesbeziehung zwischen Julien und Mathilde als Rollenspiel bezeichnen muss, wieso man hierbei gerade nicht von aufrichtiger Liebe sprechen kann. So gilt es festzustellen, was dieses
Rollenspiel auszeichnet. Im Hinterkopf soll bei der Analyse stets die Fragestellung behalten werden, wie das Rollenspiel bewertet werden kann.
Dazu gilt es zunächst, die imaginären Rollen vorzustellen, die die beiden Hauptfiguren annehmen und durch die sie versuchen, sich von den gesellschaftlichen Zuständen ihrer Zeit zu distanzieren: Julien als Napoléon und Mathilde als Marguerite de Navarre. In einem nächsten Schritt soll der Leser kurz in die Grundlagen der Moralistik von La Rochefoucauld eingeführt werden, bevor die Bedeutung der Moralistik für das Rollenspiel in Le Rouge et le Noir dann im folgenden Abschnitt
an exemplarischen Textstellen erläutert wird. Im letzten Kapitel geht es um die Beantwortung der Frage, welche Bewertungsmöglichkeiten das Rollenspiel zulässt. Abschließend wird ein Fazit nochmals die wesentlichen Aspekte der Hausarbeit resümieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Nachahmung historischer Idole

2.1 Julien als Napoléon

2.2 Mathilde als Marguerite de Navarre

3. Die Moralistik von La Rochefoucauld

4. Die Rolle der Moralistik in Le Rouge et le Noir

4.1 Die Entscheidung zur „Liebe“

4.2 Liebe als Machtspiel

5. Bewertungsmöglichkeiten des Rollenspiels

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Liebesbeziehung zwischen Julien Sorel und Mathilde de La Mole in Stendhals Roman Le Rouge et le Noir unter der zentralen Fragestellung, inwiefern diese als Rollenspiel zu interpretieren ist und welche Motive (wie gesellschaftlicher Aufstieg oder Flucht vor Langeweile) hinter diesem Verhalten stehen.

  • Die Funktion historischer Idole (Napoléon und Marguerite de Navarre) als Vorbild für die Protagonisten.
  • Die theoretische Einbettung in die Moralistik von La Rochefoucauld, insbesondere das Konzept des amour-propre.
  • Die Analyse der Liebesbeziehung als instrumentelles Machtspiel zur Selbstbehauptung.
  • Die Bewertung der Stendhalschen Erzählweise in Bezug auf die Authentizität menschlicher Gefühle in der Restaurationszeit.

Auszug aus dem Buch

4.2 Liebe als Machtspiel

Wie bereits gesehen dient die Liebesbeziehung zwischen Julien und Mathilde der Erfüllung ihrer sehnlichsten Wünsche. Doch die Liaison der Protagonisten birgt ein großes Konfliktpotential. Beide besitzen einen höchst ausgeprägten Stolz und einen hochmütigen Charakter. Auch fühlen sich beide zu Höherem bestimmt, man gewinnt den Eindruck, sie wollen sich von niemandem dominieren lassen, stets Herr ihrer Lage sein.

Ihr stolzer Charakter führt dazu, dass beide es nicht ertragen, wenn der andere eine gewisse Macht über sie hat. So kommt es zu „Positionskämpfen“, in denen keiner der beiden unterliegen möchte, dennoch nur einer die überlegene Position innehaben kann.

Das erste heimliche Rendezvous in Mathildes Zimmer bedeutet für Julien un bonheur d'amour-propre (RN 345). Dieses Glück kommt aber nicht aus dem Herzen, sondern sein Verstand sagt ihm, dass er glücklich sein sollte, sieht er sich doch „estimé par cette jeune fille si fière“ (RN 345). Mathilde plagen nach der heimlichen Verabredung erste Gewissensbisse. Sie sieht in Julien nun ihren maître (RN 349) und nicht mehr das begehrenswerte heroische Genie eines Danton. Ihre frühere Langeweile hat sich längst verflüchtigt, Julien somit enorm an Anziehungskraft verloren. Mathilde befürchtet, Julien könne seine Lage ausnutzen und ihre Affäre jederzeit auffliegen lassen, sollte sie einmal seine Eitelkeit verletzen. Von dieser Furcht getrieben und aus einem geminderten Selbstwertgefühl heraus, beginnt Mathilde Julien zu meiden und ihn keines Blickes mehr zu würdigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Roman und die Protagonisten vor und führt in die Fragestellung ein, warum die Beziehung zwischen Julien und Mathilde als inszeniertes Rollenspiel zu werten ist.

2. Die Nachahmung historischer Idole: Dieses Kapitel erläutert, wie Julien und Mathilde durch die Identifikation mit Napoléon beziehungsweise Marguerite de Navarre versuchen, ihre soziale Realität zu transzendieren.

3. Die Moralistik von La Rochefoucauld: Der Autor führt hier in die zentralen Begriffe der Moralistik ein, insbesondere das Konzept der Eigenliebe (amour-propre), um das Verhalten der Figuren theoretisch zu unterfüttern.

4. Die Rolle der Moralistik in Le Rouge et le Noir: Hier wird gezeigt, wie sich die Motive der Figuren (Ehrgeiz, Machttrieb, Flucht vor Langeweile) in ihrer tatsächlichen Interaktion und den daraus resultierenden Liebes- und Machtspielen manifestieren.

5. Bewertungsmöglichkeiten des Rollenspiels: Es wird diskutiert, wie der Erzähler Stendhal die Verlogenheit der Gesellschaft und die mangelnde Authentizität seiner Figuren durch eine neutrale Darstellung kritisch beleuchtet.

6. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Liebe der Protagonisten ein reines Instrument zur Selbstdarstellung und Machtausübung ist, getrieben durch den Konflikt zwischen persönlichem Stolz und gesellschaftlichen Zwängen.

Schlüsselwörter

Stendhal, Le Rouge et le Noir, Julien Sorel, Mathilde de La Mole, Rollenspiel, Napoléon, Marguerite de Navarre, Moralistik, La Rochefoucauld, Amour-propre, Machtspiel, Restauration, Gesellschaftskritik, Ehrgeiz, Identitätsstiftung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser literaturwissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Liebesbeziehung der beiden Hauptfiguren Julien Sorel und Mathilde de La Mole in Stendhals Roman und weist nach, dass diese Beziehung weniger auf romantischer Zuneigung als auf inszenierten Rollenspielen basiert.

Welche historischen Idole spielen für die Charaktere eine Rolle?

Julien orientiert sich an Napoléon Bonaparte, um seinen sozialen Aufstieg zu legitimieren, während Mathilde sich mit Marguerite de Navarre identifiziert, um ihrem langweiligen Adelsalltag heroische Leidenschaft entgegenzusetzen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftlicher Druck und persönlicher Ehrgeiz die Protagonisten dazu treiben, Rollen zu spielen, die letztlich ihre Fähigkeit zu aufrichtiger Liebe untergraben.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Die Untersuchung nutzt die moralistische Philosophie von La Rochefoucauld, insbesondere den Begriff des amour-propre (Eigenliebe), um die psychologischen Triebfedern hinter den Handlungen von Julien und Mathilde freizulegen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Dekonstruktion von romantischen Idealen, der Analyse von Machtdynamiken in Liebesbeziehungen und der Kritik an der verlogenen Gesellschaft der französischen Restauration.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Rollenspiel, Machtspiel, amour-propre, historische Nachahmung und die Distanz zwischen individuellem Wunsch und gesellschaftlicher Realität.

Wie bewertet Stendhal laut der Arbeit das Verhalten seiner Figuren?

Der Autor tritt laut der Arbeit nicht explizit wertend auf, sondern zeichnet ein präzises, oft negatives Bild der Gesellschaft, in der Authentizität kaum möglich erscheint, und überlässt die ethische Einordnung dem Leser.

Warum greift Julien in einer Schlüsselszene zum Degen gegen Mathilde?

Der Griff zum Degen ist Ausdruck eines verletzten Stolzes. Mathilde interpretiert diesen Akt jedoch vollkommen anders: Sie sieht darin eine Bestätigung ihrer Wunschvorstellung einer heroischen Renaissance-Leidenschaft und empfindet diesen Moment als Höhepunkt ihrer Beziehung.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Liebe als Rollenspiel in Stendhals "Le Rouge et le Noir"
Hochschule
Universität Konstanz  (Literaturwissenschaft/Romanistik)
Veranstaltung
Realistisches Erzählen
Note
2,0
Autor
Erik Gerhard (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V165535
ISBN (eBook)
9783640812028
ISBN (Buch)
9783640812141
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stendhal Le Rouge et le Noir La Rochefoucauld Moralistik Moral Liebe Machtspiel realistisches Erzählen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Erik Gerhard (Autor:in), 2010, Liebe als Rollenspiel in Stendhals "Le Rouge et le Noir", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165535
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Leseprobe aus  16  Seiten
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