Betrachtet man die heutige Unternehmenswelt sind gute Kontakte und Beziehungen zu Führungskräften und Personalentscheidern nach wie vor, generell als Vorteil zu betrachten, dennoch wandelt sich das Bild vom vertrauenden Unternehmen dahingehend, dass dieses immer stärker eine Stellung der Vorsicht, Skepsis und bewussten Distanz einnimmt und auch einnehmen muss. Diese Verhaltensweise begründet sich darin, dass tagtäglich neue Schlagzeilen zu korruptem Verhalten innerhalb eines Unternehmens zu lesen sind. Die zum Teil nicht nachvollziehbaren Aktivitäten beziehen sich auf gezielte Bestechungen, der Finanzierung von Luxusreisen, Schwarzkassen oder kriminellen Doppelleben. Dabei reicht das Spektrum der Beschuldigten von Wirtschaftsmagnaten, über Mitarbeiter in Einkaufsabteilungen bis hin zu vermeintlich loyalen Amtsträgern. Die Identifizierung von korrupten Verhalten und dessen Ausmaß gestaltet sich oft als schwierig. Die Unternehmen als Opfer bleiben oftmals lange unwissend und der erlittene Schaden lange unerkannt. Präventionsmaßnahmen gegen korruptes Verhalten gibt es viele. Leider sind viel zu oft interne Mitarbeiter des betroffenen Unternehmens involviert, die die ihnen anvertraute Macht missbrauchen. Um gefährdete Mitarbeiter schon im Bewerbungsprozess identifizieren zu können, bieten sich verschiedene Möglichkeiten, Informationen über Kandidaten einzuholen. Im Rahmen dieser Seminararbeit soll diskutiert werden, wie der Prozess von Background checks gestaltet werden kann und welche kritischen Aspekte dabei zu beachten sind. Dabei wird auf Unternehmens- und Bewerberperspektive gleichermaßen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsabgrenzung
2.1 Background check
2.2 Pre- Employment screening
3. Bedeutung von Background checks
4. Background check- Prozess
4.1 Phase I : Standardrecherche
4.2 Phase II : Persönliches Interview
4.3 Phase III : Individualrecherche
4.3.1 Amtliche Auskünfte
4.3.2 Sonstige Auskünfte
4.3.2.1 Netzwerke
4.3.2.1.1 XING
4.3.2.1.2 LinkedIn
4.3.2.1.3 Facebook
4.3.2.1.4 MySpace
4.3.2.1.5 studiVZ
4.3.2.2 Fazit : Online- Recherchen
4.3.2.3 Tiefenanalysen
4.4 Phase IV : Berichterstattung
5. Background checks aus Sicht der Bewerber
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Gestaltung und die kritischen Aspekte des Background-check-Prozesses im Kontext der Personalauswahl, wobei sowohl die Sichtweise der Unternehmen als auch der Bewerber beleuchtet wird. Das zentrale Ziel ist es, den Nutzen und die rechtlichen sowie ethischen Grenzen von Hintergrundüberprüfungen zur Vermeidung von Wirtschaftskriminalität kritisch zu bewerten.
- Identifikation korrupten Verhaltens im Bewerbungsprozess
- Struktur und Phasen des Background-check-Prozesses
- Die Rolle von Online-Recherchen und sozialen Netzwerken
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Persönlichkeitsrechte
- Bedeutung der Online-Reputation für Bewerber
Auszug aus dem Buch
4.3.2.1 Netzwerke
„Social Networks sind Internetplattformen, über die sich Menschen kennenlernen und vernetzen können. Netzwerke sind elementare Bestandteile der Kommunikation. Sie entsprechen einem Grundbedürfnis in uns allen. Wir Menschen sind soziale Wesen, die sich schon immer in Gruppen organisierten. Die Gruppe vermittelt Sicherheit, bietet Rückhalt sorgt für ein soziales Netz. […] Die eigene Familie, der eigene Stamm, das eigene Dorf waren für unsere Vorfahren der Lebensmittelpunkt. Psychologen bezeichnen das als Innengruppe“14 Doch es gab auch Menschen außerhalb der eigenen Gruppe. Das waren die Fremden, welche zunächst als Feind bezeichnet wurden. Sie gehören damit zur Außengruppe.
Netzwerken gibt demzufolge Menschen die Möglichkeit, sich eine eigene Innengruppe aufzubauen oder sich einer bestehenden anzuschließen. In einem funktionierenden Netzwerk kann man Aufträge, Informationen oder einen Job erhalten.
Unternehmen haben die Möglichkeit sich der verschiedensten Netzwerke für einschlägige Background checks zu bedienen.
Im folgenden werden die wichtigsten Netzwerke, vor allem für Background checks beschrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert den Wandel in der Unternehmenswelt hin zu mehr Vorsicht und Skepsis gegenüber Bewerbern und führt in die Relevanz von Background checks als präventives Instrument ein.
2. Begriffsabgrenzung: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Background check und Pre-Employment Screening und grenzt sie als präventive Maßnahmen zur Risikominimierung ein.
3. Bedeutung von Background checks: Hier wird erläutert, warum Unternehmen verstärkt Background checks einsetzen, um sich vor Wirtschaftskriminalität und Fehlentscheidungen bei Neueinstellungen zu schützen.
4. Background check- Prozess: Dieses umfangreiche Kapitel detailliert den vierphasigen Ablauf von Background checks, angefangen bei der Standardrecherche über persönliche Interviews und Individualrecherche bis hin zur Berichterstattung.
5. Background checks aus Sicht der Bewerber: Der Abschnitt beleuchtet die Konsequenzen von Background checks für Bewerber und betont die Wichtigkeit einer gepflegten Online-Reputation sowie die rechtlichen Konsequenzen bei Täuschung.
6. Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass Background checks für Unternehmen in Sicherheits- und Vertrauenspositionen unverzichtbar geworden sind, um wirtschaftskriminelles Verhalten präventiv zu verhindern.
Schlüsselwörter
Background check, Personalauswahl, Wirtschaftskriminalität, Pre-Employment Screening, Korruptionsprävention, Online-Recherche, soziale Netzwerke, Bewerberprofil, Datenschutzrecht, Persönlichkeitsrechte, Reputationsmanagement, Arbeitsrecht, Unternehmenssicherheit, Führungszeugnis, Wirtschaftsspionage
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit dem Verfahren des Background checks bei der Personalauswahl und bewertet diesen Prozess kritisch als Mittel zur Prävention von Wirtschaftskriminalität.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition von Hintergrundüberprüfungen, die verschiedenen Phasen des Prozesses, der Einsatz von Online-Recherchen in sozialen Medien sowie die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Diskussion darüber, wie ein effektiver Background-check-Prozess gestaltet werden kann, ohne dabei die Grenzen des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte zu verletzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Studien renommierter Beratungsgesellschaften, um den Stand der Praxis in Deutschland zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bedeutung der Checks, den Prozessaufbau in vier Phasen (Standardrecherche, Interview, Individualrecherche, Berichterstattung) sowie die Auswirkungen auf Bewerber.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Begriffe sind Background check, Pre-Employment Screening, Korruptionsprävention, Online-Reputation und Personalauswahl.
Warum ist das Führungszeugnis als Instrument laut Arbeit kritisch zu sehen?
Die Autorin stellt fest, dass das Führungszeugnis eine „überschießende Tendenz“ hat, da es auch Straftaten enthält, die für den spezifischen Arbeitsplatz möglicherweise irrelevant sind.
Welche Rolle spielen soziale Netzwerke bei der Auswahl?
Sie dienen Unternehmen als Informationsquelle zur Überprüfung von Kandidaten, wobei insbesondere XING für professionelle Zwecke hervorgehoben wird, während das Internet insgesamt zu „radikaler Transparenz“ führt.
Warum ist Online-Selbstmarketing für Bewerber laut Arbeit so wichtig?
Da Personaler das Internet zur Überprüfung nutzen, ist ein aktives Reputationsmanagement entscheidend, um die Einstellungschancen zu erhöhen und Fehlinterpretationen privater Inhalte zu vermeiden.
- Arbeit zitieren
- Sandra Borat (Autor:in), 2009, Background checks bei der Personalauswahl, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164927