Ursprünglich intendiert als reines Marketinginstrument, ist das Musikvideo längst zu einem eigenständigen Medium geworden, „welches sich selbst erkauft und finanziert“.1 Trotz der immer noch primär kommerziellen Ausrichtung aben sich im Laufe der letzten Jahre zahlreiche Subgenres und -kulturen herausgebildet. Einen schleichenden, aber doch massiven Einschnitt erlebte die Musikvideokultur mit der zunehmenden Durchdringung des sozialen und medialen Alltags durch das Internet. Mit dieser Arbeit soll dargelegt
werden, welche neuen Verbreitungswege und Änderungen in der Angebotsstruktur sich für Musikvideos mit der Durchsetzung des Web 2.0 ergeben. Neben einem allgemeinen Überblick über die Erscheinungsformen von Videos und Videoplattformen im Web 2.0 wird auch erläutert, welche individuellen oder kommerziellen Interessen sowohl User als auch Anbieter von Musikvideos dazu motivieren, diese Strukturen zu nutzen und aktiv mitzugestalten. Aufgrund des eng bemessenen Rahmens soll auf die Problematik der Copyright- und Urheberrechtsverletzungen, die zu anhaltenden Konflikten zwischen der Musikindustrie und den Betreibern webbasierter Videoangebote geführt hat, nur am Rande eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung, Eingrenzung und Definitionen
2. Veränderung der Fernseh- und Internetnutzung
3. Videoplattformen im Internet
3.1 Reine Videoportale
3.2 Hybridformen
3.3 Marketingplattformen
3.4 Onlineauftritte von Musik-TV-Sendern
4. Präsentation ausgewählter Beispiele
4.1 Youtube.com
4.2 MySpace.com
4.3 Tape.tv
4.4 mtvmusic.com
5. Nutzungsformen und –motivationen
5.1 Videoplattformen als Distributionsweg und Marketinginstrument
5.2 Videoplattformen als Möglichkeit der Selbstvermarktung
5.3 Exkurs: Parodistische Musikvideokunst - Das Beispiel Jon Lajoie
6. Fazit und Ausblick
7. Literaturverzeichnis
8. Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Transformation der Musikvideokultur durch das Web 2.0, insbesondere wie sich Verbreitungswege und Angebotsstrukturen durch nutzergenerierte Inhalte verändert haben. Das primäre Ziel ist es, die Beweggründe von Anbietern und Nutzern in diesem digitalen Wandel zu analysieren und die Auswirkungen auf die Musikindustrie sowie die Möglichkeiten zur Selbstvermarktung für Künstler zu beleuchten.
- Entwicklung der Videoplattformen im Internet (Reine Portale vs. Hybridformen)
- Veränderung des Mediennutzungsverhaltens durch das Web 2.0
- Vermarktungsstrategien von Musikkonzernen und TV-Sendern im Internet
- Chancen der Selbstvermarktung für Nachwuchskünstler und Hobbykünstler
- Phänomen der parodistischen Musikvideokunst als Form der Internetkultur
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung, Eingrenzung und Definitionen
Ursprünglich intendiert als reines Marketinginstrument, ist das Musikvideo längst zu einem eigenständigen Medium geworden, „welches sich selbst verkauft und finanziert“. Trotz der immer noch primär kommerziellen Ausrichtung haben sich im Laufe der letzten Jahre zahlreiche Subgenres und -kulturen herausgebildet. Einen schleichenden, aber doch massiven Einschnitt erlebte die Musikvideokultur mit der zunehmenden Durchdringung des sozialen und medialen Alltags durch das Internet. Mit dieser Arbeit soll dargelegt werden, welche neuen Verbreitungswege und Änderungen in der Angebotsstruktur sich für Musikvideos mit der Durchsetzung des Web 2.0 ergeben.
Zum Verständnis dieses komplexen Geflechts ist es unabdingbar, sich näher mit den verwendeten Kernbegriffen auseinander zu setzen. So muss zunächst geklärt werden, welcher Forschungsgegenstand genau mit der Bezeichnung „Musikvideo“ gemeint ist:
„Das Musikvideo bzw. der Videoclip ist ein Versuch, Musik mit Hilfe eines Filmes (Clips) zu visualisieren. Im Gegensatz zum Film […] ist der Ausgangspunkt für die Produktion eines Videoclips zunächst die Musik. Nur nach Struktur, Aufbau oder Richtung der Musik kann ein passender Clip gedreht werden. Film und [Musik-]Video unterscheiden sich auch in ihrer ursprünglichen Intention. Während der Film ein Produkt ,,für sich" ist, dient(e) das Musikvideo anfangs nur als Werbefilm für das Produkt ‚Musik’.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung, Eingrenzung und Definitionen: Einführung in die Thematik der Musikvideokultur im Web 2.0 und begriffliche Abgrenzung des Forschungsgegenstands.
2. Veränderung der Fernseh- und Internetnutzung: Analyse des veränderten Rezeptionsverhaltens und der Abwanderung junger Zielgruppen von klassischen Medien zu Web-Plattformen.
3. Videoplattformen im Internet: Kategorisierung verschiedener technischer Angebotsformen, unterteilt in reine Videoportale, Hybridformen, Marketingplattformen und Sender-Angebote.
4. Präsentation ausgewählter Beispiele: Konkrete Vorstellung marktrelevanter Plattformen wie Youtube, MySpace, Tape.tv und mtvmusic.com.
5. Nutzungsformen und –motivationen: Untersuchung der verschiedenen Nutzungsinteressen, von der professionellen Vermarktung durch die Industrie bis hin zur individuellen Selbstvermarktung und parodistischen Kunst.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der positiven Entwicklungen und der Konflikte im Bereich des Urheberrechts.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der wissenschaftlichen Quellen und Literatur zur Thematik.
8. Internetquellen: Verzeichnis der im Web abgerufenen Quellen inklusive Zugriffshinweisen.
Schlüsselwörter
Musikvideo, Web 2.0, Videoplattform, Youtube, MySpace, Internetnutzung, Musikindustrie, Marketinginstrument, Selbstvermarktung, Musikvideoparodie, Urheberrecht, User-generated Content, Streaming, Digitale Medien, Musik-TV
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich die Musikvideokultur durch das Aufkommen von Web 2.0-Technologien verändert hat und welche neuen Distributionswege dadurch entstanden sind.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf den verschiedenen Arten von Videoplattformen, den veränderten Nutzungsgewohnheiten der User sowie den Marketingstrategien der Musikindustrie im Internet.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Internetplattformen die Produktion und Verbreitung von Musikvideos beeinflussen und welche Chancen oder Probleme sich daraus ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Fachliteratur und aktuellen Online-Entwicklungen sowie der Untersuchung verschiedener Plattform-Beispiele zur Darstellung aktueller Medientrends.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung technischer Plattform-Kategorien, die Analyse konkreter Anbieter sowie die Untersuchung der Nutzermotivationen und Vermarktungsaspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Web 2.0, Musikvideokultur, Videoplattformen, Vermarktung, User-generated Content und Urheberrecht.
Welche Rolle spielt die parodistische Musikvideokunst in dieser Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet Parodien als eine Form der kreativen Selbstvermarktung, die durch die einfachen technischen Möglichkeiten im Web 2.0 begünstigt wird.
Wie reagieren Musik-TV-Sender auf die Konkurrenz durch das Web?
Laut der Untersuchung setzen diese auf eigene digitale Plattformen und eine „Verjüngung“ ihrer Strategien, um die abgewanderten Zuschauer zurückzugewinnen.
Was ist das „Mitmachweb“ im Kontext der Musikvideos?
Es beschreibt das Prinzip, dass Nutzer nicht mehr nur passiv konsumieren, sondern durch eigene Videoinhalte aktiv an der Gestaltung der Musikvideokultur mitwirken.
Wie bewertet der Autor die Copyright-Problematik?
Der Autor konstatiert, dass Konflikte zwischen der Industrie und den Plattformbetreibern unvermeidbar sind, da die Interessen der Nutzer nach kostenlosem Zugang und der Industrie nach Gewinnmaximierung aufeinanderprallen.
- Arbeit zitieren
- Jan Horak (Autor:in), 2009, Musikvideokultur im Web 2.0, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164923