Ein Überblick über den Begriff "Zeit" in der Erzähltextanalyse, versehen mit einigen Beispielen.
Inhaltsverzeichnis
1. Geschichte vs. Fabel
2. Die Ordnung narrativer Aussagen
2.1 Anfang und Ende
2.2.Anordnung narrativer Aussagen
2.2.1 Besondere Formen des anachronischen Erzählens
3. Die Geschwindigkeit
4. Die Häufigkeit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die zentralen Parameter der narratologischen Zeitstruktur zu systematisieren und anhand von literarischen Beispielen die methodischen Werkzeuge der Erzähltextanalyse darzulegen.
- Differenzierung zwischen Geschichte und Fabel
- Typologie der narrativen Ordnung (Anfang, Ende, Anachronien)
- Analyse des Erzähltempos und der Zeitgestaltung
- Untersuchung der Frequenz narrativer Aussagen
Auszug aus dem Buch
2.1 Anfang und Ende
Allen Erzählungen ist gemeinsam, daß sie einen Anfang und ein Ende besitzen; dazwischen kann der Autor die Ereignisse in einer beliebigen Reihenfolge anordnen. Bei Anfängen lassen sich schematisch folgende Fälle unterscheiden:
Beginn ab ovo: Die Erzählung erfolgt von Anfang an, schrittweise wird die Geschichte entfaltet. Ein typisches Beispiel ist der Märchenanfang: „Es war einmal …“.
Beim Beginn in medias res wird ein Zeitpunkt mitten im Geschehen als Ausgangspunkt gewählt:
‚Weißt du, Grete, wir haben ein Nest in unserem Garten, und ganz niedrig, und zwei Junge drin.‘,Das wäre! Wo denn? Ist es ein Fink oder eine Nachtigall?‘,Ich sag es nicht. Du mußt es raten.‘ Diese Worte waren an einem wachsenen Zaun [...] gesprochen worden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Geschichte vs. Fabel: Dieses Kapitel erläutert die grundlegende Unterscheidung zwischen dem chronologischen Handlungsverlauf und dessen narrativer Anordnung im Text.
2. Die Ordnung narrativer Aussagen: Es wird analysiert, wie Autoren den Beginn und das Ende einer Geschichte gestalten und welche Formen der zeitlichen Abweichung (Anachronien) existieren.
3. Die Geschwindigkeit: Dieses Kapitel behandelt das Verhältnis zwischen Erzählzeit und erzählter Zeit, welches das Tempo des Erzählvorgangs bestimmt.
4. Die Häufigkeit: Hier wird untersucht, wie oft ein Ereignis der Geschichte im Verhältnis zur narrativen Darstellung wiederholt wird.
Schlüsselwörter
Erzähltextanalyse, Narratologie, Geschichte, Fabel, Ordnung, Anachronie, Rückwendung, Vorauswendung, Erzählgeschwindigkeit, Zeitdeckung, Zeitdehnung, Frequenz, Erzählzeit, erzählte Zeit, Literaturwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Einführung in die narratologische Analyse von Zeitstrukturen in literarischen Texten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Ordnung der Handlung, das Erzähltempo (Geschwindigkeit) sowie die Häufigkeit der Ereignisdarstellung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die methodische Einordnung von Zeitphänomenen in erzählenden Texten, um diese strukturell analysieren zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche, strukturalistische Erzähltextanalyse nach gängigen narratologischen Modellen angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Konzepte wie Anachronien (Rück- und Vorauswendungen), verschiedene Erzählanfänge und -schlüsse sowie das Verhältnis von Erzähl- und erzählter Zeit detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Erzähltextanalyse, Narratologie, Zeitstruktur, Anachronie, Erzähltempo und Frequenz sind die prägenden Begriffe.
Was unterscheidet eine "Rückwendung" von einer "Vorauswendung"?
Die Rückwendung (Analepse) thematisiert Ereignisse aus der Vergangenheit, während die Vorauswendung (Prolepse) Informationen über zukünftige Ereignisse vorwegnimmt.
Wie definiert die Arbeit das Verhältnis zwischen "Erzählzeit" und "erzählter Zeit"?
Die Erzählzeit bezeichnet die Dauer des Lesens oder Erzählens, während die erzählte Zeit die Dauer des in der Geschichte ablaufenden Geschehens beschreibt.
- Arbeit zitieren
- Mark Möst (Autor:in), 2002, Die Zeit als Begriff der Erzähltextanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164036