Das 20. Jahrhundert gilt als Jahrhundert der Migration schlechthin. Dabei erlebten viele Menschen mehr oder weniger freiwillig Migration. Diesen Sachverhalt möchte der Entwurf aufgreifen, um anhand der Fußball Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, genauer gesagt an der deutschen Nationalmannschaft das Phänomen der Wanderungsbewegung herauszuarbeiten. Der auf den ersten Blick wahrnehmbare Migrationshintergrund mancher deutscher Spieler wird in dieser Stunde mittels des DFB-Migrationswerbespots thematisiert und einleitend problematisiert. In der darauf folgenden Erarbeitungsphase sollen die Schüler durch biografische Erlebnisgeschichten über verschiedene Jahrhunderte hinweg, Grundmotive benennen können, weshalb Menschen ihre Heimat verließen.
Inhaltsverzeichnis
I. Bedingungsanalyse
1.1 Allgemeine Schulische Situation
1.2 Ist-Stand-Feststellung
1.3 Einbettung der Stunde in die Unterrichtseinheit
II. Didaktische Reflexion
2.1 Kompetenzen und Inhalte des Bildungsplans
2.2 Sachanalyse
2.3 Kompetenzen und Standards
2.4 Stundenziel
III. Methodische Reflexion
3.1 Methodische Planung mit Alternativen und Begründung
3.2 Strukturskizze
IV. Anhang
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit für die 7. Klasse besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler fundierte Gründe für das Phänomen Migration benennen können. Im Zentrum steht dabei die Auseinandersetzung mit der Forschungsfrage "Warum verlassen Menschen ihre Heimat?", wobei die Lernenden historische Migrationserfahrungen mit aktuellen Bezügen verknüpfen, um ein Verständnis für die Triebkräfte von Bevölkerungsbewegungen zu entwickeln.
- Analyse der Push- und Pull-Faktoren von Migration in Geschichte und Gegenwart
- Erwerb von Methodenkompetenz durch die Placemat-Methode
- Vertiefung der personalen Kompetenz durch Perspektivwechsel und Empathie
- Verbindung historischer Inhalte mit aktueller Lebenswelt durch Migrationsbiographien
- Stärkung der sozialen Kompetenz in Gruppenarbeitsphasen
Auszug aus dem Buch
2.2 Sachanalyse
Das 20. Jahrhundert gilt als Jahrhundert der Migration schlechthin. Viele Menschen erlebten mehr oder weniger freiwillig Migration: Sei es infolge der Bevölkerungsverschiebungen nach den Weltkriegen, Emigration aus politischen Gründen (sic!) während der Nazidiktatur oder auch als „West-Flucht“ zur Zeit des Systemkonfliktes. Doch auch die Arbeitsmigration zu Beginn der 1950er Jahre wirkte tief in unsere Gesellschaft hinein und lässt die kulturelle Vielfalt in unseren Städten und Gemeinden täglich offenbar werden.
Die Kinder jener Menschen, die eine Migrationsentscheidung getroffen hatten, sind inzwischen in der zweiten, dritten oder sogar vierten Generation in Deutschland geboren, aufgewachsen und schließlich auch schulisch sozialisiert worden. Daher gilt Migration als prägendes Element deutscher und baden-württembergischer Geschichte, da der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund für Baden-Württemberg inzwischen 12% ausmacht.
Ferner ist Migration nicht ein singuläres Phänomen oder gar Ausnahmeerscheinung, was bereits die oben angesprochenen aktuelleren Beispiele zeigen. Die Motive für Ein- oder Auswanderung ähneln sich alle über die Jahrhunderte hinweg. „[…] Schweizer, Österreicher, Wallonen, französische Hugenotten und Waldenser wurden [z.B.] nach Baden, Württemberg und in die Kurpfalz gerufen, als dort nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges in manchen Gebieten nur noch ein Bruchteil der Vorkriegsbevölkerung lebte. Die Fürsten ‚peuplierten’ systematisch ihre Länder, und die vorwiegend aus religiösen Gründen [sic!] aus ihrer Heimat vertriebenen Zuwanderer fanden dort Asyl. Bereits wenige Jahrzehnte danach setzte zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus eben diesen Gebieten Südwestdeutschlands Auswanderung im großen Stil ein.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die aktuelle schulische Situation an der x-Realschule sowie den Leistungsstand und die Zusammensetzung der siebten Klasse.
II. Didaktische Reflexion: Hier wird die Legitimation des Stundenthemas durch den Bildungsplan 2004 dargelegt und eine fachliche Sachanalyse zum Phänomen Migration durchgeführt.
III. Methodische Reflexion: Dieses Kapitel erläutert die methodische Planung, inklusive der Einstiegsphase mit einem DFB-Spot und der zentralen Gruppenarbeitsphase mittels Placemat.
IV. Anhang: Der Anhang versammelt das Literaturverzeichnis, Quellenangaben zu den verwendeten Materialien und zusätzliche Arbeitsblätter für den Unterricht.
Schlüsselwörter
Migration, Auswanderung, Geschichte, Bildungsplan, Migrationsbiographien, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Placemat-Methode, Unterrichtseinheit, Realschule, Historisches Lernen, Sozialkompetenz, Identität, Integration, Nationalmannschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt eine detaillierte Unterrichtsvorbereitung für eine Prüfungslehrprobe im Fach Geschichte in einer 7. Klasse dar.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt das Phänomen Migration unter historischer Perspektive sowie aktuelle Bezüge zur Einwanderung und Lebensrealität von Menschen mit Migrationshintergrund.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Das primäre Lernziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler die vielfältigen Gründe (wirtschaftlich, politisch, religiös) benennen können, weshalb Menschen ihre Heimat verlassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Unterricht folgt einem längsschnittartigen Ansatz der Geschichtsdidaktik, der historische Phänomene mit modernen Lebenswelten verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsanalyse der Lerngruppe, eine didaktische Begründung der Inhalte sowie eine methodische Planung des Unterrichtsverlaufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Migration, Push- und Pull-Faktoren, Geschichtsunterricht, Placemat-Methode und Kompetenzorientierung.
Warum wurde ein DFB-Spot als Einstieg gewählt?
Der Spot dient der direkten Motivierung der Schüler, indem er bekannte Nationalspieler mit Migrationshintergrund als Brücke zum Thema Migration nutzt.
Welche Rolle spielt die Placemat-Methode in der Stunde?
Die Methode unterstützt die Gruppenarbeit, indem sie die Schüler anregt, individuelle Ergebnisse (Biographien) auszutauschen und zu übergreifenden Erkenntnissen über Migrationsursachen zu gelangen.
- Quote paper
- Holger Schröder (Author), 2010, Menschen verlassen ihre Heimat. Unterrichtseinheit zum Thema Auswanderung im 18. und 19. Jahrhundert Geschichte Klasse 7, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/163643