Was motiviert gerade die Wirtschaft bzw. die Unternehmen dazu Kultur zu fördern? Was bringt es dem Unternehmen selbst? Diese Arbeit soll nicht nur diese Fragen klären, sondern auch einen Überblick über die verschiedenen Arten von Kulturförderung geben und steuerliche Vor- und Nachteile der zwei in Deutschland am meisten verbreiteten Förderarten darstellen. Um das Thema international zu öffnen und einen Vergleich zu einer anderen Art der Kulturfinanzierung ziehen zu können, soll das Konzept der Kulturförderung in den USA zur Komparation dienen.
Die USA ist daher sehr gut zum Vergleich geeignet, da Deutschland und die USA die Finanzierung der Kultur sehr unterschiedlich, ja beinahe gegensätzlich, handhaben: Der deutsche Staat gab laut einer Studie des „Art Council of England“ 1994/1995 jährlich US$ 85 pro Kopf für Kulturfinanzierung aus, die USA hingegen nur US$ 6.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Kultur und Kulturförderung – Definitionen und Grundlagen
2 Staatliche versus unternehmerische Kulturförderung
2.1 Zahlen und Fakten
2.2 Kulturpolitische Erklärung für die Unterschiede in der Kulturfinanzierung in den USA und Deutschland
3 Kulturförderung in der Praxis - Motive und Steuern
3.1 Motivation und Ziele von Kulturförderung
3.2 Sponsoring und Spenden aus steuerlicher Sicht
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle unternehmerischer Kulturförderung im Vergleich zwischen Deutschland und den USA, mit dem Ziel, die Beweggründe, Finanzierungsstrukturen sowie die steuerlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
- Vergleichende Analyse der Kulturfinanzierung in Deutschland und den USA
- Untersuchung von Motiven für unternehmerisches Kulturengagement
- Gegenüberstellung von staatlicher und privater Kulturförderung
- Steuerliche Bewertung von Sponsoring und Spenden
- Diskussion über Risiken und Chancen privater Kulturfinanzierung
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Knallig rosa T-Shirts tragen die Tour-de-France-Radfahrer bei jedem Rennen, gesponsert und mit viel Werbung bedruckt von der Telekom. Die deutsche Fußballnationalmannschaft ist von oben bis unten in Adidas gekleidet, der offizielle technische Sponsor der Mannschaft. Besonders auffällig waren auch Rennauto und –jacke von Michael Schuhmacher – in knallrot und mit Werbung von Marlboro, Vodafone, Schell und anderen beklebt. Fast alle Fußballteams und jeder bekannte Sportler tragen ein mehr oder weniger auffällig werbendes Shirt ihres Sponsors.
Aber Unternehmen fördern nicht nur innerhalb der Sportbranche, viele engagieren sich auch im Umweltschutz: So rettete das Krombacher Regenwald-Projekt 2008 13.669.187 qm Regenwald – mit Hilfe seiner Kunden: Jeder gekaufte Kasten Bier rettete 1qm Regenwald. Die Aktion und deren Erfolg ist auf der WWF-Webseite nachzulesen und war lange Zeit sowohl in Fernseh- als auch in Plakat- und Zeitschriftwerbung von Krombacher Hauptthema. Ein anderes Beispiel bietet der Stromanbieter EKS AG, der sich bisher auf das Sportsponsoring beschränkt hat, aber nun auch das Umweltersponsoring für sich entdeckte. Mit einer erheblichen Summe sponserte er den TURDUS Vogel- und Naturschutzverein Schaffhausen. Und dies nicht nur zu Werbe- und Imageverbesserungszwecken, sondern auch aus Eigeninteresse am Thema: Schließlich nisten die Vögel nur allzu gern in Strommasten und richten dabei häufig Schaden an.
Auch in der Kulturbranche agieren immer mehr Unternehmen als Sponsoren und Spender. Das erste im Internet live übertragene Philharmonie-Orchester-Konzert (Berliner Philharmoniker am 06.01.2009 in Berlin) wurde von der Deutschen Bank gesponsert. Über ihr Sponsoring wurde unter anderem in der Berliner Morgenpost vom 07.01.09 berichtet, die Deutsche Bank wird auf der Internetseite der Philharmoniker sehr ausführlich als „Partner“ vorgestellt und die Deutsche Bank selbst erwähnt das Engagement auf der eigenen Homepage. Hugo Boss ist seit einigen Jahren Co-Sponsor der Berlinale und förderte 2007 internationale Kunstprojekte und exklusive Veranstaltungen in Shanghai, Paris, Salzburg, Stuttgart und Miami.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung unternehmerischen Engagements in verschiedenen Branchen und führt in das Thema der Kulturförderung durch Unternehmen ein.
1.1 Kultur und Kulturförderung – Definitionen und Grundlagen: Dieses Unterkapitel definiert den Kulturbegriff für die Arbeit und erläutert verschiedene Arten der Förderinstrumente wie Fundraising, Sponsoring und Mäzenatentum.
2 Staatliche versus unternehmerische Kulturförderung: Hier werden die Rollenverteilungen zwischen staatlicher und privater Finanzierung beleuchtet, wobei der starke staatliche Anteil in Deutschland dem privatwirtschaftlichen Fokus in den USA gegenübergestellt wird.
2.1 Zahlen und Fakten: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zur Kulturfinanzierung in beiden Ländern, um die strukturellen Unterschiede zu verdeutlichen.
2.2 Kulturpolitische Erklärung für die Unterschiede in der Kulturfinanzierung in den USA und Deutschland: Die historischen und soziokulturellen Ursachen für die unterschiedlichen Ansätze der Kulturfinanzierung in Deutschland und den USA werden hier analysiert.
3 Kulturförderung in der Praxis - Motive und Steuern: Dieses Kapitel untersucht die praktischen Beweggründe von Unternehmen für ihr Kulturengagement und die steuerlichen Implikationen.
3.1 Motivation und Ziele von Kulturförderung: Hier werden die Imagepflege, Standortgestaltung und "Corporate Social Responsibility" als Haupttreiber für Unternehmen identifiziert.
3.2 Sponsoring und Spenden aus steuerlicher Sicht: Dieses Unterkapitel analysiert detailliert die steuerrechtliche Behandlung von Spenden und Sponsoring in Deutschland.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und warnt vor einer einseitigen Abhängigkeit der Kultur von privaten Sponsoren, betont jedoch den Wert unternehmerischen Engagements als Ergänzung.
Schlüsselwörter
Kulturförderung, Kultursponsoring, Deutschland, USA, Spendenwesen, Kulturfinanzierung, Steuerrecht, Corporate Social Responsibility, Imagepflege, Betriebsausgaben, Fundraising, Öffentlich-private Partnerschaft, Mäzenatentum, Kulturpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Kulturförderung durch Unternehmen und vergleicht dabei die unterschiedlichen Ansätze, Motive und Rahmenbedingungen in Deutschland und den USA.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Sponsoring und Spenden, die Motivation von Unternehmen, kulturelles Engagement als Imagefaktor sowie die steuerliche Behandlung dieser Ausgaben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über verschiedene Förderarten zu geben, die Unterschiede zwischen den beiden nationalen Systemen aufzuzeigen und die Auswirkungen auf die Kulturbetriebe kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Auswerten von Statistiken sowie der vergleichenden Betrachtung kulturpolitischer und steuerrechtlicher Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Zahlen der Kulturfinanzierung, den historischen Erklärungen für die Systemunterschiede sowie der praktischen Umsetzung von Sponsoring und Spenden aus steuerlicher Sicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Kulturförderung, Sponsoring, Corporate Social Responsibility, Kulturfinanzierung und der deutsch-amerikanische Vergleich.
Warum unterscheidet sich die Kulturfinanzierung in Deutschland und den USA so stark?
Die Unterschiede sind historisch gewachsen: In Deutschland gilt Kultur als gesellschaftspolitische Aufgabe mit starker staatlicher Verantwortung, während in den USA historisch bedingt eine größere Skepsis gegenüber staatlicher Einmischung herrscht.
Welche steuerlichen Besonderheiten gibt es für Unternehmen bei der Kulturförderung?
In Deutschland müssen Unternehmen zwischen Spenden (begrenzt absetzbar) und Sponsoring (als Betriebsausgabe absetzbar, bei nachweisbarer Gegenleistung) unterscheiden, was das Steuerrecht komplex gestaltet.
- Arbeit zitieren
- Sara Müller (Autor:in), 2009, Kulturförderung durch Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/163389