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Der historische Hintergrund des "Chanson de Roland" und des "Chanson de Guillaume"

Title: Der historische Hintergrund des "Chanson de Roland" und des "Chanson de Guillaume"

Term Paper , 2008 , 12 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Susann Schrödter (Author)

French Studies - Literature

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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit den realen Ereignissen, denen die das Chanson de Roland sowie das Chanson de Guillaume zugrunde liegen. Es soll anhand unterschiedlichster arabischer und lateinischer Quellenaussagen analysiert werden, auf welchen historischen Ereignissen die beiden Chansons de geste basieren und wie diese in den Werken umgesetzt werden.
Die arabischen und lateinischen Quellen beschreiben, besonders im Rolandslied, teilweise unterschiedliche Seiten ein und derselben Sache, schließen sich jedoch deshalb nicht gegenseitig aus. Die Hausarbeit wird sich vorwiegend nur echten, geschichtlich fundierten Quellen widmen; nicht nachweisbare Vermutungen oder Möglichkeiten über den historischen Verlauf eines Ereignisses werden überwiegend vernachlässigt.
Die Anfertigung einer Hausarbeit zu diesem Thema setzt die Annahme voraus, dass Literatur über ihre ästhetische Funktion hinaus Aufschluss über historische Begebenheiten gibt. Bezüglich dessen ist allerdings zu beachten, dass das vollendete literarische Werk auch immer "als das Ergebnis einer Auswahl und eines Bewusstseinsprozesses des schöpferischen Autors anzusehen ist." (Andreas Bomba: Chansons de geste und französisches Nationalbewusstsein im Mittelalter, hrsg. v. Klaus W. Hempfer, Stuttgart 1987, S. 54.) In diesem Zusammenhang muss man sich bewusst sein, dass ein literarischer Text im Gegensatz zu historiographischen Quellen immer auch einen hohen Grad an Fiktionalität aufweist, der den der Historizität vermutlich weit überschreitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vom historischen Ereignis zum Chanson de geste

3 Die historische Grundlage

3.1 Chanson de Roland

3.2 Chanson de Guillaume

4 Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen realen historischen Ereignissen und deren literarischer Verarbeitung in den altfranzösischen Heldenepen "Chanson de Roland" und "Chanson de Guillaume". Ziel ist es, mittels eines Vergleichs von zeitgenössischen arabischen und lateinischen Quellen mit den epischen Darstellungen herauszuarbeiten, welche historischen Fakten den Werken zugrunde liegen und inwiefern diese durch künstlerische Freiheit und fiktionale Elemente überformt wurden.

  • Historische Analyse der Spanienexpedition Karls des Großen
  • Gegenüberstellung von fränkischen Annalen und arabischen Quellenaussagen
  • Untersuchung der literarischen Fiktionalisierung historischer Figuren
  • Die Rolle der Jongleurs bei der mündlichen Überlieferung und Ausschmückung
  • Mentalitätsgeschichtliche Einordnung der ritterlichen Werte und Loyalitätsvorstellungen

Auszug aus dem Buch

3 Die historische Grundlage

Das wohl vorbildlichste und einflussreichste Heldenepos ist das Chanson de Roland. Den Rahmen zu diesem altfranzösischen Chanson de geste bildet der Spanienfeldzug Karls des Großen, worüber es viele Theorien gibt. Um diese Expedition existieren zahlreiche karolingische und arabische Quellen, die einerseits die Wahrnehmung der Franken, andererseits Ansichten der in Spanien lebenden Araber bezüglich der Geschehnisse auf der Iberischen Halbinsel aufzeigen. Die wichtigsten karolingischen Quellen sind wohl die „Annales royales“ und die „Annales Mettenses“, die beide oft erneuert wurden. 829 wurden die Annalen um die Darstellung des erlittenen Leids der fränkischen Nachhut erweitert, die später auch im Rolandslied zu finden ist. Auffällig hierbei ist die Tatsache, dass diese Episode erst nach dem Tod Karls des Großen in die Annalen aufgenommen worden ist. Es existieren noch weitere Annalen zu Karls Erlebnissen in Spanien, die im Großen und Ganzen mit den Annales royales und den Annales Mettenses übereinstimmen. Der einzige wesentliche Unterschied ist der, dass die Annales royales und die Annales Mettenses die Basken als hauptsächliches Kampfziel der Franken sehen, während andere Quellen (die „Annales brèves“) sich auf die Sarazenen als Feinde konzentrieren und die Basken vollständig ignorieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand und die methodische Herangehensweise, indem sie die kritische Auseinandersetzung mit der Fiktionalität mittelalterlicher Epen gegenüber historiographischen Quellen betont.

2 Vom historischen Ereignis zum Chanson de geste: Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehung der Heldenepen aus mündlichen Überlieferungen und Volkgesängen sowie die künstlerischen Prozesse, die historische Fakten in das literarische Karlszyklus-Format überführten.

3 Die historische Grundlage: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der historischen Basis, wobei die divergierenden Darstellungen in arabischen und lateinischen Quellen sowie die spezifische Entwicklung von Chanson de Roland und Chanson de Guillaume kontrastiert werden.

4 Resümee: Die Zusammenfassung unterstreicht die relative Historizität der Epen und kommt zu dem Schluss, dass diese eher Aufschluss über zeitgenössische Mentalitäten und Moralvorstellungen geben als über exakte historische Abläufe.

Schlüsselwörter

Chanson de geste, Chanson de Roland, Chanson de Guillaume, Karl der Große, Spanienfeldzug, Historizität, Fiktionalität, Mittelalter, Heldenepos, Quellenkritik, Sarazenen, Jongleurs, Roncesvalles, Historiographie, Rittertum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen tatsächlichen historischen Begebenheiten und ihrer literarischen Umgestaltung in den altfranzösischen Heldenepen "Chanson de Roland" und "Chanson de Guillaume".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Spanienexpedition Karls des Großen, die Unterschiede in der Wahrnehmung durch fränkische und arabische Quellen sowie die Mechanismen der literarischen Mythenbildung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt der Epen zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit literarische Texte als historische Informationsquellen dienen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende Quellenanalyse, indem sie karolingische Annalen und arabische Historiographie einander gegenüberstellt, um Abweichungen und Übereinstimmungen aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Spanienfeldzugs im Chanson de Roland und die historische Analyse des Wilhelmsliedes, inklusive der Vermischung unterschiedlicher historischer Figuren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Chanson de geste, Historizität, Quellenkritik, Karl der Große und mittelalterliche Epen charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt der Figur des Vivien zu?

Vivien wird im Epos als Märtyrer dargestellt, während die historische Figur laut Quellen tatsächlich in einem Konflikt gegen die Bretonen fiel, was die Diskrepanz zwischen Sage und Geschichte verdeutlicht.

Warum weichen die Quellen über die Schlacht von Roncesvalles so stark voneinander ab?

Die Abweichungen resultieren aus den unterschiedlichen politischen Interessen und der Tendenz zur Lobpreisung Karls des Großen, die den historischen Blick in den Quellen teils verfälscht hat.

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Details

Title
Der historische Hintergrund des "Chanson de Roland" und des "Chanson de Guillaume"
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Französische Literaturwissenschaft)
Course
Französische Heldendichtung des Mittelalters. Chanson de Roland und Chanson de Guillaume
Grade
2,3
Author
Susann Schrödter (Author)
Publication Year
2008
Pages
12
Catalog Number
V162717
ISBN (eBook)
9783640765904
ISBN (Book)
9783640766277
Language
German
Tags
Hintergrund Chanson Roland Chanson Guillaume
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susann Schrödter (Author), 2008, Der historische Hintergrund des "Chanson de Roland" und des "Chanson de Guillaume" , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/162717
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