Im Rahmen meines zweiten universitären Schulpraktikums hatte ich die Gelegenheit, vier erfahrungsreiche und gewinnbringende Wochen an der staatlichen Grundschule XXXX zu verbringen. In diesem Zeitraum habe ich in den Fächern Mathematik, Deutsch und Re-ligion in allen vier Schuljahrgängen und bei verschiedenen Lehrkräften hospitiert und mich insbesondere auch im eigenen Unterrichten versucht. Für die Dokumentation und Reflexion meiner Unterrichtstätigkeit in dem vorliegenden Praktikumsbeleg habe ich eine Unterrichtsstunde zum Thema „Das Kirchenjahr“ ausgewählt, die ich am 03.09.2010 im Religi-onsunterricht erteilt habe. Meine Wahl begründet sich vor allem darin, dass ich selbst in der Praxis meines Drittfach noch die meisten Unsicherheiten und Schwächen meinerseits sehe. Ehe ich im Folgenden meinen Entwurf der Unterrichtsstunde darstellen werde, möchte ich zunächst in einem kurzen Porträt einen Eindruck von meiner Praktikumsschule vermitteln. In einem dritten Teil werde ich mich dann der Analyse einer konkreten Szene des unterrichtlichen Verlaufs widmen und schließlich eine Reflexion auf Grundlage wissen-schaftlicher Literatur vornehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Schulporträt
3 Entwurf einer Unterrichtsstunde zum Thema „Das Kirchenjahr“
3.1. Didaktisches Bedingungsfeld
3.2. Curriculare Einordnung
3.3. Sachanalyse
3.4. Didaktisch-methodische Analyse
3.5. Verlaufsplanung
4 Analyse des Verlaufs der Unterrichtsstunde
5 Reflexion der Unterrichtsstunde
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert eine Religionsunterrichtsstunde zum Thema „Das Kirchenjahr“ an einer Grundschule, mit dem Ziel, den Schülern den Grundaufbau und die zyklische Abfolge christlicher Feste systematisch zu vermitteln.
- Didaktische Vorbereitung und Bedingungsanalyse einer Religionsstunde
- Struktur und theologische Bedeutung des evangelischen Kirchenjahres
- Methodische Planung zur Erschließung des Kirchenjahreskreises
- Analyse und kritische Reflexion der eigenen Gesprächsführung im Unterricht
Auszug aus dem Buch
3.3. Sachanalyse
Das Kirchenjahr ist nach Jörns und Bieritz definiert als „ein komplexes Gefüge von Begehungen, die miteinander einen Zeitraum konstituieren und strukturieren, in dem sich unterschiedliche Zeitkreise schneiden und überlagern [...]“ (Jörns/Bieritz 1989, 576). In seiner heutigen Gestalt geht das evangelische Kirchenjahr auf preußische Agenden und Perikopenordnungen des 19. Jahrhunderts zurück (vgl. ebd. 588). Dagegen findet sich die Bezeichnung „Kirchenjahr“ für die Gliederung, die das christliche Jahr durch die Abfolge der Sonntage, Wochen, Feste und Festzeiten erfährt, bereits im 16. Jahrhundert bei dem lutherischen Pastor Johannes Pomarius (vgl. Bieger 2006, 27).
Auf die von Jörns und Bieritz genannten, dem Kirchenjahr zugrundeliegenden Zeitkreise soll an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Für die geplante Unterrichtsstunde ist diesbezüglich nur relevant, dass hierdurch einige Festtage und -zeiten an einen konkreten Termin gebunden sind, während andere (wie das Osterfest und die daran orientierten Feste und Festzeiten) in jedem Jahr auf ein anderes Datum fallen können. Betrachtet man nun die auf den ersten Blick komplex wirkende Ordnung der christlichen Feste und Festzeiten im Kirchenjahr genauer, zeigt sich eine eigentlich recht klare und einfache Struktur (vgl. zum Folgenden Grethlein/Lück 2006, 186-189). So ist das Kirchenjahr mit dem Weihnachts- und Osterkreis wesentlich durch zwei große Festkreise gegliedert. Den Kern des Weihnachtsfestkreises bildet die vom Weihnachtsfest bis zu Epiphanias reichende Weihnachtszeit, welcher als Vorbereitungszeit die vierwöchige Adventszeit vorangestellt ist. Der erste Adventssonntag ist zugleich der Beginn des Kirchenjahres. Der Weihnachtsfestkreis endet dann mit der auf Epiphanias folgenden Epiphaniaszeit. Der sich anschließende Osterfestkreis gliedert sich in gleicher Weise in drei Teile. Zunächst wird mit dem Aschermittwoch die bis zum Karsamstag andauernde vierzigtägige Vorbereitungszeit auf das Osterfest, die Passionszeit, eingeleitet. Die vorhergehenden drei Sonntage bilden eine kurze Vorfastenzeit. Mit dem Osterfest beginnt anschließend die fünfzigtägige österliche Freudenzeit, welche über die sechs Sonntage nach Ostern und Christi Himmelfahrt bis zum Pfingstfest reicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre Intention, eine im Religionsunterricht erteilte Stunde zum Thema Kirchenjahr zu dokumentieren, um ihre eigene Unterrichtspraxis in diesem Fach kritisch zu reflektieren.
2 Schulporträt: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Praktikumsschule, deren pädagogische Leitideen sowie die spezifischen Rahmenbedingungen und die Ausstattung für den Unterricht.
3 Entwurf einer Unterrichtsstunde zum Thema „Das Kirchenjahr“: Dieser Abschnitt umfasst die detaillierte Planung der Unterrichtseinheit, von der Lerngruppenbeschreibung über die fachliche Sachanalyse bis hin zur didaktisch-methodischen Herleitung und dem konkreten Verlaufsplan.
4 Analyse des Verlaufs der Unterrichtsstunde: Hier wird der tatsächliche Unterrichtsverlauf analysiert und insbesondere die Gesprächsführung während des Einstiegs kritisch beleuchtet.
5 Reflexion der Unterrichtsstunde: Die Autorin zieht eine Bilanz der Stunde, bewertet die angewandten Methoden unter Rückgriff auf Fachliteratur und leitet Konsequenzen für ihr zukünftiges professionelles Handeln ab.
Schlüsselwörter
Kirchenjahr, Religionsunterricht, Grundschule, Jahreskreis, Unterrichtsentwurf, Schulpraktikum, Gesprächsführung, Didaktik, Methodik, Festtage, Ostern, Weihnachten, Reflexion, christliche Feste, Unterrichtsplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Praktikumsbeleg, der die Planung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtsstunde zum Thema „Das Kirchenjahr“ in einer Grundschul-Religionsgruppe behandelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die fachwissenschaftliche Grundlegung des evangelischen Kirchenjahres, die didaktische Reduktion für Grundschulkinder sowie die Analyse von Kommunikation und Interaktion im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Hauptziel ist es, dass die Schüler den Grundaufbau des evangelischen Kirchenjahres sowie die zeitliche Abfolge der wichtigsten christlichen Feste kennenlernen und diese in den Kontext des Kirchenjahreskreises einordnen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt eine transkriptgestützte Analyse der Gesprächsführung (Lehrer-Schüler-Interaktion) und reflektiert diese unter Einbezug von fachdidaktischer Literatur zur Unterrichtsmethodik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Unterrichtsplanung mit didaktischer Begründung sowie eine kritische Nachbetrachtung des tatsächlichen Verlaufs und der Kommunikation zwischen Lehrkraft und Schülern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kirchenjahr, Religionsunterricht, didaktische Planung, Gesprächsführung und Reflexion geprägt.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Kalenderjahr und Kirchenjahr eine Rolle?
Die Unterscheidung verdeutlicht den Schülern, dass das Kirchenjahr nicht an den kalendarischen Januar-Dezember-Zyklus gebunden ist, sondern mit dem Advent beginnt und eine eigene religiöse Zeitstruktur besitzt.
Wie bewertet die Autorin ihre eigene Gesprächsführung?
Die Autorin reflektiert ihre Gesprächsführung selbstkritisch als zu stark lenkend und stellt fest, dass ihre Fragen oft so formuliert waren, dass sie die Schüler auf „Treffer“ hin befragte, statt einen offenen Dialog zu fördern.
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- Denise Krüger (Author), 2010, Praktikumsbericht zum zweiten Schulpraktikum, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/162048