Illusion von Realität und Realität der Illusion – mit diesem Phänomen befassen sich seit 1969/70 Künstler, dessen Werke dem Hyperrealismus zugeordnet werden. Diese Kunstrichtung, die auch als Fotorealismus, Surrealismus, Radikaler Realismus und, in den USA, als Sharp- Focus Realism bezeichnet wird, schockierte und provozierte. Als Vorlage für ihre Bilder dienten Fotos oder Diapositivs, die in Verbindung mit Verfahren der Malerei, Collage oder Bildhauerei Werke von teilweise überdimensionaler Größe hervorbrachten. Hyperrealisten forderten eine neue, radikalere Betrachtungsweise der Realität und unterzogen dabei jede optische Wahrnehmung einer Kritik mit technisch neutralen Mitteln. Einen amerikanischen Künstler dieser Stilrichtung, möchte ich im Folgenden durch Chuck Close vorstellen, der als Mitbegründer des Fotorealismus gilt.
Inhaltsverzeichnis
1. Chuck Close
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem künstlerischen Schaffen von Chuck Close auseinander und untersucht, wie der Mitbegründer des Fotorealismus durch den Einsatz von technischen Hilfsmitteln und einem speziellen Rastersystem das Verhältnis zwischen Realität und Illusion in der Porträtmalerei neu definiert.
- Die Entwicklung und stilistische Einordnung des Hyperrealismus bzw. Fotorealismus.
- Die Bedeutung der Fotografie als notwendige Vorlage für den malerischen Prozess.
- Die methodische Anwendung des Rastersystems zur Umsetzung abstrakter Bildinformationen.
- Die Auseinandersetzung mit großformatigen, distanzierten Porträts und deren psychologischer Wirkung.
- Die technologische Evolution des Künstlers, von Acryl und Airbrush bis hin zur Ölmalechnik und Spätwerken.
Auszug aus dem Buch
Chuck Close
Illusion von Realität und Realität der Illusion – mit diesem Phänomen befassen sich seit 1969/70 Künstler, dessen Werke dem Hyperrealismus zugeordnet werden. Diese Kunstrichtung, die auch als Fotorealismus, Surrealismus, Radikaler Realismus und, in den USA, als Sharp- Focus Realism bezeichnet wird, schockierte und provozierte. Als Vorlage für ihre Bilder dienten Fotos oder Diapositivs, die in Verbindung mit Verfahren der Malerei, Collage oder Bildhauerei Werke von teilweise überdimensionaler Größe hervorbrachten. Hyperrealisten forderten eine neue, radikalere Betrachtungsweise der Realität und unterzogen dabei jede optische Wahrnehmung einer Kritik mit technisch neutralen Mitteln. Einen amerikanischen Künstler dieser Stilrichtung, möchte ich im Folgenden durch Chuck Close vorstellen, der als Mitbegründer des Fotorealismus gilt.
Sie heißen Robert, Leslie oder John und ziehen uns als Betrachter unwillkürlich in ihren Bann. Nicht weil sie besonders schön sind, sondern weil wir in den erstarrten Gesichtern Züge unserer selbst erkennen. Mit einem durchschnittlichen Format von 2, 74 m mal 2,13 m gelingt es Chuck Close, der 1940 geboren wurde, wie keinem anderen uns mit seiner modernen Porträtmalerei das Verhältnis von Realität und Illusion zu vergegenwärtigen.
Schnell hatte er gemerkt, dass ihm die abstrakte Kunst zu unkonkret war und ihm zu viele Freiheiten zuließ. Der heute in New York lebende Maler war auf der Suche nach etwas Konkreterem, Nachvollziehbarem. So entstand die Idee gefundene Formen in seine Bilder zu integrieren und er begann Fotos als Vorlage für seine Gemälde zu verwenden. Man mag sich fragen, wieso er nicht direkt die Personen porträtierte. Doch ein Foto hatte für Close einen ganz anderen Wert. Ein Foto der Personen schufen eine gewisse Distanz und ermöglichte Close verschiedenen Details sehr viel näher zu kommen, als wenn die reale Person vor ihm säße. Zudem war der Arbeitsprozess beliebig lang ausdehnbar. Während ihn einige Werke ein paar Monate beschäftigten, konnte er auch 2 Jahre an einem Porträt sitzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Chuck Close: Das Kapitel bietet eine Einführung in das Leben und Werk des Künstlers, beleuchtet seine Abkehr von der abstrakten Kunst hin zum Fotorealismus und erläutert seine spezifische Arbeitsmethode mittels Rastersystemen und Fotovorlagen.
Schlüsselwörter
Chuck Close, Fotorealismus, Hyperrealismus, Porträtmalerei, Rastersystem, Illusion, Realität, Airbrush, Großformat, Ölmalerei, Kunstgeschichte, Abbildung, Wahrnehmung, Technik, Moderne Kunst
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem US-amerikanischen Künstler Chuck Close und seiner Rolle als Mitbegründer des Fotorealismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die Entwicklung des Fotorealismus, die Verwendung von Fotovorlagen, die methodische Rastertechnik und die Wirkung seiner überlebensgroßen Porträts auf den Betrachter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Close durch seine spezielle Technik das Verhältnis von Realität und Illusion in der modernen Porträtmalerei hinterfragt und gestaltet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analysierende Methode angewandt, um die künstlerische Entwicklung sowie die technischen Verfahren von Chuck Close im kunsthistorischen Kontext zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die technologische Entwicklung des Künstlers, von der Verwendung von Acryl und Airbrush bis hin zur pointillistischen Ölmalerei, sowie die psychologische Distanzierung durch großformatige Gesichter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselwörter sind unter anderem Chuck Close, Fotorealismus, Rastersystem, Illusion, Realität und Porträtmalerei.
Warum verwendet Chuck Close Fotos als Vorlage anstelle von lebenden Personen?
Close nutzte Fotos, um eine notwendige Distanz zu wahren und Details präziser erfassen zu können, während der zeitliche Arbeitsprozess dadurch erheblich flexibler gestaltet werden konnte.
Wie reagierte der Künstler auf seine gesundheitliche Einschränkung ab 1988?
Trotz einer Halswirbellähmung setzte er seine künstlerische Arbeit durch die Unterstützung von Mitarbeitern und eine spezielle Manschette an der Hand fort, um weiterhin fotorealistische Bilder zu schaffen.
Warum porträtierte Close bevorzugt Personen aus seinem direkten Umfeld?
Er wählte Freunde und Kollegen, um eine private Atmosphäre zu schaffen, wobei die Porträtierten jedoch nicht denkmalhaft erhöht werden sollten, sondern als menschliche "Straßenkarten" wahrgenommen werden sollten.
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- Corinna Groß (Author), 2008, Kurzer biographischer Abriss des Künstlers Chuck Close, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161992