In dem ersten Abschnitt des ersten Teils des Werkes „Über Moral“ will Hume darlegen, dass (und warum) moralische Unterscheidungen, also Unterscheidungen zwischen Gut und Böse, Recht und Unrecht, nicht aus der Vernunft abgeleitet werden; die Vernunft also niemals die Quelle solcher moralischer Unterscheidungen sein kann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Unzulänglichkeit der Vernunft für moralische Urteile
2.1 Perzeptionen als Grundlage geistiger Tätigkeit
2.2 Die Passivität der Vernunft und das Handeln
2.3 Irrtümer bezüglich Tatsachen und Affekten
2.4 Unmoralität und die Frage des Rechts
3. Untersuchung des Wesens von Tugend und Laster
3.1 Die Suche nach moralischen Beziehungen
3.2 Anforderungen an eine Theorie des moralischen Sinnes
3.3 Kritik der demonstrativen Beweisführung
4. Fazit: Moral als Gegenstand des Gefühls
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit David Humes Werk "Über Moral" auseinander, mit dem primären Ziel zu belegen, dass moralische Unterscheidungen zwischen Gut und Böse nicht aus der Vernunft abgeleitet werden können, sondern im Bereich menschlicher Affekte und Gefühle verankert sind.
- Die philosophische Abgrenzung zwischen Vernunft und Moral.
- Die Analyse der Handlungsrelevanz von Vernunft versus Affekten.
- Die Untersuchung, ob moralische Werte durch logische Relationen oder Tatsachen erkennbar sind.
- Die Widerlegung der demonstrativen Beweisführung im moralischen Kontext.
- Die Etablierung des Gefühls als Quelle moralischer Urteilsbildung.
Auszug aus dem Buch
Die Passivität der Vernunft und ihre Abgrenzung zum Handeln
Da die Moral Einfluss auf unsere Affekte und Neigungen nimmt und somit auch unser Handeln beeinflusst, kann aus der Vernunft, die eben diese Bedingung nicht erfüllt, die Moral nicht hergeleitet werden- sie ist (die Vernunft) „vollkommen passiv“ (S. 16) und somit nicht handlungsleitend. Die Aufgabe der Vernunft sei vielmehr, die Erkenntnis von Wahrheit und Irrtum- also zwischen wahr und falsch zu unterscheiden. Hume definiert Wahrheit und Falschheit also das Vorhandensein bzw. Fehlen von Übereinstimmung bezogen auf die wirklichen Beziehungen der Vorstellungen oder das wirkliche Dasein und Tatsachen (vgl. S. 16).
Laut Hume fallen Affekte, Willensentschluss und Handlungen nicht in diese Kategorie (können also weder wahr, noch falsch sein), da sie „in sich selbst vollendet“ sind und weder wahr, noch falsch sein können. Aus diesem Grund können sie nicht Gegenstand der Vernunft sein. Das heißt sie können der Vernunft weder entsprechen, noch wiedersprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob die Vernunft die Quelle moralischer Unterscheidungen sein kann.
2. Die Unzulänglichkeit der Vernunft für moralische Urteile: Hier wird dargelegt, warum die Vernunft aufgrund ihrer passiven Natur und ihrer rein auf Wahrheit ausgerichteten Funktion nicht handlungsleitend sein kann.
3. Untersuchung des Wesens von Tugend und Laster: Dieses Kapitel prüft, ob moralische Qualitäten in logischen Beziehungen oder objektiven Tatsachen liegen, und verneint dies anhand von Gegenbeispielen.
4. Fazit: Moral als Gegenstand des Gefühls: Der abschließende Teil verdeutlicht, dass moralische Bewertung zwingend ein subjektives Empfinden der Missbilligung durch einen Betrachter erfordert.
Schlüsselwörter
David Hume, Moral, Vernunft, Tugend, Laster, Affekte, Perzeptionen, Unmoralität, moralischer Sinn, Handlungsrelevanz, Tatsachen, Gefühle, Missbilligung, Philosophie, Ethik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die philosophische Argumentation David Humes, wonach moralische Urteile keine rein rationalen Prozesse sind, sondern auf menschlichen Gefühlen basieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Erkenntnistheorie Humes, die Abgrenzung von Vernunft und Leidenschaften sowie die Grundlagen moralischer Bewertung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Vernunft nicht als Quelle für die Unterscheidung zwischen Gut und Böse fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse der Primärquelle "Über Moral" von David Hume unter Einbeziehung des theoretischen Kontextes aus "A Treatise of Human Nature".
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Widerlegung der Vernunft als moralische Instanz, der Kritik an logischen Beziehungen als moralischem Maßstab und der Rolle von Affekten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Moral, Vernunft, Affekte, Tugend, Laster und das moralische Gefühl.
Warum können laut Hume keine "logischen Beziehungen" die Moral begründen?
Hume zeigt am Beispiel von Objekten oder Ereignissen, dass gleiche logische Relationen in einem Fall moralisch neutral (z.B. ein Baum, der einen anderen verdrängt) und in einem anderen Fall unmoralisch (z.B. Elternmord) sein können.
Inwiefern ist die Vernunft nach Hume "passiv"?
Die Vernunft ist passiv, weil sie lediglich Fakten und logische Zusammenhänge feststellt, aber selbst keine Impulse auslöst, die eine Handlung motivieren oder moralisch bewerten könnten.
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- Mendina Morgenthal (Author), 2010, David Hume - Über Tugend und Laster im Allgemeinen: Moral, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161594